Unter dem Motto „Gehen gegen Gewalthat eine viertägige Wanderung durch das Weinviertel in Niederösterreich begonnen, um auf häusliche Gewalt und Femizide aufmerksam zu machen. Die am 11.
Wanderung durch das Weinviertel von Mistelbach zum Michelberg
Mit einer viertägigen Wanderung durch das niederösterreichische Weinviertel setzt eine breite Allianz aus Betroffenen, Organisationen und Bürgern ein sichtbares Zeichen gegen geschlechtsspezifische Gewalt. Die Route führt die Teilnehmenden von Mistelbach über Asparn, Ernstbrunn, Großrußbach, Karnabrunn, Niederhollabrunn, Stockerau und Leobendorf bis zum Michelberg, wie Berichte über die Auftaktveranstaltung im Mistelbacher Stadtpark belegen. Die Strecke passiert dabei mehrere sichtbare Zeichen der Bewegung „StoP“ („Stadtteile ohne Partnergewalt): eine StoP-Bank in Mistelbach bei der Bahnzeile, eine vor dem Rathaus in Stockerau und eine am Michelberg.
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Forderung nach Prävention und das Signal der Sichtbarkeit
Aussagen von Manuela Kräuter und Renate Montigel zu Femiziden
Hintergrund der Aktion sind alarmierende Zahlen von Gewaltschutzorganisationen. Seit Beginn des Jahres zählen Gewaltschutzorganisationen bereits 18 Femizide und 45 Fälle schwerer Gewalt gegen Frauen. Manuela Kräuter, Geschäftsführerin des Vereins „Frauen für Frauen, betonte: „Gewalt geht uns alle an, Gewalt ist ein gesellschaftliches Problem. Es ist keine Privatsache. Diese Gewaltspirale muss durchbrochen werden und jede und jeder ist gefordert, mitzumachen.
Renate Montigel, von der die ursprüngliche Idee zu „Gehen gegen Gewalt“ stammt, erklärte: „Gewaltbetroffene erleben unendliche Gewalt, bevor sie diesen Schritt wagen, den Schritt der Trennung.“ Die vom Verein „Frauen für Frauen“ aufgegriffene Initiative soll das ganze Weinviertel mitnehmen, um die Bevölkerung am Land direkt anzusprechen und einzubeziehen. Zu den Teilnehmern zählten hunderte Personen, darunter Heidemarie Zehetner aus Bad Vöslau, die erklärte: „Es irritiert mich, dass diesem Thema in den Medien so wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ich denke mir: Hey, da sterben Menschen, da sterben Frauen und das ist kein Thema, es ist nicht einmal mehr eine Schlagzeile.“ Für die erste Etappe bis Ernstbrunn hatten sich 60 Wandererinnen angemeldet, beim Start beim „Stop-Gewalt-Bankerl im Mistelbacher Stadtpark waren aber deutlich mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei: Politikerinnen und Politiker, Frauen, denen das Thema wichtig ist, sowie die erste Klasse der Handelsschule Mistelbach.
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Persönliche Schicksale und das Gedenken an Opfer
Aussagen von Brigitta Scharinger und Gerda Sandriesser zum Opferschutz
Brigitta Scharinger, deren Tochter Jenni einem Femizid zum Opfer gefallen ist, sagte: „Es beginnt schon früh, wenn Kinder sehen, wie Eltern miteinander umgehen. Respektlosigkeit und Gewalt sind da oft etwas Normales.“ Sie sieht es als ihre Aufgabe, gemeinsam mit anderen betroffenen Frauen aufzuklären und für mehr Prävention und Opferschutz zu kämpfen. Renate Montigel, die gebürtige Niederösterreicherin und Gewaltopfer vom Verein „Frauen für Frauen, fügte hinzu: „Besonders am Land wird oft weggeschaut. Häusliche Gewalt wird als Privatsache angesehen.
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Gerda Sandriesser, Vizebürgermeisterin und Frauenreferentin (SPÖ), wandte sich nach dem 17. mutmaßlichen Femizid des Jahres in Österreich, der sich am 21. August im Bereich der Villacher Drau-Brücke ereignet hatte, an die Bevölkerung: „Femizide passieren nicht einfach – sie sind der grausamste Auswuchs einer Gesellschaft, die wir verändern müssen.“ Sie betonte weiter: „Alle Fälle haben eine erschreckende Gemeinsamkeit: Die mutmaßlichen Täter stammen aus dem nahen Umfeld der Opfer, sie waren Partner oder Expartner. Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Problem.”
Berichterstattung im Chronikmagazin Thema mit Christoph Feurstein
Zivilcourage und die Rolle der Gesellschaft im Weinviertel

Das Chronikmagazin „Thema“ mit Christoph Feurstein, das ab Montag, dem 14. September 2026, mit Österreichischer Gebärdensprachdolmetschung (ÖGS) ausgestrahlt wird, präsentiert um 21.10 Uhr in ORF 2 und auf ORF ON unter anderem den Beitrag „Gehen gegen Gewalt – Betroffene Frauen machen mobil“, in dem Eva Kordesch und Andrea Poschmaier die Teilnehmerinnen beim „Gehen gegen Gewalt“ im Weinviertel begleiteten. Wo die Wandergruppe gerade ist, lässt sich leicht auf der Homepage des Vereines „Frauen für Frauen“ verfolgen.””””
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