Die deutsche Nationalmannschaft besiegte Curaçao am Sonntag in Houston mit 7:1 in ihrem Auftaktspiel der Weltmeisterschaft 2026. Nach einem frühen Ausgleich des WM-Neulings dominierten die Mannschaft von Julian Nagelsmann das Spiel. Es ist der erste Sieg zum Auftakt seit dem WM-Triumph 2014 in Brasilien.
Der Spielverlauf in Houston: Von der Fehlzündung zum Torrausch
Deutschland startete die Mission in den USA, Kanada und Mexiko mit einer deutlichen Machtdemonstration gegen den FIFA-Weltranglistenen 82. Wie BILD berichtet, eröffnete Felix Nmecha den Torreigen bereits in der 6. Minute nach einem Doppelpass mit Florian Wirtz.
Die Euphorie hielt jedoch nicht lange an. Ein Fehler von Nico Schlotterbeck führte dazu, dass der Ball in die Füße von Comenencia landete, dessen abgefälschter Schuss über Manuel Neuer rutschte. Der Ausgleich zum 1:1 löste im Block der mitgereisten Fans aus Curaçao Ekstase aus und markierte den ersten WM-Treffer in der Geschichte des Inselstaates.
Die deutsche Elf reagierte jedoch prompt. Schlotterbeck machte seinen Fehler in der 38. Minute wett, als er eine Ecke von Nathaniel Brown per Kopf zum 2:1 verwertete. Kurz vor der Pause erhöhte Kai Havertz per Foulelfmeter in der Nachspielzeit (45.+5) auf 3:1.
Nach dem Seitenwechsel überrollte Deutschland den Gegner. Jamal Musiala traf in der 46. Minute zum 4:1. Es folgten weitere Treffer durch Nathaniel Brown (68.), Deniz Undav (78.) und ein zweites Tor von Kai Havertz in der 88. Minute zum Endstand von 7:1.
Manuel Neuers Rekord-Comeback mit einem Dämpfer
Das Spiel markierte die Rückkehr von Manuel Neuer ins Tor der Nationalmannschaft. Mit 40 Jahren wurde Neuer zum ältesten deutschen Nationalspieler der Geschichte und übertraf damit den bisherigen Rekord von Lothar Matthäus, der 39 Jahre und 91 Tage alt war.
Trotz des Gegentors zum 1:1, das Neuer in seinem Comeback-Spiel einschenken musste, erreichte er einen weiteren Meilenstein. Laut Berichten der WELT absolvierte Neuer sein 20. WM-Spiel und zog damit mit Hugo Lloris als Rekordtorwart der Weltmeisterschaften gleich.
„Jeder wünscht sich einen guten Start. Es ist wichtig, dass wir so viel Spielfreude an den Tag gelegt haben. Die Spieler, die hereingekommen sind, haben sehr viel Energie gebracht. Es hat sich gut angefühlt, mit der Mannschaft auf den Platz zu stehen.“
Manuel Neuer, NationaltorhüterDie Torschützen und Nagelsmanns Strategie
Bundestrainer Julian Nagelsmann betonte nach dem Spiel die geschlossene Teamleistung. Dass sechs verschiedene Spieler auf der Torschützenliste standen, sieht er als Beleg für eine gefährliche Offensive, die aus allen Teilen des Spielfelds agiert.
Besondere Anerkennung erhielt Deniz Undav, der nach seiner Einwechslung ein Tor erzielte und zwei weitere vorbereitete. Joyn berichtet, dass Nagelsmann Undav explizit als notwendigen „Finisher“ für ein solches Turnier lobte.
„Ich freue mich extrem für die Mannschaft. Bei den letzten beiden Weltmeisterschaften waren die Auftaktspiele nicht gut. Nach dem Ausgleich mussten wir uns erst einmal kurz sammeln. Du musst dann erst einmal sieben Tore machen, auch gegen Curaçao.“
Julian Nagelsmann, BundestrainerAuch Nathaniel Brown hob die Bedeutung des frühen Weckrufs durch das Gegentor hervor. Er bezeichnete den Treffer von Curaçao als unnötig, räumte aber ein, dass er dem Team möglicherweise geholfen habe, „aufzuwachen“.
Internationale Reaktionen: Zwischen „brutaler Lektion“ und Warnungen
Die Weltpresse wertete den Kantersieg in Houston als deutliches Signal an die Konkurrenz. Während einige Medien die Dominanz feierten, mahnten andere zur Vorsicht, da Curaçao kein echter Gradmesser für die kommenden Aufgaben sei.

Wie Sky.
- Daily Mail (England): Sprach von einer „brutalen Lektion“ für den Außenseiter und einer „klaren Botschaft“ an die Rivalen.
- The Guardian (England): Stellte fest, dass Deutschland „keine Gnade“ kannte, warnte jedoch, dass „wesentlich ernsthaftere Prüfsteine noch bevorstehen“.
- The Sun (England): Beschrieb, wie der viermalige Weltmeister den „Fußball-Zwerg“ überrollte.
- Gazzetta dello Sport (Italien): Sah im Sieg eine Möglichkeit, die „Geister der Vergangenheit“ und die Enttäuschungen der letzten beiden Weltmeisterschaften zu vertreiben.
- El Universal (Mexiko): Betonte den historischen Moment für Curaçao, das trotz der Niederlage sein erstes WM-Tor erzielte.
Historische Einordnung des Kantersiegs
Das 7:1 ist einer der höchsten Siege Deutschlands in der Geschichte der Weltmeisterschaften. Nur einmal zuvor gelang ein noch deutlicheres Ergebnis zum Auftakt: der 8:0-Sieg gegen Saudi-Arabien bei der WM 2002 in Japan und Südkorea.
Ein weiteres 7:1 gelang Deutschland bereits 2014 im Halbfinale gegen den Gastgeber Brasilien, ein Weg, der letztlich zum Titel führte. Dass Deutschland nun erstmals seit 2014 wieder ein Eröffnungsspiel gewinnt, wird als psychologisch wichtiger Faktor gewertet, um die negativen Erfahrungen der vergangenen Turniere zu überwinden.
Trotz der statistischen Überlegenheit bleibt die Kernfrage für die nächsten 30 Tage: Kann die Mannschaft von Nagelsmann diese Spielfreude gegen Top-Nationen beibehalten? Der Sieg gegen den WM-Neuling Curaçao ist ein wichtiger erster Schritt, doch die eigentliche Prüfung der Ambitionen auf den fünften Stern beginnt erst mit den kommenden Gruppenspielen.
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