US-Finanzminister Scott Bessent hat in Washington eine umfassende Kampagne zur Verschärfung der Iran-Sanktionen vorgestellt, um das Teheraner Regime wirtschaftlich zu isolieren.
Die US-Regierung treibt ihren wirtschaftlichen Druckkurs gegen Teheran massiv voran. US-Finanzminister Scott Bessent kündigte in Washington eine weitreichende Offensive an, die den Iran von den verbleibenden globalen Finanzströmen abtrennen soll. Die von der Administration als economic d-day
titulierte Strategie soll über die kommenden Wochen hinweg ausgerollt werden und zielt laut offiziellen Angaben darauf ab, jedes wirtschaftliche Rettungsnetz des Landes zu kappen.
Sanktionspaket visiert iranischen Bankensektor und Schattennetzwerke an
Im Zentrum der neuen Maßnahmen steht der Ausbau von Sekundärsanktionen gegen Akteure, die Geschäfte mit dem Iran tätigen. Das US-Finanzministerium hat nach eigenen Angaben rund 60 Entitäten und Staaten identifiziert, die ins Visier genommen werden könnten, sollten Verhandlungen erfolglos bleiben oder Handelspartner wie China nicht einlenken. Gleichzeitig forderte Bessent die Schließung aller Filialen der staatlichen Bank Melli, die als Irans größte Bank in etwa einem Dutzend Ländern aktiv ist.
Zusätzlich zu den Finanzsanktionen hat das Office of Foreign Assets Control (OFAC) gezielte Strafmaßnahmen gegen hochrangige iranische Sicherheitsverantwortliche verhängt. Darunter befindet sich Ali Larijani, der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, dem von Washington vorgeworfen wird, zu gewaltsamen Schritten gegen regierungskritische Demonstranten aufgerufen zu haben. Betroffen sind zudem 18 Personen und Organisationen, die laut US-Behörden an einem konspirativen Schattenbanking-System beteiligt sind, um Einnahmen aus Öl- und Petrochemieexporten zu verschleiern und an den iranischen Staatskassen vorbei für Unterdrückungsmaßnahmen zu leiten.
Blockade zeigt Wirkung bei Ölexporten und schürt globale Marktängste
Die wirtschaftliche Härte des Vorgehens spiegelt sich bereits in den Exportzahlen wider. Während die iranische Währung im Vorfeld der Ankündigungen auf Rek Tiefststände fiel, zeigt vor allem die maritime Blockade der iranischen Häfen durch die USA und Israel Wirkung. Daten von Rohstoffanalysten wie Kpler belegen, dass die iranischen Rohölausfuhren von durchschnittlich 1,75 Millionen Barrel pro Tag vor den Angriffen im Februar bis zum August auf nur noch 255.000 Barrel täglich eingebrochen sind.

An den Energiemärkten hinterlassen diese Spannungen deutliche Spuren.
Reaktionen aus Teheran und die diplomatische Zerreißprobe mit Peking
Die Führung in Teheran reagierte entschlossen auf den wirtschaftlichen Druck. Mohsen Rezaei, der Sekretär des iranischen Sicherheitsrats, warnte, dass bei einer Ausweitung des Wirtschaftskrieges kein einziger Tropfen Öl mehr aus dem Persischen Golf exportiert werde und jede Unterstützung der US-Maßnahmen als kriegerischer Akt gewertet werde. Auch der iranische Außenminister Abbas Araqchi verurteilte die Sanktionen als Wirtschaftsterrorismus, der von innenpolitischen Problemen in den Vereinigten Staaten ablenken solle.

Besonders brisant ist die Situation im Verhältnis zu China, das traditionell einen Großteil des iranischen Rohöls abnimmt. Während US-Vertreter betonen, dass chinesische Raffinerien und Banken bei Missachtung der Sanktionen mit massiven Konsequenzen im US-Finanzsystem rechnen müssen, verweist Peking darauf, dass wirtschaftlicher Druck keine Probleme löst. Bessent selbst räumte ein, dass ein sofortiges und kompromissloses Inkrafttreten aller Sanktionen das globale Finanzsystem destabilisieren könnte, und betonte den Vorzug gradueller Verhandlungen.
US-Finanzminister Scott Bessent erklärte rhetorisch, warum er das globale Finanzsystem in die Luft sprengen wolle.
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