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Gesundheit

Pennsylvania verzeichnet schwerste Masernwelle mit vier Todesfällen

Pennsylvania verzeichnet die landesweit schwerste Masernwelle seit mehr als 30 Jahren mit inzwischen vier Todesfällen. Nach dem Ausbruch bei ungeimpften Familien und in der amischen Gemeinschaft entbrannte ein politischer Streit über die amtlichen Fallzahlen zwischen dem Bundesstaat und Washington, während traditionelle Hebammen vor Ort von wachsenden Ängsten in der Bevölkerung berichten.

Vier Todesfälle innerhalb von rund vier Wochen haben Pennsylvania ins Zentrum einer nationalen Gesundheitskrise gerückt. Nach Angaben des Pennsylvania Department of Health liegt die Zahl der gemeldeten Infektionen bei 693, wobei allein in einer Woche 99 neue Fälle hinzugekommen sind. Das Gesundheitsministerium in Washington und Bundesstaatsbehörden streiten derweil über die korrekte Erfassung der Opfer. Die aktuellen Todesfälle umfassen zwei Säuglinge, eine 40-jährige Frau sowie einen 18-jährigen Jugendlichen.

Todesfälle bei Säuglingen und Erwachsenen entfachen politische Debatte in den USA

Der Ausbruch hat eine direkte Kontroverse zwischen dem demokratischen Gouverneur Josh Shapiro und Robert F. Das Pennsylvania Department of Health bestätigte, dass die ersten beiden Todesopfer Kleinkinder aus der amischen Gemeinschaft waren, die zu jung für eine Schutzimpfung waren. Kurz nach der Bekanntgabe bezweifelte Kennedy auf der Plattform X die Ursache und sprach von angeblich altogether fabricated Berichten, bevor er später die Einschätzung eines zuständigen Gerichtsmediziners anerkannte.

Gouverneur Shapiro warf dem Bundesgesundheitsminister daraufhin vor, playing games with public health zu betreiben, nachdem die US-Gesundheitsbehörde CDC zunächst gezögert hatte, die Todesfälle aus Pennsylvania in ihre offizielle Statistik aufzunehmen. Das Bundesministerium begründete den ausbleibenden Eintrag mit einer angeblich einheitlichen nationalen Linie.

Die Rolle traditioneller Hebammen im Epizentrum von Lancaster County

Im amischen Lancaster County, das die meisten Infektionen im Bundesstaat verzeichnet, geraten traditionelle Geburtshelferinnen ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Roberta Devers, eine 63-jährige Hebamme mit jahrzehntelanger Berufserfahrung, berichtet von steigenden Anfragen besorgter Eltern. Babies are dying, sagte Devers gegenüber der Presse über die grassierende Infektionswelle.

Roberta Devers, Hebamme, warnte, dass zu viele Babys sterben werden.

Die nicht staatlich regulierten Hebammen betreuen traditionelle Hausgeburten in der amischen Gemeinschaft. Während Devers selbst den vollständigen Impfplan der Kindheit erhielt, entschied sie sich später gegen eine Immunisierung ihres Sohnes. Angesichts der aktuellen Welle plädiert sie nun jedoch dafür, dass jeder Masern-Impfungen erhalten sollte, der dazu in der Lage ist. Sie kritisiert, dass gesetzliche Hürden es freiberuflichen Geburtshelferinnen verbieten, medizinische Behandlungen wie Impfungen durchzuführen.

Medizinische Hintergründe und sinkende Herdenimmunität

Gesundheitsexperten warnen vor einer Verharmlosung der Virusinfektion, deren Symptome bei Patienten wie dem charakteristischen Hautausschlag und Fieber von Hebammen bei täglichen Vorsorgeuntersuchungen beobachtet werden. Nach Angaben der Centers for Disease Control and Prevention bieten zwei Dosen der Masern-Mumps-Röteln-Impfung einen Schutz von 97 Prozent, während ungeimpfte Personen bei Kontakt zu 90 Prozent erkranken.

Die aktuellen Todesfälle in Pennsylvania umfassen neben den beiden Säuglingen auch eine ungeimpfte 40-jährige Frau in Jefferson County, die an den Folgen der Infektion innerhalb einer Woche verstarb. Greg Furlong, der zuständige Gerichtsmediziner und Bürgermeister von Summerville, betonte im Gespräch mit dem Pennsylvania Department of Health nahestehenden Berichterstattern, dass die Frau trotz Vorerkrankungen bis zu ihrer Infektion im Alltag aktiv war. Ein weiterer Todesfall betraf einen 18-jährigen ungeimpften Jugendlichen aus Mifflin County, der an einer seltenen Gehirn- und Rückenmarksentzündung infolge der Masern starb.

Fachleute sehen in den sinkenden Impfquoten seit der Coronavirus-Pandemie einen Hauptgrund für die Ausbreitung. In Regionen wie Lancaster County liegt die Durchimpfungsrate demnach deutlich unter den erforderlichen 95 Prozent zur Aufrechterhaltung der Herdenimmunität.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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