Zum Inhalt springen
Nachrichten

ICE-Beamter trug bei Schusswechsel in Austin keine Körperkamera

Ein US-Einwanderungsbeamter, der in Austin einen venezolanischen Lieferfahrer angeschossen hatte, trug zum Zeitpunkt des Vorfalls keine seiner zugewiesenen Dienstkameras. Der Fall ereignete sich im September 2026, während das Ministerium für Innere Sicherheit angab, inzwischen über ausreichend Geräte für eine landesweite Ausrüstung zu verfügen.

Ein Bundesbeamter des US-Einwanderungs- und Zollamtes ICE (ICE officer in Austin shooting was not wearing assigned body camera), der im September 2026 in Austin einen venezolanischen Mann durch einen Schuss verletzte, ließ nach Angaben von zwei Vertretern des Heimatschutzministeriums (DHS) verlauten, dass ihm zwar eine Körperkamera ausgestellt worden war, er sie jedoch während des Vorfalls nicht trug. Nach Angaben von NBC News blieb die Kugel bei dem Vorfall in seinem Rücken stecken.

Ausstattungsoffensive und Ausrüstungsprobleme bei ICE

Der Vorfall in Texas fällt in eine Phase, in Feststellungen der Behörde über ihre technische Ausrüstung im Widerspruch zu vergangenen Jahren stehen. Die Bundesbehörde erklärte im September 2026, dass sie nun über genügend Körperkameras verfügt, um alle Offiziere und Agenten auszurüsten. Jahrelang hatten Einwanderungsbeamte gegenüber dem Kongress und Interessenverbänden angegeben, dass nicht genügend Geräte für ein agenturweites Programm zur Verfügung stünden.

Christian Castro
Photo: laopinion.com

Heimatschutzminister Markwayne Mullin prognostizierte im September 2026, dass bis zum Ende des Monats jeder Beamte im Außendienst mit einer Kamera ausgestattet sein werde. Der Kongress hatte zuvor in zwei Finanzierungsgesetzen insgesamt Milliardenbeträge für Technologie bereitgestellt, wovon 20 Millionen Dollar gezielt für Körperkameras bestimmt waren. Kritiker, wie der unabhängige Senator Angus King aus Maine, bezeichneten die Zusicherungen der Behörde angesichts früherer Defizite und der Ermessensspielräume bei der Veröffentlichung von Aufnahmen als leere Versprechungen.

Rechtliche Folgen und Auslieferungsstreit in Texas

Während die Debatte über den Einsatz von Kameras anhält, sorgt ein anderer Fall mit ICE-Beteiligung aus dem Januar 2026 für juristische Auseinandersetzungen zwischen Bundesstaaten. Ein ICE-Agent namens Christian Castro, der zu diesem Zeitpunkt 52 Jahre alt war und dem in Minnesota Schüsse auf einen Wohnungsdurchgang und falsche Anschuldigungen zur Last gelegt werden, wurde im August 2026 aus einem Gefängnis im texanischen Brownsville entlassen. Ein Bundesrichter, der Bundesrichter für den Bezirk Fernando Rodríguez Jr., schrieb in einer am Mittwoch veröffentlichten Anordnung, dass er nicht verhindern könne, dass ein Sheriff des Bezirks Castro freilässt, und den texanischen Gouverneur Greg Abbott nicht zur Unterzeichnung einer Auslieferungsanordnung zwingen könne. Castro wurde laut AP in den Morgenstunden von einem Hafteinrichtung in Brownsville entlassen, wo er vor wenigen Kameras und einem Reporter kurz gestikulierte, ehe er in einen SUV stieg und davonfuhr.

ICE-Beamter trug bei Schusswechsel in Austin keine Körperkamera
Photo: abc7.com
ICE-Beamter trug bei Schusswechsel in Austin keine Körperkamera
Photo: nbcnews.com

Minnesota hatte die Auslieferung gefordert, da die Behörden dort ein mögliches Absetzen Castros ins Ausland und speziell nach Mexiko befürchten. Nach texanischem Recht konnte eine Person auf Basis eines fremden Haftbefehls lediglich 90 Tage festgehalten werden, weshalb die Entlassung nach Ablauf dieser Frist am Donnerstag erfolgen musste. Gouverneur Greg Abbott verwies auf eine interne Untersuchung des Staates, um zu klären, ob Castro im Sinne der Auslieferungsklausel als rechtmäßiger Flüchtiger einzustufen ist, und betonte, er werde das Ersuchen vorerst nicht beantworten, während er auf den Ausgang einer internen Staatsuntersuchung wartete, die prüfte, ob Castro rechtlich als „Fugitivegalt. Der Richter hielt fest, dass die Auslieferungsgesetze keine Fristen dafür vorsehen, wie lange ein Gouverneur für eine solche Entscheidung brauchen darf.

Minnesota-Generalstaatsanwalt Keith Ellison reichte eine einstweilige Verfügung ein und kritisierte, Abbott mache Texas zu einem Rückzugsort für gewalttätige Kriminelle, und fügte hinzu, dass Abbott es versäumt habe, seiner Auslieferungspflicht nachzukommen. Gouverneur Abbott reagierte im Internet scharf auf den Generalstaatsanwalt und warf dessen Team vor, „schlechte Anwälteohne Vorbereitung und juristisches Sachverständnis zu sein, während er Minnesota vorwarf, sich der Durchsetzung von Einwanderungsgesetzen zu verweigern.

Der Einsatz vom 14. Januar in Minneapolis

Die Anklage gegen den ICE-Agenten Castro stammt aus einer Operation vom 14. Januar 2026 in Minneapolis gegen den aus Venezuela stammenden Julio César Sosa-Celis, der nach Angaben von DHS-Behörden im August 2022 aus Venezuela in die USA eingereist war, nach einer Verkehrskontrolle flüchtete und in ein Wohnhaus lief. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft feuerte Castro durch die Haustür, wobei er unwissentlich feuerte, während Personen das Gebäude betraten.

ICE officer in Austin shooting was not wearing assigned body camera

Die Staatsanwaltschaft erklärte über Laopinion, dass die Kugel durch die Tür drang und ein Opfer am Bein traf, bevor sie in der Wand des Kinderzimmers stecken blieb.

Nach dem Schuss durch die Haustür hatten Bundesbeamte zunächst die Zielperson sowie einen weiteren Venezolaner, Alfredo Alejandro Aljorna, fälschlicherweise beschuldigt, einen Agenten mit dem Griff eines Besens und einer Schneeschaufel attackiert zu haben. Ein Bundesrichter wies diese Vorwürfe später jedoch ab, was Untersuchungen darüber auslöste, ob Bundesagenten unter Eid falsche Angaben gemacht hatten (Agente de ICE acusado del tiroteo en Minneapolis fue puesto en libertad en Texas tras denegarse su extradición).

Tiroteo de ICE en Texas: lo que sabemos del incidente entre agentes y un inmigrante venezolano
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.