Ein ehemaliger Postbote ist in Utah von einer Bundesjury angeklagt worden, weil er rund 300 Briefwahlunterlagen für die Vorwahlen im Juni in einem Müllcontainer entsorgt haben soll. Der 34-jährige Verdächtige wurde am Dienstag festgenommen und plädierte vor einem Bundesgericht in Salt Lake City auf nicht schuldig.
Die Festnahme und Anklage in Salt Lake City
Der Fall kam ans Licht, nachdem eine Bundesjury den ehemaligen Zusteller Damon Matai Seei bereits am 16. September 2026 angeklagt hatte. Am Dienstag, dem 23. September 2026, folgten die offizielle Festnahme durch die US-Marshals sowie die erste Anhörung im Orrin G. Hatch U.S. Courthouse in Salt Lake City. Die zuständigen Ermittlungsbehörden, zu denen das U.S. Postal Service Office of Inspector General und Homeland Security Investigations gehören, bestätigten die Vorwürfe auf einer Pressekonferenz in Washington, D.C.
Der aus Payson stammende 34-Jährige muss sich vor Gericht wegen unerlaubter Geheimhaltung, Vernichtung und Verzögerung von Postsendungen verantworten. Bei seinem Gerichtstermin plädierte Seei auf nicht schuldig.
Der Tathergang im Gebiet von Eagle Mountain
Die Vorfälle ereigneten sich am oder um den 3. Juni 2026. Seei war an diesem Tag als Postbote für die US-Post im Ort Eagle Mountain im Utah County im Einsatz, wobei er die Vertretung für eine fremde Tour übernahm. Unter den Sendungen, die er an mindestens 300 Anwohner zustellen sollte, befanden sich neben Werbematerial auch amtliche Wahlunterlagen für die anstehenden Vorwahlen.
Wahlberechtigte in Utah County erhielten diese Stimmzettel für die am 23. Juni 2026 angesetzten Vorwahlen per Post. Doch laut den Erkenntnissen der Bundesstaatsanwaltschaft hatte der Zusteller die rund 304 Wahlunterlagen bereits anderthalb Stunden nach Antritt seiner Schicht beiseitegelegt und keinen einzigen davon ausgeliefert.

Wie der kommissarische stellvertretende US-Generalstaatsanwalt Trent McCotter erklärte, sei der Angeklagte der Anklageschrift zufolge damals als Zusteller für das (U.S.
Anstatt die Sendungen zuzustellen, steuerte der Zusteller mit seinem Postfahrzeug einen Müllcontainer auf dem Parkplatz einer örtlichen Kirche an, der regulär nicht zu seiner Route gehörte. Dort warf er die Wahlbriefe sowie weiteres Postgut weg.
Wie der kommissarische stellvertretende US-Generalstaatsanwalt Trent McCotter ausführte, habe der Angeklagte diese Stimmzettel angeblich in einen Müllcontainer auf einem Kirchenparkplatz geworfen, obwohl er wusste, dass es sich dabei um Stimmzettel handelte und diese deutlich als Stimmzettel gekennzeichnet waren.
Das Motiv und die Aufdeckung durch den County Clerk
Zu den Gründen für die Tat äußerten sich sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der Beschuldigte selbst. In einem Regierungsbericht gab der Postbote an, er habe unter einer enormen Arbeitsbelastung gestanden und sich überfordert gefühlt. Er habe die Werbung loswerden wollen, um seine Arbeit zu erleichtern, und bedauerte die Entscheidung als poor decision
aus Frustration und Bequemlichkeit. Einen politischen Hintergrund schloss die Bundesanwaltschaft jedoch ausdrücklich aus.

Der Schwindel flog auf, weil sich verärgerte Anwohner bei der Kreisverwaltung von Utah County beschwerten, dass ihre Briefwahlunterlagen nicht angekommen waren. Der zuständige Wahlleiter Aaron Davidson untersuchte die Beschwerden und stellte fest, dass die Wahlbeteiligung in dem betroffenen Wohngebiet auffällig niedrig war. Eine Überprüfung der Sendungsverfolgung und der GPS-Daten des Postfahrzeugs führte die Ermittler direkt zu dem besagten Parkplatz.
Reaktionen und Bedeutung für das Wahlsystem in Utah
Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Bedeutung der Briefwahl, über die im Bundesstaat Utah normalerweise mehr als 95 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Die US-Anwältin für den Bezirk Utah, Melissa Holyoak, betonte, dass den betroffenen Bürgern durch diese kriminelle Handlung ihr verfassungsmäßiges Recht auf Teilnahme an der Wahl genommen wurde.
Auch Utahs Vizegouverneurin Deidre Henderson äußerte sich zu den Vorwürfen und dankte den Strafverfolgungsbehörden für das konsequente Einschreiten. Sie hob hervor, dass die Verweigerung der legalen Stimmabgabe von den Bundesbehörden genauso ernst genommen werde wie versuchter Wahlbetrug.