Russische Truppen haben am ersten Oktoberwochenende 2026 die strategisch wichtige Südbrücke und weitere Dnipro-Querungen in Kiew mit Drohnen angegriffen, während Bundeskanzler Friedrich Merz die ukrainische Hauptstadt besuchte. Die Eskalation beeinträchtigt den Alltagsverkehr und die Infrastruktur der Dreimillionenstadt massiv, während die Zahl der gemeldeten Kriegsopfer laut Militärangaben steigt.
Drohnenangriffe treffen Kiewer Brücken
Der Ukraine-Krieg hat Kiew an den ersten Tagen des Oktobers 2026 mit erneuter Wärte getroffen. Innerhalb von nur zwei Tagen schlugen nach Berichten mehrerer Medien mehrfach russische Drohnen in der Nähe der Stützstruktur der Pivdennyi-Brücke – auf Deutsch Südbrücke – ein. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigte die Angriffe über den erneuten Angriff auf die Brücke via Telegram und entsandte umgehend Notfalldienste zum Ort des Geschehens.
Am Sonntag gegen 10:30 Uhr traf eine russische Drohne zudem die nördliche Brücke, die das rechte und linke Ufer des Dnipro-Flusses miteinander verbindet. Die Angriffe beschränkten sich jedoch nicht nur auf die südliche Verkehrsader. Dutzende Arbeiter räumten Trümmer beiseite, und Soldaten an Luftabwehrstellungen beobachteten den Himmel, während ein mehrere Meter breites Loch auf der Straße prangte. Eine 35-jährige Barista, die in der Nähe arbeitet, schilderte die Szenen: Die Drohne flog direkt über mich hinweg und stürzte in die Brücke
, sagte Hanna Dolia. Es stieg ein Rauchpilz auf, und die Zeugin berichtete von großer Angst, da sich viele Autos auf der Brücke befanden. Sie geht nun zu Fuß nach Hause und hat Angst davor, den öffentlichen Nahverkehr zu benutzen. Laut ihren Schilderungen ist ihr Arbeitsweg jetzt eine Lotterie aus 15 Minuten mit dem Bus oder stundenlang im Stau, weshalb viele Menschen nun zu Fuß gehen.

Die Drohne flog direkt über mich hinweg und stürzte in die Brücke.
Hanna Dolia, Barista in Kiew, via Taz
Die Stadtverwaltung von Kiew (KMDA) verfügte nach den Anschlägen drastische Verkehrsbeschränkungen. Die Südbrücke wurde für den gesamten Auto- und U-Bahn-Verkehr gesperrt, nachdem am 1. Oktober der Kiewer Bürgermeister Vitali Klitschko zwei Treffer durch russische Drohnen in der Nähe des Stützpfeilers der Südbrücke gemeldet hatte. Gemäß den neuen Vorschriften der Polizei dürfen Fahrzeuge nun ohne Einschränkungen über die Südbrücke vom linken zum rechten Ufer fahren, während in der Mitteilung der Polizei nicht näher auf die Verkehrsregelung für die U-Bahn über die Brücke eingegangen wird. Bei alternativen Passagen wie der Podilsko-Voskresenski-Brücke erfolgt eine beidseitige Verkehrssperrung in den ersten 15 Minuten nach der Luftalarm-Ausrufung, gefolgt von einer weiteren 15-minütigen Blockade unmittelbar nach Entwarnung. Nach Ablauf jedes dieser Zeiträume wird der Verkehr wieder vollständig freigegeben. Die Nordbrücke, die Darnytski-Brücke, die Paton-Brücke und die „Metro“-Brücke sind ohne alarmbedingte Einschränkungen befahrbar, wobei die zuvor angekündigten Einschränkungen auf der Darnytska-Brücke und der „Metro-Brücke in den neuen Vorschriften nicht vorgesehen sind.
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Gegen Sonntagmittag wurde der Verkehr über die nördliche Brücke wieder freigegeben. Ein städtischer Arbeiter erzählte an Stromkabeln werkelnd, dass die Internet- und Stromverbindung wiederhergestellt werde.
Bundeskanzler Friedrich Merz reist in die ukrainische Hauptstadt
Die Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt ereigneten sich ausgerechnet während des Besuchs einer deutschen Delegation unter der Leitung von Bundeskanzler Friedrich Merz, der am 4. Oktober in Kiew vom ukrainischen Außenminister Andrii Sybiha begrüßt wurde. Hanna Dolia bemerkte dazu, dass die Stadt normalerweise ruhig sei, wenn ausländische Delegationen da sind, und sie am Morgen bei der Nachricht über Merz‘ Eintreffen noch auf einen ruhigen Tag gehofft hatte.
Während einer Sitzung des Verteidigungsrates der Hauptstadt am 2. Oktober erklärte Bürgermeister Vitali Klitschko, die Hauptstadt befinde sich in einer sehr dramatischen Lage
. Seine Worte machten deutlich, dass ein Leben wie in Friedenszeiten in der Metropole nicht mehr aufrechterhalten werden kann. Das ukrainische Außenministerium stellte jedoch klar, dass keine entsprechenden Anfragen vorliegen.
Experten analysieren wirtschaftliche und strategische Folgen
Experten weisen darauf hin, dass die Angriffe auf die Kiewer Brücken weit über rein lokale Verkehrsbehinderungen hinausgehen.
Sollten die Menschen Furcht davor haben, weiter im Stadtgebiet zu residieren und ihrer Arbeit nachzugehen, könnte dies negative Konsequenzen nach sich ziehen und das ukrainische Durchhaltevermögen schwächen. Er analysierte weiter, dass es nicht viele Brücken über den Dnipro gibt und manche in keinem guten Zustand sind, wodurch nicht nur die Stadt, sondern das ganze Land verwundbar wird und Russland gerne das linke und das rechte Ufer des Dnipro voneinander abschneiden würde.
Generalstab meldet massive Verluste
Laut Berichten soll Russland im Ukraine-Krieg mehr als 1,53 Millionen Soldaten verloren haben, während mehr als 12.000 Panzer vernichtet worden sein sollen, dazu mehr als 50.000 Artilleriesysteme und mehr als eine halbe Million Drohnen. Parallel zu den verstärkten Luftangriffen auf Kiew wurden im Zuge des Krieges massive Verluste gemeldet. Diese Angaben stammen aus der Ukraine und sind weder zu verifizieren noch unabhängig bestätigt worden, während Russland selbst keine Angaben zu Verlusten im Ukraine-Krieg macht.
Die Reparaturarbeiten an den Kiewer Verkehrsachsen nach den Drohneneinschlägen laufen unter Hochdruck an, während Sorgen für einen zuverlässigen Versicherungsschutz für eine sichere Einreise und einen sicheren Aufenthalt in der Ukraine aufkommen und Reisende laut Reisehinweisen die passenden Policen wählen sollen.