Die St. Galler SVP-Ständerätin Esther Friedli hat überraschend bekannt gegeben, dass sie als Favoritin nicht für die Nachfolge von Bundesrat Guy Parmelin kandidieren will. Stattdessen will die 49-jährige Politikerin sich auf ihr aktuelles Mandat im Ständerat konzentrieren und im kommenden Jahr die Wiederwahl anstreben.
Absage am Rande der Olma in St. Gallen
Zuvor galt die Ständerätin in Teilen der Schweizer Volkspartei als Kronfavoritin aus der Deutschschweiz. Nach dem angekündigten Rücktritt von Bundesrat Guy Parmelin hatten viele Parteimitglieder mit einer Kandidatur der 49-jährigen Ostschweizerin gerechnet. Sie sitzt seit sieben Jahren im Parlamentsbetrieb und leitet im Ständerat die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen.
Fokus auf das Parlament und den Familienbetrieb
Statt ins Bundesratsrennen einzusteigen, setzt die St. Gallerin auf Kontinuität in der kleinen Kammer. Meine Zukunft liegt im Ständerat
, begründete sie den Entscheid. Im kommenden Jahr will sie sich erneut zur Wahl stellen und betonte, sie würde sich freuen, wenn ich nochmals gewählt werde und ich mich dann weiterhin mit all meiner Kraft und Vehemenz für St. Gallen einsetzen darf
.

Ich würde mich freuen, wenn ich nochmals gewählt werde und ich mich dann weiterhin mit all meiner Kraft und Vehemenz für St. Gallen einsetzen darf.
Ein weiterer zentraler Aspekt für ihre Absage ist die Verknüpfung mit ihrer beruflichen Existenz abseits von Bern. Gemeinsam mit ihrem Ehemann und früheren Parteichef Toni Brunner betreibt sie das «Haus der Freiheit» in Ebnat-Kappel. Der Gastronomiebetrieb beschäftigt inzwischen über zwangzig Angestellte. Ein Wechsel in die Landesregierung hätte bedeutet, diese unternehmerische Arbeit an vorderster Front aufzugeben.

Reaktionen und verbleibende Namen im Partei-Rennen
Im Vorfeld wurde in Medienberichten auch ein reines Frauenticket mit Natalie Rickli ins Gespräch gebracht. Die Zürcher Regierungsrätin gilt ebenfalls als bundesratsfähig, ist jedoch bereits für die kantonale Regierungsratswahl 2027 nominiert.
Weitere Namen, die in der Partei für das Mandat gehandelt werden, umfassen den Thurgauer Nationalrat Pascal Schmid, Parteipräsident Marcel Dettling sowie die Genfer Nationalrätin Céline Amaudruz. Für die Nachfolge von Guy Parmelin sucht die Findungskommission gezielt nach Persönlichkeiten, die für das Justiz- oder das Verteidigungsdepartement infrage kommen.
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