Ein rund 774 Gramm schweres Meteoritenfragment vom Fundort am Großen Salzsee ist im Geologischen Institut der University of Utah ausgestellt.
Der Feuerkugel-Einschlag am Großen Salzsee
Am Morgen des 13. August 2022 erschütterte ein lauter Knall das Salt Lake Valley. Ein kosmischer Körper raste mit kosmischen Geschwindigkeiten von rund 20 Kilometern pro Sekunde – umgerechnet etwa 45.000 Meilen pro Stunde – durch die Erdatmosphäre und zog als leuchtende Feuerkugel über den Mittleren Westen und die Bergstaaten der USA hinweg. Das Spektakel wurde von einer Webcam des Skigebiets Snowbasin festgehalten. Sogar der Gouverneur des US-Bundesstaates Utah, Spencer Cox, berichtete in einem Social-Media-Beitrag, dass er den Explosionsknall während eines Laufs in Salt Lake City gehört hatte.
Nach dem Durchtritt durch die Atmosphäre und der Detonation über Utahs bevölkerungsreichster Region zerbrach der Himmelskörper in mehrere Stücke. Die Trümmer stürzten auf den Strandbereich beziehungsweise die Playa am Südufer des Great Salt Lake herab. Jim Karner, Meteoritenexperte und research associate professor in the geology department an der University of Utah, erlebte den Vorfall in seiner eigenen Einfahrt als hörbaren und sichtbaren Knall.
Jim Karner, research professor an der University of Utah, erklärte, dass das Einzigartige an diesem Meteoriten gewesen sei, dass er als Feuerkugel wahrgenommen wurde, die über den Mittleren Westen und die Bergstaaten zog.
Bergung und wissenschaftliche Einordnung des H5-Chondriten
Die Spurensuche nach den Überresten gestaltete sich dank moderner Technologie anders als in früheren Jahrzehnten. Während Forscher früher auf Berichte von Augenzeugen oder Videoaufnahmen angewiesen waren, ließen sich die Flugbahn und der genaue Fallort diesmal über Doppler-Wetterradar und Daten der Wetterdienste in Salt Lake City und Pocatello rekonstruieren. Karner zog rasch einen Kollegen am Johnson Space Center der NASA hinzu, um die Radardaten abzugleichen.

Das größte geborgene Stück, ein faustgroßes Fragment mit einem Gewicht von 774 Gramm, wurde schließlich vom in Arizona ansässigen Meteoritenjäger Robert Ward entdeckt und der Universität übergeben als Schenkung für das Ausstellungsstück.
Mineralogisch gehört der Fund zur Gruppe der gewöhnlichen Chondrite, genauer gesagt handelt es sich um einen H5-Chondrit. Der Buchstabe H steht für den hohen Eisengehalt, der rund 15 bis 19 Prozent des Volumens ausmacht.
Verbindung zum Asteroidengürtel und Ausstellung im Sutton Building
Zudem handelt es sich um den zweiten bekannten beobachteten Meteoritenfall („Fall“) in der Geschichte Utahs. Der erste Vorfall ereignete sich im Jahr 1950 nahe Garland im Box Elder County.

Besucher können den 774 Gramm schweren Hauptfund nun im zweiten Stock des Sutton Building an der University of Utah besichtigen. Das Ausstellungsstück bildet das Herzstück einer neuen Präsentation im Hauptbüro des Department of Geology & Geophysics, die durch Videoaufnahmen und erklärende Materialien ergänzt wird.
Jim Karner, research professor an der University of Utah, führte aus, dass es sich um ein bedeutendes kosmisches Ereignis handele, das nur einmal im Leben vorkomme, und er finde es großartig, da er mit vielen Menschen darüber gesprochen habe und zahlreiche Personen in Salt Lake City diese Explosionen gehört hätten. Es sei wahrlich das Älteste, das diese Menschen jemals miterlebt hätten, da der Gesteinsbrocken 4,56 Milliarden Jahre alt sei.