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Welt

Verheerende Folgen für die europäische und internationale Versorgung – Trump plant einen Exportstopp für Diesel

Angesichts rasant steigender Spritpreise in den USA und Rekordwerten bei Diesel prüft die Regierung von US-Präsident Donald Trump einen Exportstopp für den Kraftstoff. Ein solcher Schritt könnte laut Branchenexperten verheerende Folgen für die europäische und internationale Versorgung haben und die Preise weltweit weiter antreiben.

Der Ruf nach drastischen Schritten wird im US-Wahlkampf lauter. Während Lastwagenfahrer und Farmer im Land eine Ausfuhrsperre fordern, schlägt die Ölindustrie Alarm vor den internationalen Verwerfungen. Die Pläne der US-Regierung treffen auf eine ohnehin angespannte globale Marktlage, die durch den anhaltenden Iran-Krieg und Engpässe in wichtigen Transportwegen verschärft wird.

Trump fordert Exportverbot und Bessent prüft die Machbarkeit

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US-Präsident Donald Trump hat sich am Rande der UN-Generaldebatte in New York klar positioniert. «Ich habe gesagt, lasst uns den Diesel nicht ausführen und meine Leute dazu angewiesen», erklärte der US-Präsident. Zugleich räumte er ein, dass eine solche Maßnahme auch die Preise für normales Benzin leicht beeinflussen könnte. Die USA produzierten viel Diesel und eine Unterbrechung der Ausfuhren könnte auch einen kleinen Effekt auf die Spritpreise im Land haben, sagte US-Präsident Donald Trump am Rande der Uno-Generalversammlung in New York.

Verheerende Folgen für die europäische und internationale Versorgung - Trump plant einen Exportstopp für Diesel
Foto: nau.ch
Verheerende Folgen für die europäische und internationale Versorgung - Trump plant einen Exportstopp für Diesel
Foto: SRF

Finanzminister Scott Bessent bestätigte, dass die Regierung derzeit die Machbarkeit eines solchen Schritts untersucht. Dabei stehe sowohl ein vollständiger als auch ein teilweiser Exportstopp zur Debatte. In den Vereinigten Staaten kletterte der bundesweite Durchschnittspreis für Diesel zuletzt auf einen neuen Rekordwert von 6,53 US-Dollar pro Gallone. Autofahrer zahlen für Benzin im Schnitt rund 50 Prozent mehr als vor Beginn der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten, was den Druck auf die Republikaner vor den anstehenden Zwischenwahlen im November massiv erhöht.

Gegendruck der Ölindustrie und Argumente von Energieminister Wright

SRF-Wirtschaftsredaktor Manuel Rentsch beschrieb die Gemengelage als ein echtes Dilemma für den Präsidenten: Während landwirtschaftliche Betriebe und Speditionen drastische Entlastungen fordern, versucht die mächtige Ölindustrie das in letzter Sekunde zu verhindern. In einem offenen Brief machen die Konzernbosse massiven Druck und warnen vor dem abrupten Stillstand von Lieferketten.

Trumps Diesel-Stopp hätte für europäische Dieselversorgung „verheerende Folgen

Auch in der Regierung selbst gibt es Widerspruch. Das Weiße Haus wies entsprechende Berichte über ein unmittelbar bevorstehendes Verbot zunächst zurück. Energieminister Chris Wright erklärte, ein Exportstopp könnte die Spritpreise im Inland sogar noch weiter verteuern, da heimische Raffinerien bei fehlenden Absatzmärkten ihre Produktion drosseln müssten.

Verheerende Folgen für die europäische und internationale Versorgung - Trump plant einen Exportstopp für Diesel
Foto: FOCUS online

Globale Schockwellen und Risiken für den europäischen Markt

Die USA gelten als einer der wichtigsten Lieferanten auf dem Weltmarkt und deckten zuletzt rund ein Drittel der europäischen Dieselimporte ab. Das entspricht etwa zehn Prozent des Gesamtangebots – und jetzt erwägt die Trump-Regierung Diesel-Exportbeschränkungen. Ein Ausfuhrverbot würde folglich schwere Lücken reißen. Josh Michalowski von Argus Media warnt: «Selbst ein teilweises Verbot würde die europäische Versorgung erheblich beeinträchtigen». Bei den europäischen Dieselhändlern gilt ein partielles Verbot aktuell als die wahrscheinliche Variante. Ein vollständiges Ausfuhrverbot würde die US-Lagerbestände schnell an ihre Grenzen bringen. Es gäbe dann keine Lagerkapazitäten mehr für überschüssigen Diesel. Bei einem vollständigen Verbot müssten die US-Raffinerien ihre Produktion auf Benzin umstellen oder die Gesamtauslastung drosseln. Nach dem Nahen Osten waren die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren Europas wichtigster Lieferant von Diesel. Vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine war Russland noch einer der wichtigsten Diesel-Lieferanten der EU-Staaten gewesen.

TRUMP VERHÄNGT EXPORTSTOPP FÜR US-DIESEL

Die globale Versorgung ist ohnehin stark strapaziert. Neben dem Ausfall von Mengen aus dem Nahen Osten infolge der iranischen Blockade der Straße von Hormus hat auch Russland seine Ausfuhren wegen interner Treibstoffprobleme gedrosselt. Experteneinschätzungen zufolge drohen in Europa zwar trotz allem keine leeren Zapfsäulen, da der Kontinent rund 70 Prozent seines Bedarfs selbst produziert, doch der Preisdruck dürfte massiv zunehmen.

Folgen für Deutschland und die Schweiz

Die Verbraucher spüren die Belastungen bereits deutlich an den Tankstellen. In Deutschland stieg der bundesweite Durchschnittspreis für Diesel Mitte September auf einen historischen Höchststand von 2,471 Euro pro Liter; vereinzelt wurden sogar Preise von rund drei Euro aufgerufen. Sarah Raffoul von Argus Media verweist darauf, dass die deutschen Märkte stark volatil sind und zusätzlich unter niedrigen Pegelständen am Rhein sowie schwankender Nachfrage leiden. Die Bundesregierung plant daher Entlastungen, darunter einen neuen Tankrabatt sowie eine Spritpreisbremse, die für den kommenden Januar vorgesehen ist.

Auch in der Schweiz, wo der Diesel ebenfalls Rekordpreise erreicht hat, zeigt die Entwicklung Wirkung. Zwar deckt das Land seinen Bedarf überwiegend aus europäischen Raffinerien und der Anlage in Cressier im Kanton Neuenburg, doch steigende Notierungen auf dem europäischen Markt schlagen direkt auf die Eidgenossenschaft durch, wie Manuel Rentsch erläutert: «Und die Bauern und Lastwagenfahrer bezahlen dann noch mehr.»

Trump Eyes Diesel Export Ban as Prices Rise – Experts Say It Won't Fix Pump Prices
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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