Die deutsche Nationalmannschaft besiegte den WM-Debütanten Curacao am Sonntag in Houston mit 7:1. Nach einem frühen Führungstreffer und einem kurzen Ausgleich dominierte das Team von Julian Nagelsmann das Spiel und erzielte den ersten Auftaktsieg seit 2014. Kai Havertz glänzte mit einem Doppelpack in der Partie im NRG Stadium.
Der Spielverlauf glich einer Demonstration der Kräfte. Felix Nmecha eröffnete den Torreigen bereits in der sechsten Minute mit einem präzisen Schlenzer ins rechte Eck, nachdem er sich mit Florian Wirtz in einen eleganten Doppelpass gespielt hatte. Laut sport.ORF.at war dies der Beginn einer Partie, in der die deutsche Mannschaft ihre Favoritenrolle als FIFA-Zehnte gegen die Nummer 82 der Weltrangliste voll ausspielte.
Kurzzeitig schien Curacao jedoch die Geschichte des Spiels zu schreiben. In der 21. Minute sorgte Livano Comenencia für Ekstase im Block der mitgereisten Fans, als sein abgefälschter Schuss über die Hand von Manuel Neuer rutschte. Dieser Treffer markierte das erste WM-Tor in der Geschichte des Inselstaates.
Die deutsche Reaktion folgte prompt. Nico Schlotterbeck machte seinen Anteil an der gegnerischen Torchance mit einem Kopfballtreffer in der 38. Minute wett. Kurz vor der Pause verwandelte Kai Havertz einen Elfmeter zum 3:1, nachdem Nmecha ein Foul durch Bazoer provoziert hatte. Wie BILD berichtete, beendete Jamal Musiala mit seinem Treffer in der 47. Minute unmittelbar nach dem Seitenwechsel alle Hoffnungen der Außenseiter auf eine Sensation.
Rekorde für Manuel Neuer und Dick Advocaat
Neben dem Ergebnis lieferte das Spiel statistische Meilensteine. Manuel Neuer, der nach Wadenproblemen in den Kasten zurückkehrte, wurde mit 40 Jahren und 79 Tagen zum ältesten deutschen Teamspieler der Geschichte und löste damit Lothar Matthäus ab.

Auch auf der Trainerbank wurde Geschichte geschrieben. Der niederländische Coach von Curacao, Dick Advocaat, stellte mit 78 Jahren und 260 Tagen einen Rekord als ältester WM-Trainer der Geschichte auf. Der Altersunterschied zwischen ihm und Julian Nagelsmann betrug beachtliche 39 Jahre und 299 Tage.
Das Trauma von 2014: Reaktionen aus Brasilien
Das Ergebnis von 7:1 löste in der brasilianischen Presse starke Emotionen aus, da es an das historische Debakel der Seleção gegen Deutschland im Halbfinale 2014 erinnert. Die brasilianische Zeitung O Tempo sprach von einem Brasilien-Tag
für Curacao und schrieb, dass die Weltmeister die brasilianischen Zuschauer das Trauma erneut durchleben ließen.

Die Analyse von Folha de Sao Paulo ging noch weiter. Das Blatt konstatierte, dass Deutschland durch diesen Kantersieg zur torreichsten Mannschaft in der Geschichte der Weltmeisterschaften aufgestiegen ist, obwohl Deutschland weniger Turnierteilnahmen vorweisen kann als Brasilien. Auch Globoesporte betonte die Wiederholung des historischen Ergebnisses von 2014, nachdem Deutschland den frühen Schreckmoment gegen Curacao verdaut hatte.
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David gegen Goliath: Die Diskrepanz der Dimensionen
Der Kontrast zwischen den Kontrahenten war in Houston physisch und demografisch greifbar. Curacao ist mit rund 158.000 Einwohnern und einer Fläche von 444 Quadratkilometern das kleinste Land, das jemals an einer Weltmeisterschaft teilgenommen hat. Zum Vergleich: Die Bevölkerungszahl entspricht etwa der Stadt Salzburg, die Fläche jener von Wien. Deutschland hingegen rekrutiert seine Spieler aus einem Land mit 83 Millionen Bewohnern.
„Der gnadenlose viermalige Weltmeister erteilt dem Außenseiter in Houston eine brutale Lektion bei der Weltmeisterschaft, die Mannschaft von Julian Nagelsmann sendet ihren Rivalen eine klare Botschaft.“Daily Mail, via Ligaportal
Trotz der Niederlage wird der Auftritt von Curacao als historischer Erfolg gewertet. Laut Kurier zeigte die Mannschaft aus der Karibik einen leidenschaftlichen und aufopferungsvollen Einsatz. Julian Nagelsmann selbst bezeichnete die Begegnung als ein Pokalmatch im Zeichen von David gegen Goliath
, wie die Oberösterreichische Nachrichten zitierten.
Effizienz in der Offensive und nächste Schritte
Die deutsche Offensive zeigte eine bemerkenswerte Breite. Ein halbes Dutzend verschiedener Torschützen zeugt davon, dass aus allen Teilen des Spielfelds Gefahr ausging. Nach dem 4:1 erhöhten Nathaniel Brown in der 68. Minute und Deniz Undav in der 78. Minute, bevor Havertz mit einem Traumlupfer in der 88. Minute den Endstand festlegte.

| Spieler | Minute | Art des Treffers |
|---|---|---|
| Felix Nmecha | 6. | Schlenzer |
| Nico Schlotterbeck | 38. | Kopfball |
| Kai Havertz | 45.+5 | Elfmeter |
| Jamal Musiala | 47. | Regulärer Treffer |
| Nathaniel Brown | 68. | Regulärer Treffer |
| Deniz Undav | 78. | Regulärer Treffer |
| Kai Havertz | 88. | Lupfer |
Nach diesem souveränen Start richtet sich der Blick nun auf die kommenden Herausforderungen. Deutschland trifft am nächsten Samstag in Toronto auf die Elfenbeinküste. Curacao hingegen muss am 21. Juni gegen Ecuador antreten, wobei die Mannschaft trotz der schweren Niederlage durch die Unterstützung tausender Fans in Houston einen emotionalen Erfolg verbuchen konnte.
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