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Sport

Winsley Boteli kontert Kritik nach Entscheid für Schweizer Nati

Topscorer Winsley Boteli hat sich final für die Schweizer Nationalmannschaft entschieden und steht vor dem Aufgebot für die anstehenden Nations-League-Spiele. Der 20-jährige Stürmer des FC Sion räumte mit Spekulationen um einen Wechsel zum kongolesischen Verband auf und bestätigte seine sportliche Heimat beim SFV.

Der in Genf geborene Angreifer sorgt in der laufenden Saison für Schlagzeilen. In zwölf Pflichtspielen erzielte Winsley Boteli bereits zwölf Treffer für den FC Sion. Seine starke Form weckt Begehrlichkeiten im europäischen Vereinsfussball, während viele Experten davon ausgehen, dass der in Genf geborene Stürmer wohl im Wintertransferfenster den FC Sion für eine stolze Summe verlassen wird. Winsley Boteli hat einen Lauf und ist deshalb begehrt, was ihn zu einem gesuchten Mann macht.

Klare Worte zum Nati-Entscheid gegen den Kongo

Zuletzt machten in den sozialen Medien Gerüchte die Runde, der Stürmer wolle künftig für die Demokratische Republik Kongo auflaufen, das Herkunftsland seiner Eltern. Auf diesen Plattformen schlug ihm teils heftige Kritik entgegen. User warfen ihm vor, seine Wurzeln zu verraten. Kritische Kommentare in sozialen Medien befassten sich mit seiner Entscheidung, während mehrere Follower sogar damit drohten, Boteli in den sozialen Medien zu entfolgen. Kritikpunkte reichten von Vorwürfen wie «Das bedeutet dein Karriereende, den Kongo darf man niemals verraten», «Eines Tages wirst du es bereuen, dann ist es aber viel zu spät» oder der Aussage: «Bei der Schweiz bist du nur eine Auswahl, bei uns kannst du zum Helden werden.» Ein User kritisierte zudem: «Die Schweiz liebt dich nur, weil du gut spielst. Wir lieben dich, weil unser Blut in dir fliesst. Also komm und spiel für dein Land», und warnte: «Komm dann nicht plötzlich weinend zu uns, weil du nicht den Kongo gewählt hast.» Ein Follower kritisierte zudem die Aussagen im Interview beim «Le Nouvelliste» und bezeichnete ihn als «arrogant, so über dein Heimatland zu sprechen».

Boteli wehrte sich gegen diese Vorwürfe und betonte in einem Interview mit der Walliser Tageszeitung Le Nouvelliste, dass seine Entscheidung rein sportlich und logisch begründet ist. «Warum sollte ich wechseln, wenn ich seit meinen ersten Jugendauswahlen mit meinen Freunden das Schweizer Trikot trage? Ich sehe keinen Grund, meine sportliche Nationalität plötzlich zu wechseln. Es ist keine Entscheidung, sondern eine natürliche Wahl. Ich habe in der Schweiz mit dem Fussballspielen angefangen und bin hier aufgewachsen», so der 20-jährige Youngster.

Gegenüber dem SRF bekräftigte der Angreifer, dass die Schweiz für ihn an erster Stelle steht. «Ich bin Schweizer. Zwar bin ich über die Familie auch Kongolese, aber ich bin hier geboren und war noch nie im Kongo», erklärte er. «Ich bin glücklich und stolz, dass gleich zwei Länder mich als Nationalspieler wollen. Aber meine erste Wahl ist die Schweiz, weil ich hier als Erstes gespielt habe.» Die Schweiz sei seine Nummer 1 und werde das auch in seinem Herzen bleiben. Seit der U15 geht er für die SFV-Auswahl auf Torejagd. «Als ich jung war, machte sich die DR Kongo nicht stark um mich. Und derzeit kommen sie auf einmal auf mich zu. Ja, ich bin Kongolese, aber ich spiele für die Schweiz und will mit diesem Land etwas erreichen. Schliesslich habe ich hier die Chance bekommen, Fussball zu spielen», fügte er hinzu.

Reaktion auf Kritik und Instagram-Statement

Um die Wogen in den sozialen Netzwerken zu glätten, veröffentlichte Boteli am Freitag in einer Instagram-Story eine Stellungnahme. Darin stellte er klar, dass er mit seinem Interview in keiner Weise implizieren wollte, dass die Demokratische Republik Kongo ihn ignoriert oder links liegen gelassen habe. «Ich möchte einfach erklären, dass ich bis auf die letzte Zeit nie mit dem kongolesischen Team Kontakt hatte und dass die Schweiz daher immer meine einzige Option auf der internationalen Bühne war», erklärte Boteli. Er sei aber «stolz und glücklich» gewesen, als ihn das kongolesische Team schliesslich kontaktiert habe, und habe sich Zeit genommen, ernsthaft darüber nachzudenken, da er Kongolese ist und sein Ursprung Teil seiner Identität sei; der Kongo habe immer einen wichtigen Platz in seinem Herzen, so der Doppelbürger, der versicherte: «Bin stolz auf meine beiden Länder.»

Winsley Boteli kontert Kritik nach Entscheid für Schweizer Nati
Photo: bluewin.ch

Die Verbandsführung hat die Signale registriert. Davide Callà als Assistent von Nationaltrainer Murat Yakin und SFV-Mediensprecher Adrian Arnold beobachteten den Offensivspieler direkt vor Ort. Sie trafen Boteli nach dem Conference-League-Spiel gegen Ajax Amsterdam im Stadion Tourbillon. Boteli steht mit den Verantwortlichen des Nationalteams in Kontakt, und er wartet auf die Nominierung, während ihm das Interesse des Kongos zwar das Herz erwärmt habe, er jedoch versichert, mit den Schweizer Trainern in Kontakt zu stehen.

Anstehendes Aufgebot von Murat Yakin

Die Veröffentlichung des nächsten Kaders durch den Nationaltrainer Murat Yakin (51) ist für den 17. September im Haus des Fussballs angesetzt. Wie Blick weiss, wird der Sion-Shootingstar definitiv im nächsten Nations-League-Aufgebot stehen, mit sicherlich guten Chancen für den Youngster, darin vertreten zu sein.

Boteli nimmt Stellung zu Kongo-Kritik nach Nati-Entscheid
Photo: Blick

In diesem Herbst stehen intensive Begegnungen an. Die SFV-Auswahl trifft in den kommenden Wochen auf Nordmazedonien, Schottland und Slowenien, wobei die restlichen Partien im November stattfinden.

Auswärtsspiel gegen Nordmazedonien am 26. September 2026
Auswärtsspiel gegen Schottland am 29. September 2026
Heimspiel gegen Slowenien in Luzern am 3. Oktober 2026
Heimspiel gegen Nordmazedonien in Luzern am 6. Oktober 2026
Am 13. November tritt die Schweiz in Slowenien an, und am 16. November geht es in St. Gallen zum Abschluss.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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