Tausende Demonstrierende sind am Samstag in Frankreich und ganz Europa auf die Straße gegangen, um gegen hohe Lebenshaltungskosten und Missstände im Bildungssystem zu protestieren. Innenminister Laurent Nuñez verzeichnete rund 320.000 Teilnehmende landesweit und Hunderte Festnahmen nach Auseinandersetzungen mit der Polizei in mehreren Städten.
Proteste und Polizeieinsatz in Frankreich
Innenminister Laurent Nuñez verzeichnete rund 320.000 Teilnehmende landesweit und Hunderte Festnahmen am Samstag, den 31. Oktober 2026, in Paris, Marseille und Toulouse. Jugendorganisationen und Gewerkschaften bezifferten die Beteiligung vom Samstag derweil auf fast eine halbe Million Menschen, während eine Woche zuvor Behörden noch 410.000 Demonstrierende gezählt hatten und der Auftakt am 17. Oktober mehr als 500.000 Personen mobilisiert hatte, wie Frankreichs Innenministerium erklärte.
Die Behörden hatten rund 70.000 Polizisten und Gendarmeriekräfte im Land zusammengezogen. In der Hauptstadt mussten Protestmärsche an den Stadtrand ausweichen. Das Innenministerium meldete bis zum Nachmittag mehr als 290 Festnahmen bei 27 vorläufigen Festnahmen gegen 14:00 Uhr, während Berichte von insgesamt 511 Ingewahrsamnahmen sprachen. Sicherheitskräfte setzten Tränengas und Blendgranaten ein, um Gruppen maskierter Randalierer auseinanderzutreiben.
Forderungen junger Menschen gegen Lebenshaltungskosten
Im Zentrum der von Studenten, Gewerkschaften und der Bewegung der Gelbwesten getragenen Kundgebungen standen die steigenden Lebenshaltungskosten, soziale Ungleichheit und marode öffentliche Dienste. Besonders junge Menschen machten ihrem Ärger über unzureichende Bedingungen an Schulen und Universitäten Luft.

Der 21-jährige Student berichtete von katastrophalen Zuständen in seiner Unterkunft und schloss sich den Märschen an, um auf die Krise aufmerksam zu machen. Neben wirtschaftlichen Nöten forderten Demonstrierende in Nantes und anderen Städten laut einer Teilnehmerin, Camille Guérin, nein zu den Lebenshaltungskosten, nein zur extremen Rechten, ja zu den Forderungen der Oberschüler, ja dazu, den Bürgern eine Stimme zu geben
. Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in weniger als sechs Monaten äußerten Teilnehmende scharfe Kritik am Kurs der Regierung von Präsident Emmanuel Macron.
Ausweitung der Demonstrationen auf Deutschland
In Deutschland mobilisierte eine Initiative namens Gen Z regelt
nach eigenen Angaben zehntausende Jugendliche in mehr als 30 Städten für Demonstrationen, darunter Berlin, Frankfurt und München. Die Welle des jugendlichen Protests griff am Samstag auch auf andere europäische Staaten über.
Die Forderungen der Demonstrierenden richteten sich auf Bildung, Gesundheit, Klimaschutz und ein bezahlbares Leben sowie gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht. In Berlin versammelten sich junge Menschen am Brandenburger Tor.
Wir fordern, dass mehr Geld in soziale Dienste und Bildung sowie in den Klimaschutz investiert wird – kurzum in unsere Zukunft – denn wir sind diejenigen, die am längsten davon betroffen sein werden und damit leben müssen.

Während die Märsche in der deutschen Hauptstadt weitgehend friedlich blieben und Geschäfte vorsorglich verbarrikadiert wurden, kam es auch in Albanien zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Jugendlichen und der Polizei. Minister Laurent Nuñez beschrieb das Werfen eines Molotowcocktails gegen Sicherheitskräfte als Teil einer außergewöhnlichen Gewalt, während Wirtschaftsverbände wie die Handelskammer unter der Leitung von Alain Di Crescenzo vor Sorgen der Ladenbesitzer warnten.
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