US-Streitkräfte haben am Dienstag fünf iranische Rohöltanker zerstört, nachdem Teheran zuvor ein Kriegsschiffe der US-Marine mit Raketen angegriffen hatte. Gleichzeitig weiteten vom Iran unterstützte Houthi-Rebellen ihre Angriffe auf Saudi-Arabien aus und trafen Ölanlagen sowie einen Luftwaffenstützpunkt, während Iran Ziele in Jordanien attackierte.
US-Militär zerstört iranische Öltanker nach Angriffen im Persischen Golf
Der Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran in der Straße von Hormus hat am Dienstag eine neue Eskalationsstufe erreicht. Nach Angaben des zuständigen US-Regionalkommandos Centcom hat das US-Militär fünf iranische Rohöltanker zerstört und einen davon versenkt. Die Vergeltungsschläge folgten auf zwei Angriffe der iranischen Revolutionsgarden auf ein Kriegsschiff der US-Marine mit ballistischen Raketen innerhalb von zwei Tagen.
US-Außenminister Marco Rubio warnte Teheran während eines Besuchs in Kolumbien vor weiteren Schritten. Der Iran versuche weiterhin, Schiffe der US-Marine anzugreifen, und fügte hinzu, dass sie jedes Mal, wenn sie dies tun oder versuchen zu tun, Tanker verlieren werden, wie Welt berichtete. Laut Centcom waren die angegriffenen Schiffe Teil eines milliardenschweren Schattennetzwerks zur Finanzierung der Revolutionsgarden. Die Besatzungen seien zuvor aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen.
Raketenbeschuss auf Jordanien und Drohungen gegen Anrainerstaaten
Als Reaktion auf die US-Angriffe feuerten Irans Revolutionsgarden ballistische Raketen auf das mit den Vereinigten Staaten verbündete Königreich Jordanien ab. Die staatliche jordanische Nachrichtenagentur Petra erklärte, dass die Streitkräfte 18 bis 20 ballistische Raketen abfuhren, wobei zwei unbewohnte Gebiete trafen und keine Opfer zu beklagen waren. Die iranischen Revolutionsgarden behaupteten laut Berichten der Nachrichtenagentur Fars hingegen, der US-Stützpunkt Al-Asrak sei schwer getroffen worden.
Parallel dazu sprach die Marine der iranischen Revolutionsgarden Warnungen an Öltanker in der Nähe von Häfen in Kuwait und Bahrain aus. Die Schiffe sollten ihre Positionen sofort verlassen, da sie als Vergeltung für die US-Angriffe ins Visier genommen werden könnten, hieß es in Mitteilungen des iranischen Staatsfernsehens. In der Region schürten die Vorfälle auch Sorgen um die weltweite Energieversorgung: Die Rohölpreise der Sorte Brent stiegen nach den Angriffen an, blieben jedoch trotz der laufenden Störungen unter der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel.
Houthi-Angriffe auf den Süden Saudi-Arabiens verletzen Dutzende Menschen
Eine massive Ausweitung erlebte der Konflikt zudem auf der Arabischen Halbinsel. Vom Iran unterstützte Houthi-Rebellen aus dem Jemen griffen am Dienstag vier Städte im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen an. Nach Angaben von Maj. Gen. Turki al-Malki, Sprecher der von Saudi-Arabien angeführten Koalition, richteten sich die Angriffe gegen zivile und wirtschaftliche Einrichtungen in Abha, Jazan, Najran und Khamis Mushait.

Bei den Explosionen und Bränden an Öl- und Infrastrukturanlagen wurden mindestens 73 Menschen verletzt, darunter auch Frauen und Kinder. Satellitenbilder der NASA zeigten dichten schwarzen Rauch über einer Raffinerie in Jazan sowie Rauchsäulen an einem Ölanlagenzentrum in Abha. Die heftigen Attacken gehören zu den schwersten Angriffen auf saudi-ökomomische Ziele seit Beginn des Konflikts.
Experten warnen vor unkontrollierbarer Eskalationsspirale
Angesichts der raschen Abfolge von US-Schlägen, iranischen Raketenangriffen und den Houthi-Offensiven blicken Beobachter mit großer Sorge auf die Region. Der Nahost-Experte Danny Citrinowicz erklärte auf der Plattform X, dass sich beide Seiten auf einer Eskalationsleiter befänden, die offenbar keiner von beiden kontrollieren könne, wie Welt anmerkte. Der Iran sei nicht bereit, eine unbefristete Seeblockade oder dauerhafte wirtschaftliche Lasten hinzunehmen, während Washington weitere Attacken auf seine Kriegsschiffe konsequent beantworten will.
Zusätzliche Reibungspunkte entstanden am Dienstag im Seegebiet nahe der Straße von Hormus, wo die iranische Marine laut staatlichen Angaben eine unbemannte Unterwasserdrohne des Typs Anduril Dive-LD der US-Militärs als „Priseerbeutet haben will.