Todd Boehly und Mark Walter verkaufen ihre Anteile am FC Chelsea an den Mehrheitseigner Clearlake Capital. Die Transaktion, die nach fortgeschrittenen Verhandlungen kurz vor dem Abschluss steht, gibt der US-Investmentgesellschaft die volle Kontrolle über den Premier-League-Klub und führt zum schrittweisen Rückzug des bisherigen Vorsitzenden Boehly.
Der schleichende Machtwechsel an der Stamford Bridge
Vier Jahre nach der spektakulären Übernahme des FC Chelsea durch ein Konsortium steht der englische Erstligist vor einem grundlegenden Umbau seiner Führungsetage. Wie Recherchen bestätigen, sind die amerikanischen Geschäftsmänner Todd Boehly und Mark Walter kurz davor, ihre jeweiligen Anteile von jeweils 12,8 Prozent an den kalifornischen Mehrheitseigner Clearlake Capital zu veräußern. Damit verliert der Klub seine bisher prägendsten Gesichter der Öffentlichkeit, während die Private-Equity-Firma ihre Dominanz im Verein entscheidend ausbaut.
Damals wurde vertraglich vereinbart, dass Anteile innerhalb der ersten zehn Jahre nicht an Außenstehende verkauft werden durften. Feliciano, nach dem Verkauf durch Boehly, Walter und den ebenfalls beteiligten Hansjörg Wyss nun die volle Kontrolle über den Klub). Durch die Transaktion steigt der Anteil von Clearlake auf über 85 Prozent (wie TalkSPORT berichtet, steigt der Anteil von 61,5 Prozent auf über 85 Prozent).
Finanzielle Eckdaten und die Bewertung des Klubs
Die Verhandlungen zwischen den Parteien liefen über längere Zeit in fortgeschrittenem Stadium ab. Laut Berichten von TalkSPORT befanden sich Boehly und Walter in „advanced talks“, wobei die Duo-Verhandlungen sie dazu bringen, weniger als ihre ursprüngliche Bewertung zu akzeptieren. Während die von Clearlake gehaltenen Class-A-Papiere als Senior-Anteile abgesichert sind, tragen die von Boehly, Walter und dem ebenfalls beteiligten Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss gehaltenen Class-B-Anteile („Class B junior“) ein höheres Verlustrisiko als „first loss if the parent company loses value“. Dennoch sind beide Aktiengattungen beim Verkauf an dieselbe Renditegarantie geknüpft („guaranteed the same rate of return if they are sold“). Ein Sprecher von Walter hat beansprucht („claimed“), dass er erwartet, einen Gewinn zu erzielen („expects to make a profit“).””””””

Das Ende der Amtszeit von Todd Boehly als Vorsitzender
Für die Öffentlichkeit war Todd Boehly in den ersten Jahren das Gesicht der neuen Vereinsführung, insbesondere nach seinem Intermezzo als Interimssportdirektor („interim sporting director“) im Sommer 2022. Interne Differenzen mit Clearlake und dem Mitbegründer Behdad Eghbali machten jedoch deutlich, dass die strategischen Entscheidungen maßgeblich von der kalifornischen Investmentfirma gesteuert wurden. Eghbali und Jose E. Feliciano bestimmten den Kurs des Klubs im Hintergrund.”

Boehly selbst zieht sich plangemäß von der Spitze zurück. Boehly tritt zum Saisonende als Vorsitzender von Chelsea zurück, was als Teil eines langfristigen Plans beim Kauf des Klubs vereinbart worden war („as part of a ‘pre-agreed plan’ when the consortium bought the club“).”
“We have to think long-term about what we’re trying to accomplish,”
Todd Boehly, Chelsea (in an interview with Bloomberg)
“We have a big stadium development opportunity that we have to flesh out. That’s going to be where we’re either aligned or we ultimately decide to go different ways.”
Todd Boehly, Chelsea
Die Zukunft von BlueCo und das Stadionprojekt
Unter dem Dach der von Clearlake kontrollierten Muttergesellschaft BlueCo, zu der neben Chelsea auch der französische Erstligist RC Strasbourg gehört, konzentrieren sich die Verantwortlichen nun ganz auf die strategische Entwicklung. Ein zentraler Punkt bleibt dabei die langfristige Infrastruktur des Klubs an der Stamford Bridge oder an einem potenziellen neuen Standort wie Earl’s Court, was laut TalkSPORT als Priorität gilt („whether at a proposed new site at Earl’s Court or building on Stamford Bridge, remains a priority for the club). Chelsea ist laut Clearlakes Website das einzige Sportteam im aktuellen Investitionsportfolio von 50 Unternehmen.
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