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Bericht deckt auf: Trump-Smartphone ist nur umlackiertes HTC

Das Trump-Smartphone T1 ist laut einer Analyse von iFixit im Kern ein goldlackiertes HTC U24 Pro aus dem Jahr 2024. Die Untersuchung belegt, dass das als patriotisch beworbene Gerät fast vollständig auf chinesischer Technik basiert, während die versprochene US-Produktion sich laut Experten auf eine minimale Endmontage in Florida beschränkt.

Hardware-Identität: Ein Rebrand aus China

Hardware-Identität: Ein Rebrand aus China
Photo: it boltwise

Die technische Substanz des T1 ist kaum von einem zwei Jahre alten Mittelklassegerät zu unterscheiden. Eine detaillierte Zerlegung durch die Reparaturplattform iFixit ergab, dass das Trump-Handy nahezu identisch mit dem HTC U24 Pro ist. Die Experten nutzten Computertomografen und Mikroskopaufnahmen, um die Übereinstimmung zu bestätigen.

Wie Heise Online berichtet, stimmen die Hauptplatine, der Snapdragon 7 Gen 3 Prozessor sowie die Speicherbelegung mit 12 GByte Arbeitsspeicher und 512 GByte Flash-Speicher exakt überein. Sogar das Samsung-OLED-Panel ist das gleiche. In einem Test gelang es den Technikern sogar, die Platine des HTC-Modells problemlos in das Gehäuse des T1 einzubauen, woraufhin das Gerät einwandfrei funktionierte.

Die Unterschiede sind weitgehend kosmetisch. Das T1 trägt eine goldene Lackierung und ein neues Logo. Kleinere Abweichungen finden sich lediglich beim Lochmuster des Lautsprechergitters und einer minimal versetzten Position des Blitzmoduls.

Die „Made in USA“-Kontroverse und FTC-Richtlinien

Die "Made in USA"-Kontroverse und FTC-Richtlinien
Photo: Der Standard

Die Vermarktung des T1 vollzog eine deutliche rhetorische Kehrtwende. Ursprünglich warb Trump Mobile mit dem Slogan „Made in USA“. Nachdem die ersten Vorbestellungen eingingen, wurden diese Formulierungen auf der Website entfernt. An ihre Stelle traten Begriffe wie „American-Proud Design“.

Auf der Verpackung der ausgelieferten Geräte steht nun „Proudly Assembled in the USA“. Die Trump Organization gibt an, dass das Handy von einem Team in Florida aus zehn Einzelteilen zusammengesetzt wird. Diese Definition der Montage ist jedoch rechtlich problematisch.

Laut Watson.ch analysierte Experten erfüllt das Gerät nicht die strengen Kriterien der US-Handelsbehörde FTC für die Bezeichnung „Made in America“. Wesentliche Bestandteile müssen für dieses Label aus den USA stammen und dort verarbeitet werden. Da Gehäuse und Display höchstwahrscheinlich als fertige Einheiten aus China geliefert werden, bleibt die US-Wertschöpfung marginal.

Es ist wahrscheinlich, dass hier ein sogenannter Original Design Manufacturer (ODM) im Spiel ist. Diese Firmen entwickeln technische Plattformen, die anschließend unter verschiedenen Markennamen verkauft werden.

Technische Kompromisse beim Akku und Laden

Technische Kompromisse beim Akku und Laden
Photo: BILD

Einzig beim Akku gibt es substanzielle Hardware-Änderungen, die jedoch zwiespältig ausfallen. Das T1 nutzt eine Zelle eines philippinischen Herstellers namens Newlix Mfg Inc.

Merkmal HTC U24 Pro (Original) Trump T1
Akkukapazität 17,23 Wattstunden 19,35 Wattstunden (5.000 mAh)
Ladeleistung 60 Watt 30 Watt

Obwohl die Kapazität beim Trump-Handy etwas größer ist, wurde die Ladeleistung im Vergleich zum Original halbiert. Nutzer müssen somit deutlich länger warten, bis das Gerät wieder einsatzbereit ist. IT Boltwise weist darauf hin, dass dieser minimale Kapazitätsgewinn den Verlust an Ladegeschwindigkeit im Alltag nicht kompensiert.

Preisgestaltung und mangelnde Reparierbarkeit

Das T1 wird für 499 US-Dollar angeboten. Damit liegt es preislich fast gleichauf mit dem baugleichen HTC U24 Pro, das bei US-Händlern für etwa 550 US-Dollar erhältlich ist. Käufer zahlen für das goldene Design und die vorinstallierte Truth-Social-App also keinen nennenswerten Aufpreis, erhalten aber Technik aus dem Jahr 2024.

Besonders kritisch bewertet iFixit die Nachhaltigkeit des Geräts. Beide Smartphones erhalten einen Reparatur-Score von nur 3 von 10 Punkten. Gründe hierfür sind:

  • Fehlende Servicehandbücher für unabhängige Reparaturen.
  • Kein offizieller Zugang zu Ersatzteilen.
  • Eine strukturelle Auslegung, die eher auf den Wegwurf als auf die Instandsetzung setzt.

Zusätzlich gibt es Bedenken hinsichtlich der langfristigen Unterstützung. BILD berichtet, dass HTC für das Vorbild U24 Pro lediglich zwei Jahre Software-Updates versprach. In der EU gelten mittlerweile Mindeststandards von fünf Jahren für Sicherheitsupdates. Es bleibt unklar, wie lange Trump Mobile den Support für das T1 aufrechterhalten wird.

Das Produkt illustriert eine Strategie, bei der ein patriotisches Narrativ über die technische Innovation gestellt wird. Während die Verpackung amerikanische Werte suggeriert, bleibt die Lieferkette tief in chinesischen Produktionsmodellen verwurzelt. Für den Nutzer bedeutet dies den Erwerb eines veralteten Mittelklassegeräts in einer luxuriösen Optik.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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