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Technik und Wissenschaft

Analysten warnen vor Risiken bei KI-Infrastrukturanbietern

Neocloud-Anbieter, die sich aus dem Krypto-Mining heraus entwickelt haben, profitieren von dem aktuellen KI-Boom.

Krypto-Mining und der aktuelle Boom künstlicher Intelligenz nutzen oft dieselbe physische Infrastruktur. Mehrere spezialisierte Cloud-Firmen wie CoreWeave, IREN, Core Scientific und Applied Digital begannen ursprünglich im Krypto-Sektor, bevor sie von der explosionsartigen Nachfrage nach Rechenleistung profitiert haben. CoreWeave wurde im Jahr 2017 mit Fokus auf Ethereum gegründet, während ein prominenter Ausreißer wie Nebius als Yandex NV aus dem Umfeld von Russlands Google-Pendant hervorging, bevor im Jahr 2024 die Abspaltung und Umbenennung erfolgte. Als OpenAI im Jahr 2022 ChatGPT vorstellte, waren diese Infrastrukturanbieter positioniert, um den plötzlichen Bedarf zu decken.

CoreWeave und die Finanzierung über langfristige Leasingverträge

Die Finanzierung dieser Infrastruktur erfolgt meist über langfristige Verträge mit großen Technologiekonzernen, die dringend Rechenleistung benötigen. Branchenanalyst Cory Johnson von der Recherche-Einrichtung The Quiet Period erklärt, dass diese Verträge gemeinsam mit den gekauften KI-Chips als Kreditsicherheit dienen. Weil die teure Hardware komplett im Voraus bezahlt werden muss, gehört Verschuldung zum Geschäftsmodell dieser Cloud-Unternehmen.

Dass Kreditgeber diesen Weg mitgehen, liegt oft an der Bonität der Endkunden. This helps explain how CoreWeave accumulated $35.1bn (£26.3bn) in debt, sagte Johnson mit Blick auf den Marktführer, dessen Kunden große Konzerne wie Microsoft oder Meta umfassen. Zwar ist CoreWeave im Vergleich zu diesen Tech-Giganten deutlich kleiner, profitiert jedoch davon, dass Kreditgeber eher auf die finanzielle Stärke der Großkunden blicken als auf das Neocloud-Unternehmen selbst.

Analysten warnen vor Risiken bei KI-Infrastrukturanbietern
Foto: khanlist.com

Marktvolatilität und die Warnungen von Analysten

Dieser rasante Aufbau geht mit erheblichen Risiken einher. Melissa Otto von S&P Global bezeichnete die Entwicklung im Rahmen ihrer Beobachtungen als It’s an arms race. Gleichzeitig verweist Forrester-Analyst Charlie Dai auf die Kehrseite des Modells, das im Falle von Kurswechseln ein greater financial risk mit sich bringt. Solche Reaktionen zeigten sich, als Microsoft und Google geringere KI-Ausgaben als von Wall Street erwartet in Aussicht stellten, woraufhin die Aktienskurse mehrerer Neoclouds einbrachen.

Auch an den Börsen spüren Anleger den Druck. CoreWeave verlor im Laufe eines Monats rund ein Viertel seines Aktienwertes, während Nebius, IREN und Applied Digital ähnliche Verluste verzeichneten. Dennoch fordern Investoren angesichts steigender Zinsen und teurerer Refinanzierungen höhere Renditen.

Sollte sich die KI als Blase erweisen – und platzen –, werden Neocloud-Firmen definitiv Kollateralschäden davontragen.

Bradley Tusk, Tusk Ventures

Strukturelle Hürden und Konsolidierung am Markt

Die Abhängigkeit von wenigen Großkunden und steigende Zinsen belasten die Branche zusätzlich. Elon Musk prognostizierte in den sozialen Medien, dass diese Herausforderungen bei mehr als 200 kleineren Anbietern zu see guppy-level death and consolidation führen könnten, wobei die kleinsten Akteure am verletzlichsten seien. Some will make it through, but not many, fügte er hinzu.

Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Rechenleistung hoch, wie Analysen von Yorkville Ives bestätigen. Dennoch zeigen sich erste Risse im System: Microsoft strich einen Vertrag mit dem britischen Anbieter Nscale wegen Energieversorgungsproblemen, die bis 2030 anhalten könnten, und das australische Unternehmen Firmus verschob geplante IPO-Schritte. Analyst Johnson fasst die Lage zusammen: There’s reason to worry, während die Branche auf die kommenden Börsengänge von OpenAI und Anthropic blickt.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.