Der frühere Rapper der Söhne Mannheims, Marlon B. James, ist im Alter von 60 Jahren auf Jamaika bei einem bewaffneten Überfall getötet worden.
Tödlicher Überfall auf Jamaika erschüttert Musikwelt
Der Musiker Marlon B. James, der jahrelang als Sänger und Rapper Teil der Söhne Mannheims war, ist im Norden von Jamaika gewaltsam zu Tode gekommen. Nach vorliegenden Berichten fuhren bewaffnete Angreifer mit einem Auto vor, stürmten das Lokal und eröffneten das Feuer.
Bei dem Verbrechen starben neben dem 60-jährigen Musiker zwei weitere Männer im Alter von 22 und 42 Jahren. Die jamaikanische Zeitung «The Gleaner» berichtete unter Berufung auf die Polizei, dass der 60-jährige Marlon James und der 22-jährige Sazaree Clarke im Inneren der Bar angeschossen wurden, während sich der 42-jährige Peter Fagan vor dem Gebäude befand, als auch auf ihn geschossen wurde. Die Täter flüchteten anschließend vom Tatort. Die jamaikanische Polizei übergab den Fall an die Major Investigation Division, während die Hintergründe der Tat zunächst völlig unklar blieben.
Die Söhne Mannheims nehmen Abschied
Die Band war gerade auf dem Weg zu einem Konzert in Österreich, als sie von Marlon Bs Tod erfuhren – zunächst durch eine Medienanfrage über ein jamaikanisches Radio, das von einem Sprecher als glaubwürdig eingeschätzt wurde. Ein Sprecher der Söhne Mannheims erklärte später, dass aus dem Kreis der Familie der Tod bestätigt worden sei. Die Band teilte mit: «Die Band ist unfassbar traurig.»
Michael Klimas, Songschreiber und seit 2004 Teil der deutschen Gruppe, äußerte sich im Gespräch mit Blick tief betroffen über den gewaltsamen Verlust: «Zuerst konnten wir das nicht glauben, bis uns dann Marlons Familie seinen Tod leider bestätigt hat.» Er sei dankbar für jede Minute, die er mit Marlon B zusammen auf der Bühne hatte, wirkte zugleich wütend und sagte: «Der Mord hat uns die Chance genommen, uns von Marlon zu verabschieden.»
Musikalische Prägung und Rückzug nach Jamaika
Marlon B. James kam 1999 zu den unter anderem von Xavier Naidoo gegründeten Söhnen Mannheims («Geh davon aus»). Er hat schon das im Jahr 2000 erschienene Debütalbum «Zion» musikalisch mitgeprägt, war rund 25 Jahre Teil der Band und wirkte als Rapper und Sänger mit. Er war unter anderem Co-Autor des Songs «Das hat die Welt noch nicht gesehen», das 2008 veröffentlicht wurde.

Nachdem er 2017 seine Bandmitgliedschaft ausklingen liess, kehrte er 2020 während Corona in seine alte Heimat Jamaika zurück, verlegte seinen Lebensmittelpunkt dorthin und betrieb dort eine Bar.
Gedenken bei den kommenden Konzerten
Die Band postete auf ihren Social-Media-Accounts ein Schwarz-Weiss-Bild von James. Dazu zitierte sie Zeilen aus dem Song «Das hat die Welt noch nicht gesehen»: «Love is unseen. Love is your dream. But love is no dream. Love is so real. Even though it’s unseen.» (Deutsch: «Liebe ist unsichtbar. Liebe ist dein Traum. Aber Liebe ist kein Traum. Liebe ist so real. Auch wenn sie unsichtbar ist.»)

Die Söhne Mannheims kommen am 2. Oktober ins Volkshaus in Zürich. Die Band wird ihr Piano-Konzert in Graz sowie den Auftritt in Zürich dem Rapper widmen.
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