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Gesundheit

Alkoholbedingte Krebssterbefälle in den USA haben sich laut Studie verdoppelt

Die Zahl der krebsbedingten Todesfälle in den Vereinigten Staaten, die direkt mit Alkoholkonsum in Verbindung gebracht werden, hat sich zwischen 1990 und 2023 verdoppelt. Forscher des Sylvester Comprehensive Cancer Center an der University of Miami Miller School of Medicine weisen in einer aktuellen Untersuchung nach, dass die gesundheitlichen Risiken weit über Leberschäden hinausgehen und besonders ältere Männer sowie jüngere Erwachsene betreffen.

Verdopplung der Todesfälle: Neue Zahlen aus dem Sylvester Comprehensive Cancer Center

Die jährlichen Krebssterbefälle, die auf den Konsum von Alkohol zurückzuführen sind, sind von 11.361 im Jahr 1990 auf 23.126 im Jahr 2023 gestiegen, wie eine umfassende Studie des Sylvester Comprehensive Cancer Center an der University of Miami Miller School of Medicine belegt. Die im Fachblatt The Lancet Regional Health – Americas veröffentlichten Ergebnisse stützen sich auf Daten der großangelegten Global-Burden-of-Disease-Studie, die den gesundheitlichen Tribut von Hunderten Risikofaktoren über drei Jahrzehnte hinweg erfasst. Die Ergebnisse wurden zudem auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology in Chicago präsentiert.

Ältere Erwachsene und Männer tragen den größten Teil dieser Belastung. Gleichzeitig gaben in aktuellen Gallup-Umfragen lediglich 54% der US-Erwachsenen an, überhaupt Alkohol zu konsumieren, was ein Rekordtief für das zweite Jahr in Folge markiert.

Jenseits der Leber: Die unterschätzte Bandbreite betroffener Organe

Obwohl Leberschäden als Folge von Alkoholkonsum weithin bekannt sind, zeigt die Untersuchung eine erhebliche Zunahme bei Tumorarten, die in der breiten Öffentlichkeit seltener mit Alkohol in Verbindung gebracht werden. Dazu gehören unter anderem kolorektale Krebserkrankungen sowie Brust-, Speiseröhren-, Magen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs. Infolgedessen wird Alkohol als krebserzeugender Stoff der Gruppe 1 eingestuft.

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Photo: New York Post

Gilberto Lopes führte aus, dass der überraschendste Befund in der enormen Bandbreite des potenziellen Einflusses von Alkohol über verschiedene Krebsarten hinweg bestanden habe.

Ergänzend betonte Gilberto Lopes, M.D., leitender Studienautor und Chief of the Division of Medical Oncology am Sylvester Comprehensive Cancer Center an der University of Miami Miller School of Medicine, dass das Risiko keineswegs auf eine einzige Erkrankung oder eine bestimmte Bevölkerungsgruppe beschränkt ist. An der Untersuchung waren neben Gilberto Lopes auch Forscher wie Chinmay Jani beteiligt.

Risiken für jüngere Erwachsene: Kolorektale und Brustkrebserkrankungen im Fokus

Besondere Aufmerksamkeit widmet das Forschungsteam den veränderten Mustern bei Erwachsenen. Neue Forschungen zeigen zudem, dass bereits geringe Mengen – wie etwa ein Getränk pro Tag – das Risiko erhöhen können, an neun verschiedenen Krebsarten zu sterben.

Alcohol-attributable cancer deaths in the US have doubled since 1990, study finds
Photo: Fox News

Konsummengen und Konsequenzen für die öffentliche Gesundheit

Die Autoren weisen darauf hin, dass bereits geringe Mengen das Krebsrisiko erhöhen können. Angesichts dieser Ergebnisse drängen Gesundheitsexperten darauf, das öffentliche Bewusstsein zu schärfen. Die Debatte über Warnhinweise auf alkoholischen Getränken, die ähnlich wie die Aufschriften auf Zigarettenboxen gestaltet sein und von einem Vorstoß des US-Surgeon General unterstützt werden, wird im Zuge der neuen Veröffentlichungen von Fachleuten erneut verstärkt geführt. Für konkrete Fragen zu individuellem Lebensstil und persönlichen Risikofaktoren sollten Betroffene stets qualifizierte medizinische Fachkräfte konsultieren.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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