Die US-Notenbank Fed hat ihren Leitzins am Mittwoch um einen Viertelpunkt auf eine Spanne von 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Der erste Zinsschritt seit dem Sommer 2023 soll die hartnäckige Inflation dämpfen. Für Kreditnehmer steigen damit die Kosten, während Sparer bei Tagesgeld und Festgeld mit höheren Renditen rechnen können.
September 2026, um 25 Basispunkte (The Korea Times). Der Schritt markiert die erste Zinsanhebung seit dem Sommer 2023 und zielt darauf ab, den Preisdruck in der US-Wirtschaft zu kontrollieren.
Warum die Fed den Leitzins anhebt
Im Zentrum der geldpolitischen Kehrtwende steht die Teuerung. Die Verbraucherpreise stiegen nach Angaben des Arbeitsministeriums im August um 3,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, während der monatliche Anstieg im Vergleich zu Juli auf 0,4 Prozent kletterte (Boston Herald). Die Inflation verweilt damit bereits seit über fünf Jahren über dem von der Notenbank angestrebten Ziel von 2 Prozent.
The plain fact is that inflation is too high and has been for too long. Kevin Warsh, Fed-Vorsitzender, via Boston Herald
Die wenigsten Mittel hätten jene, die unter dauerhaft hohen Preisen am stärksten leiden (Boston Herald). Der Zinsschritt sei notwendig, um das von dem US-Kongress erteilte Mandat zur Preisstabilität zu erfüllen.
Was Kreditkarteninhaber und Kreditnehmer spüren
Für Verbraucher mit variablen Krediten schlagen die höheren Zinsen meist am schnellsten durch. Viele Kreditkarten arbeiten mit variablen Zinssätzen, die an den Leitzins gekoppelt sind. Analysten weisen jedoch darauf hin, dass ein einzelner Schritt um einen Viertelpunkt im Alltag zunächst überschaubar bleibt. Laut LendingTree bringt ein einzelner Schritt noch keinen massiven Umbruch, doch die Belastung wächst, sollten weitere Erhöhungen folgen.
Ein Blick auf die Zahlen verdeutlicht die Dimension: Der durchschnittliche Zinssatz für zinstragende Kreditkartenkonten lag nach Daten der Notenbank im Mai bei 22,15 Prozent. Eine vollständige Weitergabe der Zinserhöhung auf einen Saldo von 10.000 US-Dollar würde jährliche Zinskosten um rund 25 US-Dollar erhöhen, sofern keine Tilgung erfolgt.
Hypotheken und der Immobilienmarkt im Spannungsfeld
Anders als Kreditkarten reagieren Baufinanzierungen und Hypothekenzinsen nicht eins zu eins auf die Leitzinsentscheidungen der Fed. Langfristige Darlehen orientieren sich stärker an den Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen (The Korea Times).

Dies geschah trotz Interventionen des US-Finanzministeriums, bei denen Staatsanleihen zurückgekauft wurden, um die Renditen zu drücken (The Korea Times). Der Zins für eine klassische 30-jährige Festhypothek stieg laut Freddie Mac auf 6,76 Prozent (The Korea Times).
Laut Angaben der National Association of Realtors haben fast die Hälfte aller bestehenden Hypotheken einen festen Zins von höchstens 4 Prozent, während knapp ein Fünftel sogar bei 3 Prozent oder darunter liegt (The Korea Times).
Chancen für Sparer und Ausblick für die Geldpolitik
Während Kreditnehmer und Häuslebauer mit höheren Hürden konfrontiert sind, profitieren Sparer von der Entwicklung. Banken und Geldmarktfonds dürften die Zinsen für Tagesgeld und Festgeld anpassen, auch wenn die Weitergabe nicht immer in voller Höhe erfolgt. Zum Vergleich: Während der Hochphase der Inflation im März 2022 lag die durchschnittliche Verzinsung einjähriger Festgelder laut Daten der Federal Reserve Bank of St. Louis bei mageren 0,15 Prozent, kletterte danach aber spürbar nach oben (The Korea Times).

Mit Blick auf die kommenden Monate signalisierten die Währungshüter, dass weitere Zinsschritte folgen könnten. Marktbeobachter rechnen damit, dass die Fed bei ihren anstehenden Sitzungen im Oktober oder Dezember den Leitzins weiter anpassen könnte, um die Inflation nachhaltig Richtung Zielmarke zu führen.
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