Eine kremlfreundliche Desinformationskampagne hat offenbar ChatGPT von OpenAI als Werkzeug genutzt, um Putin-freundliche Texte in Onlinegruppen zu verbreiten. Recherchen des Nachrichtenmagazins SPIEGEL vom August 2026 enthüllen die Aktivitäten, bis OpenAI die entsprechenden Konten beziehungsweise die Kampagne stoppte.
Eine Onlinegruppierung hat Künstliche Intelligenz für politisch motivierte Fake-News-Kampagnen eingesetzt. Wie Recherchen von SPIEGEL-Redakteuren Max Hoppenstedt Heinrichs und Nikolai Antoniadis zeigen, wurde dabei offenkundig auf die Technologie von OpenAI zurückgegriffen, um kremlfreundliche Inhalte zu erzeugen und zu streuen. Die betroffenen Akteure nutzten ChatGPT unter anderem dazu, Narrative im Sinne der russischen Regierung zu formulieren.
Einsatz von ChatGPT für Kreml-Narrative
Im Zentrum der im August 2026 bekannt gewordenen Aktivitäten stand die gezielte Verbreitung von Falschinformationen. Laut den Recherchen verwendete eine Gruppierung die KI-Anwendungen, um gezielt Putin-freundliche Texte zu generieren. Ein Beispiel für die dabei verbreiteten Parolen lautet demnach: Deutsche Fachkräfte verlassen das sinkende Schiff
.
Die KI fungierte dabei laut den Berichten als unfreiwilliger Gehilfe bei der automatisierten Erstellung von Textmaterial für politische Einflussnahme.
Recherchen führen zu israelischem Thinktank
Die Hintermänner der Operation agierten im Verborgenen, doch SPIEGEL-Recherchen brachten Licht in die Struktur der Kampagne. Demnach steckt hinter der Onlinegruppierung wohl ein israelischer Thinktank, der die Operation steuerte und die technologischen Mittel einsetzte, um die prorussischen Botschaften zu verbreiten.
Das Vorgehen verdeutlicht, vor welchen Herausforderungen Betreiber von kommerziellen Künstlichen Intelligenzen stehen.
Intervention von OpenAI
Das Treiben der Gruppierung fand ein Ende, als der Betreiber der Technologie reagierte. Laut den vorliegenden Berichten stoppte OpenAI die missbräuchliche Nutzung seiner KI-Systeme, nachdem die Aktivitäten im Rahmen der Fake-News-Kampagne erkannt worden waren.

Welche konkreten technischen Maßnahmen OpenAI zur Unterbindung ergriff und ob weitere Plattformen betroffen waren, geht aus den Berichten vom 25. August 2026 nicht im Detail hervor. Die Auswertung der Vorfälle zeigt jedoch, wie anfällig generative KI für den verdeckten Einsatz in geopolitischen Desinformationsoperationen bleibt.
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