Die California Highway Patrol stoppte den Wagen mit 60 Meilen pro Stunde und ahndete den Vorfall mit einem Bußgeld wegen unsicherer Geschwindigkeit.
Fahrten mit aktiven Assistenzsystemen verleiten Autofahrer offenbar immer wieder dazu, die Verantwortung komplett an die Technik abzugeben. Ein Autofahrer im Solano County erlebte dies am eigenen Leib, als er mit dunklen Sonnenbrillen besetzt am Steuer seines Tesla einschlummerte. Nach Angaben der California Highway Patrol bemerkte ein Motorradpolizist den scheinbar schlafenden Mann, während der Wagen mit rund 96 Kilometern pro Stunde (60 mph) über den Asphalt rollte.
Eingreifen der California Highway Patrol im Solano County
Die California Highway Patrol stoppte den Tesla und stellte fest, dass die Funktion Full Self-Driving
eingeschaltet war. Der ertappte Lenker erhielt eine offizielle Verwarnung wegen überhöhter beziehungsweise unsicherer Geschwindigkeit sowie eine deutliche Belehrung vor Ort. In einer humorvollen, aber unmissverständlichen Stellungnahme über soziale Medien betonte die Behörde, wie das zuständige Revier auf Facebook mitteilte, dass Nickerchen auf einen Parkplatz und nicht auf den Fahrersitz gehörten.
Rechtlicher Rahmen und Grenzen von Autopilot und Full Self-Driving
Die Verkehrsbehörden weisen immer wieder darauf hin, dass die automatisierten Fahrfunktionen keineswegs ein vollständiges Abschalten des Fahrers erlauben. Zwar werben Hersteller mit avancierter Software, doch rechtlich bleibt die Person hinter dem Lenkrad in der Verantwortung. Entsprechende Regelungen und technologische Einordnungen lassen keinen Spielraum für Missverständnisse.
Laut der California Highway Patrol über Nypost handele es sich bei Funktionen wie Teslas FSD um Fahrassistenzsysteme der Stufe 2, die das Fahren laut Gesetz lediglich unterstützen und den Fahrer nicht ersetzen.
Bereits im Mai kam es zu einem ähnlichen Vorfall in Marin County, bei dem ein Tesla Cybertruck auf dem Highway 101 mit einem scheinbar schlafenden Fahrer gesichtet wurde, wie Videomaterial von KRON dokumentierte. Die Behörden wiederholten damals ihre Warnung, dass der Einsatz von Autopilot oder ähnlichen Kapazitäten niemanden von der gesetzlichen Pflicht entbindet. Wie die California Highway Patrol erklärte, seien Fahrer ungeachtet aller Sonderfunktionen eines Fahrzeugs wie Autopilot oder vollautonomer Fähigkeiten weiterhin für das von ihnen geführte Fahrzeug verantwortlich, und sie fügte hinzu, dass schlafende Fahrer am Steuer gegen das kalifornische Grundgeschwindigkeitsgesetz verstießen.
Vergleich mit tödlichen Zwischenfällen auf US-Autobahnen
Während Schlaffahrten in Kalifornien glimpflich mit Bußgeldern endeten, werfen andere Vorfälle schwerwiegende Fragen zur Verlässlichkeit von Fahrerassistenzsystemen auf. Berichte von Electrek und Futurism dokumentieren tödliche Unfälle, bei denen Teslas mit aktiven Assistenzsystemen auf Autobahnen zum Stillstand kamen. Nach Angaben von Electrek prallte am 6. Oktober 2025 gegen 9:25 Uhr ein Sattelzug in Florida auf der Interstate 4 in Seminole County in einen 2020er Tesla Model 3, der laut Florida Highway Patrol ohne erklärbaren Grund im mittleren eastbound Fahrstreifen nahe Lake Mary Boulevard stoppte. Der 43-jährige Deltona-Mann am Steuer verstarb noch am Unfallort, während die beiden truck drivers unhurt blieben und alle drei Personen seatbelts trugen, wie local outlets berichteten. Laut den Recherchen und Einreichungen gegenüber der National Highway Traffic Safety Administration, gemeldet unter einer Standing General Order, war das automatische Fahrsystem als „Verified Engaged“ markiert, während Tesla zentrale Telemetriedaten, die Software-Version und das Betriebsbereichsfeld als geschäftliche Vertraulichkeit („confidential business information“) schwärzte; Electrek und Futurism weisen zudem darauf hin, dass die National Highway Traffic Safety Administration im Vorjahr eine Untersuchung gegen Tesla wegen verspäteter Unfallmeldungen eingeleitet hatte.””

Ein nahezu identischer Fall ereignete sich laut Futurism am 31. Oktober 2025 gegen 3 Uhr morgens in Mesa, Arizona, wo ein weiteres 2020 Tesla Model 3 auf der eastbound Loop 202 stehen blieb und von einem F-350 Pickup-Truck gerammt wurde, wobei der Fahrer tot am Unfallort aufgefunden wurde. Solche Zwischenfälle beleben die Diskussion um das Phänomen des plötzlichen Abbremsens oder Anhaltens im fließenden Verkehr neu, für das Teslas Software seit Langem bekannt ist.
Verwandte Artikel