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Technik und Wissenschaft

Erneuerbare Energien erreichen Rekordanteil an deutscher Stromerzeugung

Der Anteil erneuerbarer Energien an der deutschen Stromerzeugung hat im ersten Halbjahr 2026 einen neuen historischen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stammten fast 60 Prozent des ins Netz eingespeisten Stroms aus sauberen Quellen, getrieben vor allem durch kräftigen Windstrom und eine rückläufige Importabhängigkeit.

Statistisches Bundesamt meldet 59,1 Prozent Ökostrom im ersten Halbjahr 2026

Der grüne Umbau des deutschen Energiemixes schreitet weiter voran. Im ersten Halbjahr 2026 erreichte der Anteil erneuerbarer Energien an der inländischen Stromerzeugung einen neuen Rekordwert von 59,1 Prozent. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, kletterte die tatsächliche Stromeinspeisung aus erneuerbaren Quellen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent auf insgesamt 136,4 Milliarden Kilowattstunden.

Insgesamt wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 230,6 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und in das deutsche Netz eingespeist. Dies entspricht einem Gesamtzuwachs der Stromerzeugung von 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreshalbjahr. Während konventionelle Energieträger ebenfalls eine leichte Steigerung verzeichneten, sank deren prozentualer Anteil an der Gesamtmenge deutlich, da der Zuwachs bei den Erneuerbaren wesentlich stärker ausfiel.

Windkraft als stärkste Energiequelle nach windarmem Vorjahr

Wichtigster Energieträger im deutschen Strommix blieb im Berichtszeitraum die Windkraft. Ihre Produktion legte um 12,3 Prozent zu und erreichte 67,7 Milliarden Kilowattstunden. Damit entfielen 29,4 Prozent der gesamten Stromeinspeisung allein auf die Windenergie.

Statistiker verweisen jedoch auf einen statistischen Basiseffekt als wesentlichen Grund für den kräftigen Zuwachs. Im langfristigen Vergleich bewegt sich die Windstromproduktion nun wieder auf einem durchschnittlichen Niveau.

Hinter der Windkraft behauptete sich die Kohleverstromung trotz eines leichten Rückgangs von 0,5 Prozent als zweitwichtigste Stütze des Netzes. Kohlekraftwerke lieferten einen Anteil von 21,4 Prozent. Die Photovoltaik verzeichnete ein Plus von 3,5 Prozent und steuerte 17,8 Prozent zur deutschen Strommenge bei. Auf Erdgas entfielen 16,5 Prozent der Erzeugung, wobei die Gaskraftwerksleistung um 6,4 Prozent zulegte.

Stabiler Außenhandel und sinkende Netto-Importe

Die Umstellung des Energiemixes spiegelt sich auch im grenzüberschreitenden Stromhandel wider. Während die deutschen Stromimporte im ersten Halbjahr um 8,7 Prozent auf 34,5 Milliarden Kilowattstunden sanken, bauten die Exporture ihre Lieferungen ins Ausland um 14,9 Prozent auf 33,9 Milliarden Kilowattstunden aus.

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Photo: br.de

Unter dem Strich schrumpfte der deutsche Importüberschuss massiv. Im ersten Halbjahr 2025 hatte dieser Importüberschuss noch 8,3 Milliarden Kilowattstunden betragen.

Langfristiger Wandel und politischer Ausblick

Die aktuellen Zahlen des Bundesamtes bestätigen einen tiefgreifenden, langfristigen Strukturwandel im deutschen Energiesektor. Seit dem Jahr 2018 ist die Erzeugung aus erneuerbaren Energien um gut ein Viertel gestiegen, während sich die Produktion aus konventionellen Quellen in demselben Zeitraum annähernd halbiert hat. Bereits seit 2023 wird in Deutschland mehr Strom aus Wind, Sonne und Biogas erzeugt als aus fossilen Energieträgern.

Erneuerbare Energien erreichen Rekordanteil an deutscher Stromerzeugung
Photo: n-tv.de

Mit Blick auf den geplanten schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung bis spätestens 2038 bereitet die Bundesregierung den Bau neuer Gaskraftwerke vor. Diese sollen als gesicherte Leistung einspringen, wenn wetterbedingt zu wenig Solar- und Windstrom zur Verfügung steht, um die Versorgungssicherheit des Landes zu gewährleisten.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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