Der israelische Präsident Isaac Herzog hat am Samstag den ehemaligen Soldaten Elor Azaria begnadigt und dessen Vorstrafe wegen fahrlässiger Tötung aus dem Jahr 2016 gelöscht. Azaria hatte damals einen verwundeten palästinensischen Angreifer in Hebron erschossen, was zu heftigen innenpolitischen Kontroversen und internationalen Reaktionen führte.
Zehn Jahre nach der folgenschweren Tat im Westjordanland hat die Begnadigung durch den israelischen Präsidenten Isaac Herzog den damaligen Fall juristisch endgültig abgeschlossen. Die Entscheidung, die auf Empfehlung von Verteidigungsminister Israel Katz getroffen wurde, verkürzt die verbleibende Frist zur Löschung von Azarias kriminellem Eintrag.
Hintergrund der Tat von 2016 in Hebron
Der Fall geht auf einen Vorfall im März 2016 in der Stadt Hebron zurück. Der damalige Armäsanitäter Elor Azaria näherte sich dem palästinensischen Angreifer Abdel Fattah al-Sharif, der zuvor einen israelischen Soldaten mit einem Messer attackiert und verletzt hatte. Al-Sharif lag bereits seit etwa elf Minuten wehrlos und verwundet am Boden, nachdem er von Einsatzkräften angeschossen worden war, als Azaria ihm aus nächster Nähe in den Kopf schoss.
Die Tat wurde von einer Handykamera festgehalten und breit verbreitet. Im darauffolgenden Gerichtsverfahren vor einem Militärgericht berief sich der Soldat darauf, dass er eine Sprengstoffweste befürchtet habe; die Richter wiesen diese Begründung jedoch zurück. Azaria wurde 2017 wegen fahrlässiger Tötung verurteilt und zu 18 Monaten Haft verurteilt, wovon er nach einer Verkürzung schließlich neun Monate hinter Mgittern verbrachte, bevor er im Mai 2018 entlassen wurde.
After many long years in which Azaria bore the consequences of his actions, the president believes that the circumstances as a whole, the passage of time, and the regret he expressed justify allowing him to open a new chapter in his life. Büro von Präsident Isaac Herzog, über Al Jazeera
Interne Kontroverse zwischen Politik und Militärführung
Die Entscheidung des Präsidenten stieß keineswegs auf einhellige Zustimmung innerhalb der staatlichen Institutionen. Während Verteidigungsminister Israel Katz den Schritt als right, humane and fitting decision
bezeichnete und betonte, dass der Staat seine Kämpfer nicht im Stich lasse, hatte das Militär selbst erhebliche Einwände erhoben.

In einem offiziellen Schreiben an den Verteidigungsminister hatte der israelische Generalstabschef Generalleutnant Eyal Zamir im Juli klargestellt, dass die Armee gegen den Straferlass stehe. Zur Begründung hieß es, Azaria habe auch ein Jahrzehnt nach seiner Verurteilung es vermieden, Reue zu zeigen und die Verantwortung für seine Taten zu übernehmen.
Politische Reaktionen und internationale Verurteilung
Rechtsgerichtete Minister begrüßten die Begnadigung ausdrücklich. Der Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, äußerte sich auf der Plattform X tief bewegt und forderte in diesem Zusammenhang auch ein Gnadengesuch für den wegen Korruption angeklagten Premierminister Benjamin Netanjahu.

Auf internationaler und palästinensischer Seite hatte der Vorfall seinerzeit scharfe Reaktionen hervorgerufen. Das palästinensische Außenministerium bewertete die Erschießung damals als außergerichtliche Hinrichtung und Kriegsverbrechen. Zudem belegte die US-Regierung unter Joe Biden im Jahr 2024 Azaria und dessen engste Familienangehörige wegen des Vorfalls mit Einreisesperren für die Vereinigten Staaten.
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