Nach dem Ausschluss von CNN, MS Now und Politico aus dem Weißen Haus schränken die großen US-Fernsehsender im September 2026 ihre tägliche Begleitung des Präsidenten ein. Die Medienhäuser kritisieren den Schritt als Angriff auf die Pressefreiheit und klagen gerichtlich. Sogar Trumps Haussender Fox News schließt sich dem Boykott an.
Die Spannungen zwischen der US-Regierung und großen Medienhäusern haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach Angaben von Nachrichtenagenturen und Medienberichten vom September 2026 hat die US-Regierung dem Nachrichtensender CNN, dem Sender MS Now sowie dem Nachrichtenportal Politico den Zugang zum Weißen Haus untersagt.
Gemeinsamer Boykott des TV-Pools und drohende Lücken in der Berichterstattung
Als Reaktion auf den Hausverbot-Beschluss haben ABC, CBS, Fox News und NBC gemeinsam mit CNN angekündigt, die engmaschige tägliche Begleitung von Präsident Donald Trump vorerst einzuschränken. Die fünf Sender organisieren sich im sogenannten TV-Pool, der Veranstaltungen des Präsidenten im Rotationsprinzip abdeckt und das Videomaterial mit anderen Medien teilt.
Aus einer E-Mail des Leiters des Washingtoner Büros von Fox News ging hervor, dass diese eingeschränkte Berichterstattung direkte Konsequenzen haben wird (Ariva). Eine Folge ist, dass keine lückenlose TV-Berichterstattung über den Präsidenten mehr zur Verfügung steht. So war CNN eigentlich für die Berichterstattung über die Reise des Präsidenten zur Generalversammlung der Vereinten Nationen vorgesehen.
Einhelliger Protest von Fox News bis CNN
Bemerkenswert an dem Schritt ist die Beteiligung von Fox News. Der Sender gilt als langjähriger Haussender des Präsidenten und berichtet in der Regel wohlwollend über dessen Politik.
Die fünf Sender in einer gemeinsamen Mitteilung (zitiert bei ORF)
In ihrer gemeinsamen Erklärung betonten die Kanäle, dass der Ausschluss eine Bedrohung für die Pressefreiheit und das Recht der Öffentlichkeit auf unabhängigen Journalismus ohne staatliche Einmischung darstellt.
Trump hatte CNN, MS Now und Politico am Freitag den Zutritt zum Weißen Haus untersagt. Der US-Präsident warf ihnen vor, „Fake News“ zu verbreiten. Kritiker sehen darin einen Einschüchterungsversuch und Angriff auf die Pressefreiheit. CNN teilte mit, das US-Präsidialamt habe die Akkreditierungen seiner Journalisten „ohne Vorankündigung oder ein ordentliches Verfahren“ entzogen. Grund für das verfügte Hausverbot im Weißen Haus sei laut CNN, dass die US-Regierung Einwände gegen die Berichterstattung des Senders gehabt habe. Der erste Zusatzartikel zur Verfassung der USA garantiert unter anderem die Meinungs-, Rede- sowie Pressefreiheit und ist ein zentraler Pfeiler der USA.””

„Keine Regierung darf ein Medienunternehmen einschränken, nur weil sie dessen Berichterstattung missbilligt“, schrieben die fünf Sender in einer Mitteilung. Das Verbot des Zugangs zum Weißen Haus stelle eine „Bedrohung für die Pressefreiheit und das Recht der Öffentlichkeit auf unabhängigen Journalismus ohne Einmischung der Regierung dar“. Die Sender gehören zum TV-Pool. Dabei handelt es sich um ein Netzwerk bestehend aus fünf Kanälen – ABC, CBS, CNN, Fox News und NBC –, die sich die TV-Berichterstattung über Veranstaltungen von Trump im Rotationsprinzip aufteilen und das Material mit anderen Medien teilen.””
Eilantrag vor Gericht und politischer Druck kurz vor den Zwischenwahlen
Die betroffenen Medienhäuser CNN, MS Now und Politico reagierten auf den Entzug ihrer Akkreditierungen mit juristischen Schritten. Nach Angaben der betroffenen Unternehmen wurde ein Eilantrag bei Gericht eingereicht, um den Grundsatz zu verteidigen, dass die Regierung nicht über die Veröffentlichungen der Presse bestimmen darf (ORF). In der Klageschrift wird argumentiert, dass das Vorgehen den ersten Verfassungszusatz verletzt, der in den Vereinigten Staaten die Pressefreiheit garantiert (Gmx).
Der Konflikt fällt in eine politisch angespannte Phase. In rund sechs Wochen finden in den USA die Zwischenwahlen zum Kongress statt, bei denen der Republikanischen Partei Umfragen zufolge eine Niederlage droht (Gmx). Wie lange der Zugang für die Journalisten zum Gelände des Weißen Hauses gesperrt bleibt, ist derzeit völlig unklar; eine zeitliche Befristung wurde von offizieller Seite nicht genannt (ORF).
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