Bei der UN-Generaldebatte in New York ist Irans Präsident Massud Peseschkian am Dienstag scharf mit US-Präsident Donald Trump aneinandergeraten. Trotz gegenseitiger Drohungen führten Vertreter der USA und des Irans am Rande erstmals seit Monaten wieder ein dreistündiges Gespräch, während die internationale Diplomatie gleichzeitig auf den Ukraine-Konflikt blickte.
Am Rande der Vereinten Nationen in New York ist es am Dienstag zu einem diplomatischen Austausch zwischen den USA und dem Iran gekommen. Laut übereinstimmenden Berichten dauerte das Treffen der Kriegsparteien drei Stunden. US-Präsident Donald Trump bezeichnete das Gespräch gegenüber Reportern als sehr gut
, während iranische Staatsmedien die Verhandlungen ebenfalls bestätigten.
Peseschkian weist US-Kritik zurück und beklagt Gewaltpolitik
Die diplomatische Annäherung fand inmitten heftiger rhetorischer Auseinandersetzungen statt. Irans Präsident Massud Peseschkian wies in seiner Rede vor der UN-Generaldebatte die Angriffe von US-Präsident Trump vehement zurück. Peseschkian erklärte vor den Delegierten, der Präsident der Vereinigten Staaten habe am Tag zuvor gesagt, sie seien Terroristen, während sie stattdessen Opfer des Terrorismus seien, wie DIE ZEIT berichtet. Während seiner Ansprache verließ der US-Vertreter demonstrativ den Saal.
Peseschkian kritisierte scharf eine internationale Ordnung der Gewalttätigen und warnte vor dem Ersetzen von Diplomatie durch Sanktionen. Zudem betonte er, dass Drohungen gegen seine Nation den Widerstand der iranischen Bevölkerung lediglich vergrößern würden. Gleichzeitig bekräftigte er, dass der Iran die zivile Nutzung von Kernenergie nicht aufgeben werde.
Trump skizziert Optionen und entsendet Unterhändler
Zuvor hatte US-Präsident Trump in seiner Rede zum Auftakt der Generaldebatte zwei Wege für den Iran skizziert: Entweder ein Abkommen, das dem Land wirtschaftliche Stärke ermöglicht, oder die Vernichtung der Islamischen Republik bei Wahl des Krieges. Für die Gespräche am Rande des Treffens setzte Trump seinen Unterhändler Steve Witkoff und seinen Schwiegersohn Jared Kushner ein.
Iranische Staatsmedien und Berichte der New York Times
hoben hervor, dass das Treffen auf Bitten von Witkoff zustande kam und Katar sowie Pakistan als Vermittler fungierten. Außenminister Abbas Araghtschi teilte den US-Vertretern dabei die Bedingungen für eine Öffnung der umstrittenen Straße von Hormus mit. Dazu gehören die sofortige Aufhebung der US-Seeblockade vor der iranischen Küste, die Auszahlung eingefrorener Vermögenswerte sowie das Ende des Konflikts an allen Fronten. Der deutsche Außenminister Johann Wadephul forderte Teheran im Rahmen eigener Gespräche mit seinem iranischen Kollegen Araghtschi ebenfalls auf, den Würgegriff um die Straße von Hormus zu lösen.
Ukraine-Krieg und G20-Einladung rücken in den Fokus
Neben dem Nahost-Konflikt stand auch der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine im Zentrum der diplomatischen Aktivitäten in New York. Neben der erwarteten Rede des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj trafen sich die Außenminister Sergej Lawrow aus Russland und Marco Rubio aus den USA. Der deutsche CDU-Politiker und Außenminister Johann Wadephul begrüßte diesen Austausch als Schritt, der Verhandlungen näherbringen könnte. US-Außenminister Rubio teilte in diesem Zusammenhang mit, dass die USA den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum kommenden G20-Gipfel im Dezember in Miami eingeladen haben.
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