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Technik und Wissenschaft

Citadel baut über 80 % des Risikos aus Situational-Awareness-Portfolio ab

Citadel hat nach dem spektakulären Einbruch des auf Künstliche Intelligenz spezialisierten Hedgefonds Situational Awareness mehr als 80 Prozent des aggregierten Risikos aus dem erworbenen Portfolio abgebaut. Dies geht aus einem Kundenbrief von Ken Griffin hervor, den der Milliardär und Firmenchef am Freitag, den 21. August 2026, veröffentlichte.

Ken Griffin bestätigt den schnellen Abbau der Risiken

Der Gründer und Chef von Citadel wandte sich am Freitag in einem Brief an seine Kunden, um erstmals Details über die Übernahme von Vermögenswerten des Hedgefonds Situational Awareness preiszugeben. Demnach ist es dem Multi-Strategie-Haus gelungen, über 80 Prozent des Gesamtrisikos des ursprünglichen Portfolios abzubauen.

Die Transaktion nahm ihren Anfang Ende Juli. Am 29. Nur einen Tag später wurde öffentlich, dass Situational Awareness nach massiven Verlusten gezwungen war, sämtliche börsennotierte Aktienpositionen zu liquidieren. Erst im Nachhinein wurde Citadel als Käufer der illiquiden und unter Druck geratenen Werte identifiziert.

Ken Griffin, Gründer und CEO von Citadel, erklärte, dass eine Transaktion dieser Größenordnung ohne die außergewöhnliche Kooperation der Handels- und Prime-Brokerage-Teams bei den für beide Firmen tätigen Banken nicht hätte abgeschlossen werden können.

In seinem Schreiben hob Griffin besonders die reibungslose Zusammenarbeit der beteiligten Banken hervor. Griffin zeigte sich dankbar für den konzentrierten Einsatz bei der zügigen Übertragung des Portfolios und äußerte sich entsprechend anerkennend im Kundenbrief.

Vom hochriskanten KI-Handel zum erzwungenen Abverkauf

Der Fonds hatte sein Kapital stark auf den Handel rund um Künstliche Intelligenz konzentriert. Aschenbrenner vertrat die Überzeugung, dass die Technologie die Wirtschaft und die Welt grundlegend umkrempeln werde. Gleichzeitig hielt der Fonds Short-Positionen auf bestimmte Softwareunternehmen, die nach Ansicht vieler Investoren durch KI bedroht schienen.

Citadel baut über 80 % des Risikos aus Situational-Awareness-Portfolio ab
Photo: Crypto Briefing

Im Juni und Juli geriet diese Strategie jedoch massiv unter Druck, während breitere Indizes weitgehend seitwärts tendierten. Aktien, bei denen der Fonds hohe Einsätze hielt – darunter Sandisk und Bloom Energy –, brachen um mehr als 50 Prozent ein. Gleichzeitig erholten sich Softwarewerte wie Adobe, sodass der Fonds sowohl mit seinen Long- als auch mit seinen Short-Positionen Verluste einfuhr. Diese doppelte Belastung führte zu Nachschussforderungen (Margin Calls) und erzwungenen Notverkäufen.

Wie Analysten und Berichte im Zuge der Transaktion festhielten, kaufte Citadel das Portfolio in Form von großen Block-Trades auf. Während der Ausverkauf im Juni und Juli den Tiefpunkt des Marktes markierte, hat sich der Handel mit KI-Werten seit dem Eingreifen von Citadel wieder erholt.

Starke Performance des Wellington-Fonds

Im Zuge des Briefes bestätigte das Unternehmen, dass der Flaggschiff-Fonds Wellington im Juli eine Rendite von 5,94 Prozent erzielt hat. Damit verzeichnete der Multi-Strategie-Fonds nach früheren Berichten den besten monatlichen Ertrag seit dem Jahr 2022.

Citadel baut über 80 % des Risikos aus Situational-Awareness-Portfolio ab
Photo: Seeking Alpha
Martin Shkreli: How Ken Griffin Took Over Leopord's Stock Positions (Situational Awareness LP)
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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