Der Agrarkonzern Fenaco schliesst den Standort Sursee seiner Tochterfirma Inoverde per Ende Juni 2027. Von der Schliessung der traditionellen Obsthalle sind 44 Mitarbeitende sowie rund 130 bis 290 Obstproduzenten betroffen. Grund sind hohe anstehende Investitionen in die historische Bausubstanz und ein starker Preisdruck im Schweizer Früchtemarkt.
Die Schliessung der bekannten Obsthalle in Sursee markiert eine drastische Zäsur für die Innerschweizer Landwirtschaft. Der Agrarkonzern Fenaco hat am Dienstag den definitiven Entscheid bekannt gegeben, den Inoverde-Standort per 30. August endete.
Millioneninvestitionen in historischer Bausubstanz nicht zu rechtfertigen
Sursee ist der älteste und kleinste der insgesamt drei Verarbeitungsstandorte von Inoverde, die sich um die Abnahme, Lagerung und Vermarktung von Kern- und Steinobst kümmern. Die weiteren Zentren befinden sich in Perroy im Kanton Waadt und in Charrat im Wallis. Die historische Bausubstanz der Obsthalle über zwei Geschosse führt im Betrieb zu aufwendigen Prozessen.
Angesichts der vergleichsweise geringen Mengen an Kern- und Steinobst, die am Standort verarbeitet werden, lassen sich diese Kosten laut Unternehmensangaben nicht rechtfertigen. Die Aufrechterhaltung des Standorts Sursee verursacht unverhältnismässig hohe Kosten
, erklärt Samuel Wyssenbach, Mitglied der Geschäftsleitung von Inoverde, in den Berichten. Je effizienter wir arbeiten, desto mehr Wertschöpfung können wir an unsere Produzentinnen und Produzenten weitergeben.
„Die Aufrechterhaltung des Standorts Sursee verursacht unverhältnismässig hohe Kosten. Je effizienter wir arbeiten, desto mehr Wertschöpfung können wir an unsere Produzentinnen und Produzenten weitergeben.“
Samuel Wyssenbach, Mitglied der Geschäftsleitung von Inoverde
Konsequenzen für 44 Mitarbeitende und die regionale Obstproduktion
Von dem Schritt sind insgesamt 44 Angestellte direkt betroffen. Für sie kommt ein Sozialplan zur Anwendung. Nach Möglichkeit sollen die Beschäftigten an anderen Standorten von Inoverde oder innerhalb der Fenaco-Landi-Gruppe weiterbeschäftigt oder bei der externen Stellensuche aktiv unterstützt werden, berichtet Der Schweizer Bauer.

Auch für die Landwirte hat die Schliessung spürbare Folgen. Je nach Quelle sind rund 130 bis 290 Obstproduzenten in der Genferseeregion, im Wallis, in der Zentralschweiz und in der Ostschweiz von den Strukturen des Unternehmens abhängig. Die in Sursee verarbeitete Menge entspricht etwa 20 Prozent der von Inoverde vermarkteten Kern- und Steinobstmengen. Wir rechnen mit einer durchschnittlichen Menge an Kern- und Steinobst im mittleren vierstelligen Tonnenbereich pro Jahr, die nun über Tobi abgewickelt werden
, teilte die Fenaco-Medienstelle mit.
Partnerschaft mit der Tobi Seeobst AG als Anschlusslösung
Da bereits heute mehr als die Hälfte der in Sursee verarbeiteten Obstmengen aus der Ostschweiz stammt, hat Inoverde eine Kooperation vereinbart.

Dank der Partnerschaft mit der Tobi Seeobst AG können wir unseren Produzentinnen und Produzenten auch nach der Schliessung des Standorts Sursee Kontinuität und Planungssicherheit bieten
, sagt Inoverde-Chef Michel Nick zu dem Schritt. Die Aktivitäten für Kern- und Steinobst werden künftig vollständig auf die modern ausgestatteten Leistungszentren in Perroy und Charrat konzentriert, während der Gesamtmarkt für Schweizer Früchte weiter unter enormem Preis- und Kostendruck steht.
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