Der Skandal um den deutschen Auto-Tuning-Influencer Jean Pierre «JP» Kraemer weitet sich aus, nachdem der Gründer der Marke «JP Performance» in Video-Statements eingeräumt hatte, körperlich gegenüber seiner Ehefrau handgreiflich geworden zu sein. Nun hat sich seine Noch-Ehefrau Julia Meck erstmals ausführlich zu Wort gemeldet und ihre Sicht der Dinge geschildert. In einem auf Instagram veröffentlichten Statement widerspricht die 25-Jährige mehreren Darstellungen ihres Noch-Ehemanns.
Julia Meck bricht ihr Schweigen zu den Gewaltvorwürfen
«Vieles habe ich hingenommen. Ich wollte mich aus einer öffentlichen Schlammschlacht heraushalten und mein Privatleben schützen. Aber ich lasse mir nicht alles gefallen», schreibt Julia Meck zu den Gründen für ihren Schritt an die Öffentlichkeit. Kraemer, der durch TV-Formate wie «Die PS-Profis – mehr Power aus dem Pott» bekannt wurde, hatte in seinen Videos von «wechselseitiger Gewalt» gesprochen und behauptet, die Schläge, die er selbst abbekommen habe, seien deutlich heftiger gewesen.
Schockierende Details zum Polizeieinsatz am 26. Juli
Auslöser der aktuellen Entwicklungen war ein Polizeieinsatz am 26. Juli in der gemeinsamen Villa in Dortmund, bei dem Meck den Notruf wählte. Kraemer veröffentlichte später selbst Aufnahmen einer Überwachungskamera, die den Streit dokumentierten. Meck schildert die Situation jedoch völlig anders als ihr Noch-Ehemann, der behauptet hatte, sie sei damals des Hauses verwiesen worden.

«Das ist nicht das, was ich erlebt habe», betont Meck. Wegen zuvor aufgetretener Spannungen in der Beziehung habe sie zu diesem Zeitpunkt ohnehin bereits vorübergehend bei ihren Eltern gewohnt. Zu dem konkreten Übergriff erklärt sie: «Er riss mir die Kette vom Hals, griff mit seiner Hand mein Gesicht und Teile meines Halses und drückte mit einem festen Würgegriff zu.» Sie habe sich lediglich mit einer kleinen Plastikbürste in der rechten Hand gegen seinen Brustkorb wehren können und ihn mit beiden Händen wegestoßen, woraufhin seine Brille zu Boden gefallen sei. «Ich hatte Todesangst», beschreibt die 25-Jährige den Moment, in dem sie weinend aus dem Haus rannte und die Polizei alarmierte. Mittlerweile hat Julia Meck Strafantrag gegen JP Kraemer gestellt.
Jahrelange Kontrolle und Kritik an Kraemers Darstellungen
Neben den körperlichen Übergriffen schildert Julia Meck eine zweijährige Ehe, die stark von Kontrolle und psychischem Druck geprägt gewesen sei. Kraemer habe ihr Aussehen, ihr Lachen und ihr Verhalten kritisiert und sie bei Zuwiderhandlungen mit tagelangem Schweigen bestraft oder in den Ferien in San Francisco einfach zurückgelassen. Die beiden hatten sich kennengelernt, als Meck 16 Jahre alt war; 2023 kamen sie zusammen, 2024 folgte die Hochzeit in den USA, und diesen August kam es schließlich zur Trennung.

Auf die Frage, warum sie trotz der Gewalt so lange bei ihm geblieben sei, nennt Meck Angst sowie den Glauben an die Liebe, Blumen, Briefe und ständige Versprechungen einer Besserung als Gründe. Sie wehrt sich zudem entschieden gegen die Darstellung Kraemers, sie sei finanziell von ihm abhängig oder undankbar gewesen. Sie habe schon vor der Beziehung auf eigenen Beinen gestanden.
Massive Anfeindungen und Kraemers späte Reaktion
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe geriet Julia Meck ins Visier einer breiten Öffentlichkeit und sah sich einem heftigen Shitstorm ausgesetzt, der bis hin zu Vergewaltigungs- und Todesdrohungen gegen sie und ihre Familie reichte. Kritisch merkte sie an, Kraemer habe zu diesen Anfeindungen zunächst geschweigen und sogar einen Social-Media-Beitrag mit «Gefällt mir» markiert, der Gewalt gegen sie ins Lächerliche zog.
Etwa eine Stunde nach Mecks Instagram-Statement reagierte Jean Pierre Kraemer jedoch und wandte sich mit einer Story an seine Anhänger. Darin forderte er seine Community unmissverständlich dazu auf, sämtliche Drohungen und Anfeindungen gegen seine Noch-Ehefrau sowie deren Familie sofort einzustellen. Dies sei «absolut falsch, nicht in meinem Sinne und macht die Situation in keiner Weise besser», so Kraemer.
Für sich selbst zieht Julia Meck inzwischen einen klaren Schlussstrich und blickt nach vorn: «Heute bin ich froh, dass das Schlimmste für mich vorbei ist.»