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Welt

Putin weist Vorwürfe eines hybriden Krieges im Telefonat mit Trump zurück

Russlands Präsident Wladimir Putin hat in einem Telefonat mit US-Präsident Donald Trump europäische Vorwürfe eines hybriden Krieges als Mythen zurückgewiesen. Während die Bundesregierung Moskau für einen Sprengstoff-Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig verantwortlich macht und Gegenmaßnahmen ankündigt, bewerteten Moskau und Washington die jüngsten diplomatischen Bemühungen positiv.

Telefonat zwischen Putin und Trump über den Ukraine-Konflikt

Der russische Präsident Wladimir (73) und der US-amerikanische Präsident Donald Trump (80) haben am Dienstag in einem einstündigen Telefonat über den Ukraine-Konflikt gesprochen. Wie Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow gegenüber Journalisten angab, bestritt der russische Präsident dabei Vorwürfe, Russland führe einen «hybriden Krieg» gegen Europa, wie die «Financial Times» berichtet.

Zudem lobte der Kreml-Chef die Bemühungen der USA, eine friedliche Lösung für den Krieg in der Ukraine zu finden. Das Gespräch markiert die erste direkte Kommunikation zwischen Trump und Putin seit den Berichten westlicher Sicherheitsdienste im Sommer, wonach Russland verdeckte Sabotageaktionen in Europa verstärkt habe. Nach Angaben der Bundesregierung sieht Deutschland etwa Russland hinter dem Drohnenvorfall am Leipziger Flughafen.

Vorwürfe zum Drohnen-Vorfall in Leipzig und deutsche Gegenmaßnahmen

Nach dem versuchten Anschlag mit einer Sprengstoff-Drohne am 4. August am Flughafen Leipzig/Halle hat sich der Konflikt zwischen Deutschland und Russland verschärft. Die Bundesregierung macht Moskau offiziell für den Vorfall verantwortlich und hat mehrere Gegenmaßnahmen angekündigt. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) begründete die Zuschreibung unter anderem mit den Ergebnissen polizeilicher Ermittlungen, nachrichtendienstlichen Erkenntnissen und dem festgestellten Tatmuster.

Dobrindt erklärte, dass Drohnenkonfiguration, Bauteile, Sprengstoff und Zündtechnik aus anderen russischen hybriden Operationen und aus dem Krieg gegen die Ukraine bekannt seien. Auch Erkenntnisse von Partnerdiensten seien in die Bewertung eingeflossen. Nach Angaben Dobrindts weist die Gesamtbetrachtung auf Personen hin, die im Auftrag russischer staatlicher Stellen gehandelt hätten. Die eigentliche Durchführung ordnete der Minister sogenannten „Low-Level-Agentenzu. Dobrindt ordnete den Vorfall zudem in eine aus seiner Sicht größere Bedrohungslage ein und sagte: „Wir befinden uns nicht im Krieg, aber wir sind tägliches Ziel hybrider Kriegsführung.

Als Reaktion kündigte Außenminister Johann Wadephul (CDU) mehrere konkrete Schritte an. Das russische Generalkonsulat in Bonn soll am 18. September geschlossen werden. Zudem kündigt Deutschland den Vertrag über das Russische Haus in Berlin, und der russische Botschafter wurde einbestellt. Darüber hinaus will die Bundesregierung die Einreisekontrollen für russische Staatsangehörige verschärfen, den Druck auf die sogenannte russische Schattenflotte erhöhen und sich auf EU-Ebene für weitere Sanktionen einsetzen.

Putins Zurückweisung und Kritik an der deutschen Politik

Putin verurteilte die europäischen Vorwürfe im Telefonat mit Trump als «Mythen» und warf europäischen Regierungen vor, die angebliche Bedrohung durch Russland zu nutzen, um ihre Unterstützung für die Ukraine und ihre Verteidigungsausgaben zu rechtfertigen, erklärte Juri Uschakow weiter. Nach Angaben von Putin habe Russland keine «aggressiven Pläne» gegen Europa, betonte Uschakow.

WATCH: What Trump said on Germany’s allegation against Putin over drone attack

Bei einer Pressekonferenz am 1. September 2026 in Bischkek, Kirgistan, im Anschluss an den Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) äußerte sich Putin ausführlich und griff Bundeskanzler Friedrich Merz persönlich an. Den Vorwurf, Russland sei für den Leipziger Anschlagsversuch verantwortlich, wies er zurück und stellte die These auf, dass das Vorgehen der Bundesregierung vor allem innenpolitische Gründe habe. „Die Lage des Kanzlers ist innenpolitisch schwierig. Er genießt nicht das Vertrauen seiner Bürger“, sagte Putin über Merz. Der Kanzler schütze die nationalen Interessen Deutschlands nicht, sondern „handelt mit ihnen, behauptete der russische Präsident. Zudem kritisierte Putin die deutsche Wirtschafts- und Russlandpolitik.

US-Vermittlungsbemühungen und diplomatische Kanäle

Im Gespräch bewerteten Putin und Trump die jüngsten Reisen der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner nach Moskau und Kiew positiv. Sie beschlossen zudem, die Arbeit über diesen diplomatischen Kanal fortzusetzen. Putin habe Trump eine «umfassende Analyse» der Lage in der Ukraine geliefert und Vorschläge unterbreitet, wie die USA zu einem Waffenstillstand beitragen könnten, so Uschakow weiter.

Der russische Präsident forderte erneut, dass die Ukraine Gebiete im Donbass abtreten, auf einen Nato-Beitritt verzichten und Russland ein Mitspracherecht bei der künftigen Regierungsführung einräumen solle. Kiew lehnt diese Forderungen als Kapitulation ab. Trump betonte gegenüber Putin, er wolle den Krieg so schnell wie möglich beenden und hoffe, dies bis zum Ende seiner Präsidentschaft 2029 zu erreichen. Das Büro des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski bestätigte, über das Gespräch informiert worden zu sein; ein Treffen zwischen Selenski und Trump ist am Rande der UN-Generalversammlung Ende September geplant.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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