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Gesundheit

Suizidraten bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren in den USA steigen

Die Suizidraten bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren in den USA sind stark gestiegen. Jungen und Mädchen nähern sich laut einer im Fachblatt JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie statistisch an. Experten machen den früheren Zugang zu Smartphones und sozialen Medien sowie die Folgen der COVID-19-Pandemie für diese Entwicklung verantwortlich.

Die alarmierende Entwicklung bei jungen Adoleszenten offenbart eine tiefgreifende Verschiebung in den amtlichen Gesundheitsdaten der Vereinigten Staaten. Wie eine im Fachjournal JAMA Pediatrics erschienene Untersuchung auf Basis von Bundesdaten der CDC von 2001 bis 2024 aufzeigt, hat sich der geschlechtsspezifische Abstand bei Suiziden in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen drastisch verringert. Bis zum Jahr 2024 lag die Suizidrate bei Jungen in dieser Gruppe nur noch knapp vier Prozent über der von Mädchen.

Der historische Rückgang bei Jungen und der Anstieg bei Mädchen bis 2024

Im Jahr 2017 wiesen Jungen im Alter von 10 bis 14 Jahren noch eine fast doppelt so hohe Suizidrate auf wie Mädchen im selben Alter. Doch seither verliefen die Trends in entgegengesetzte Richtungen. Zwischen 2018 und 2024 sank die Rate für Jungen um 35 Prozent, während sie für Mädchen im gleichen Zeitraum um 13 Prozent anstieg laut der Auswertung des Statistiksatzes der Centers for Disease Control and Prevention.

Betrachtet man einen längeren Zeitraum, wird das Ausmaß des Anstiegs bei jungen Frauen noch deutlicher. Die Suizidrate in dieser Gruppe hat sich mehr als vervierfacht: Sie kletterte von 0,51 Fällen pro 100.000 Mädchen im Jahr 2007 auf 2,28 im Jahr 2024. Im Vergleich dazu verdoppelte sich die Rate bei Jungen im selben Zeitraum fast von 1,20 auf 2,38 pro 100.000 gemäß den Zahlen aus der Berichterstattung.

Rolle von sozialen Medien und psychologischen Belastungen nach Dr. Jean Twenge

Dr. Jean Twenge, Professorin für Psychologie an der San Diego State University, betont, dass die zunehmende und immer frühere Nutzung digitaler Medien eine entscheidende Rolle spielt.

Dr. Jean Twenge erklärte, sie halte es für ziemlich eindeutig, dass soziale Medien und Smartphones grob von 2010 bis 2019 für einen Großteil dieses Anstiegs der Suizide verantwortlich gewesen seien, insbesondere für Mädchen.

Dr. Jean Twenge, Professorin für Psychologie an der San Diego State University, via Nypost

Suizidraten bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren in den USA steigen
Photo: https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/suicide/

Twenge, die auch als Expertin in einem Bundesprozess gegen Meta aussagte, erklärt den geschlechtsspezifischen Unterschied in der Anfälligkeit mit den unterschiedlichen Mechanismen digitaler Vergleiche. Während sich Jungen im Netz oft an erreichbaren Zielen wie Sport oder Geld orientieren, setzt der Druck bei Mädchen primär auf körperliche und sexualisierte Darstellung an.

Popularität messe sich im digitalen Zeitalter an harten Kennzahlen wie Followern und Likes. Popularity has become a number, wird die Psychologin in Berichten über die Studie zitiert. Zudem führten die Pandemiejahre ab 2020 dazu, dass Jugendliche viel mehr Zeit online, weniger Zeit mit persönlichen Kontakten und zu wenig Schlaf verbrachten.

Demografische Muster und Forderungen nach strengeren Schutzmaßnahmen

Die Daten zeigen zudem, dass sich der Trend zur Annäherung der Raten über verschiedene ethnische Gruppen hinweg erstreckt, darunter schwarze, hispanische und weiße Kinder. Im Jahr 2024 lag die Suizidrate bei schwarzen Mädchen sogar leicht über der von schwarzen Jungen, während in städtischen und vorstädtischen Regionen die Raten der Mädchen ebenfalls über denen der Jungen lagen wie die Analyse belegt.

Suizidraten bei Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren in den USA steigen
Photo: LiveNOW from FOX

Um dem entgegenzuwirken, schlägt die Studienautorin konkrete regulatorische Schritte vor. Die bestehende Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Netzwerke sei kein entwicklungsbiologischer Wert, sondern ein Kompromiss aus dem Jahr 1998, der nie aktualisiert wurde. Twenge plädiert dafür, bestehende Altersgrenzen strikt durchzusetzen, sich an internationalen Beispielen wie Australien zu orientieren und automatische Sperren für Minderjährige zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens einzuführen, um den Schlafmangel als Hauptrisikofaktor für Depressionen zu bekämpfen berichten Medien unter Berufung auf die Expertin.

Wer sich in einer akuten Krise befindet, findet rund um die Uhr Unterstützung. Die 988 Suicide & Crisis Lifeline bietet in den Vereinigten Staaten kostenlose und vertrauliche Hilfe per Anruf oder Textnachricht an.

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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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