In der Nacht vom 24. auf den 25. Oktober 2026 stellen die meisten europäischen Länder die Uhren von 3 Uhr auf 2 Uhr zurück. Damit endet die Sommerzeit und es gilt wieder die Normalzeit. Die Regelung bringt den Bahnverkehr durcheinander, berührt arbeitsrechtliche Fragen für Nachtschichten und bleibt trotz anhaltender EU-Debatten bestehen.
Rückkehr zur Normalzeit im Oktober 2026
Zweimal im Jahr bringt die Zeitumstellung den Alltag durcheinander und betrifft nur eine einzige Stunde. In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober 2026, ist es wieder so weit: Die Uhren werden in Deutschland und den meisten anderen europäischen Ländern um eine Stunde zurückgestellt – von 3 Uhr auf 2 Uhr. Damit endet die Mitteleuropäische Sommerzeit (MESZ) und es gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit (MEZ), die umgangssprachlich oft als Winterzeit bezeichnet wird. Eingeführt wurde die Sommerzeit im Jahr 1973 anlässlich der Ölkrise, um durch eine gewonnene Stunde Tageslicht für Unternehmen und Haushalte Energie zu sparen. Frankreich machte damals den Anfang, während Österreich den Start 1979 beschloss und Deutschland sie nach einem früheren, zwischen 1916 und späterer Abschaffung erprobten Versuch im Jahr 1980 erneut einführte. Seit 1996 stellen alle EU-Staaten in derselben Nacht um.
Für die Uhrenumstellung selbst muss heutzutage bei den meisten Geräten kein Handgriff mehr getan werden. Smartphones, Computer und Funksuhren passen sich in der Regel automatisch an. Die gesetzliche Zeit überwacht der Fachbereich Zeit und Frequenz der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Die Weitergabe erfolgt unter anderem über den Langwellensender DCF77, das Internet, Telefonzeitdienste und Satellitenverbindungen, wodurch rund hundert Millionen Uhren umspringen. Einige andere Geräte wie Backöfen, herkömmliche Wecker, analoge Wanduhren oder Zeitschaltuhren müssen hingegen manuell bedient werden.

Zur Orientierung bei der halbjährlichen Umstellung dienen verschiedene Eselsbrücken: Im Frühjahr werden die Gartenstühle vor die Tür gestellt und die Uhren vorgestellt, während im Herbst die Möbel in den Schuppen zurückgeholt und die Uhren zurückgestellt werden. Alternativ hilft das Thermometer mit der Überlegung, dass es im Frühjahr ins Plus und im Herbst ins Minus geht. Die Änderung hat zudem spürbare Auswirkungen auf den Tag-Nacht-Rhythmus: Die Sonne geht am Tag der Umstellung früher unter, und es kann zu Müdigkeit, Schlafproblemen oder Konzentrationsschwierigkeiten kommen.
Auswirkungen auf den Schienenverkehr der Deutschen Bahn
Die Umstellung auf die Normalzeit stellt den Bahn-Fahrplan vor logistische Herausforderungen. Wenn sich die Uhrzeit in jener Nacht auf 3 Uhr zubewegt und Funksuhren auf 2 Uhr zurückspringen, stehen Fernzüge im wahrsten Sinne des Wortes still. Fernzüge bleiben bei der Zeitumstellung von Sommer- auf Normalzeit eine Stunde lang stehen, um zu verhindern, dass sie am Zielbahnhof eine Stunde zu früh eintreffen. Sie warten in dieser Stunde an einem Bahnhof oder vor dem nächsten Streckensignal und fahren anschließend nach regulärem Plan weiter. Wer im Nachtzug unterwegs ist, erlebt eine ungewöhnlich ruhige Fahrt mit einem einstündigen Stopp.
Bei S-Bahnen handhabt die Deutsche Bahn dies anders: Diese Züge lässt das Unternehmen zumeist doppelt fahren, wie etwa um 2:34 Uhr Sommerzeit und nochmals um 2:34 Uhr Normalzeit. Erst 24 Stunden nach der Umstellung fahren alle Züge wieder im gewohnten Takt, während im Frühjahr auftretende Verspätungen von einer Stunde von den Gästen in Kauf genommen werden müssen.
Arbeitsrechtliche Regelungen für die verlängerte Nachtschicht
Für Beschäftigte, die in dieser Nacht arbeiten, bedeutet die Umstellung eine Stunde mehr Arbeitszeit. Ein eigenes Gesetz für die Zeitumstellung existiert nicht; stattdessen ist entscheidend, was im Arbeitsvertrag, im Tarifvertrag oder mit dem Betriebsrat vereinbart ist.

Fehlen entsprechende Klauseln, muss man bei der Umstellung auf die Winterzeit in der Regel eine Stunde länger arbeiten. Das Bundesarbeitsgericht entschied bereits im Jahr 1985, dass ein rund um die Uhr laufender Betrieb Lücken zwischen zwei Schichten vermeiden darf. Wer normalerweise um 6 Uhr abgelöst wird, bleibt somit bis 6 Uhr nach neuer Zeit.
Die Extrastunde muss grundsätzlich auch vergütet werden, wie der DGB-Rechtsschutz als Rechtsdienst der Gewerkschaften bestätigt. Ausnahmen kann es laut Bundesarbeitsgericht bei Spitzenverdienern in gehobenen Positionen geben, oder wenn der Vertrag klar eine Überstundenpauschale regelt.
Internationale Debatte und der politische Stillstand in Europa
Die 27 EU-Mitgliedsländer konnten sich bislang nicht einigen, und die Abstimmung wurde auf unbestimmte Zeit vertagt, da sonst ein Flickenteppich verschiedener Zonen in Europa droht. Spanien fordert derweil ein Ende der Blockade, während Italien über eine dauerhafte Sommerzeit debattiert.
- China: Nutzt im gesamten riesigen Staatsgebiet mit fünf geografischen Zonen seit 1991 eine einheitliche Standardzeit ohne Sommerzeit.
- Brasilien: Stellte das System im Februar 2019 ein, da durch veränderte Spitzenlasten und den Einsatz von Klimaanlagen kein Energiespareffekt mehr nachweisbar war.
- Mexiko: Verabschiedete im Oktober 2022 im Senat das Gesetz zur Abschaffung der Sommerzeit und kehrte landesweit zur Standardzeit zurück, mit Ausnahme weniger grenznaher Kommunen zu den USA.
- Ukraine: Beschloss die dauerhafte Festlegung auf die Standardzeit, um Biorhythmus-Belastungen zu vermeiden und sich von der Moskauer Zeitzone abzugrenzen, wobei die Umsetzung noch aussteht.
In Regionen nahe dem Äquator schwankt die Tageslänge im Jahresverlauf kaum, weshalb eine künstliche Verschiebung dort keinen wirtschaftlichen Sinn ergibt. Die Zeitumstellung gilt daher auch im Jahr 2026 unverändert fort.
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