Pamela Anderson hat beim amfAR-Gala in Venedig über ihre lebensgefährliche Hepatitis-C-Diagnose aus den späten 1990er-Jahren gesprochen. Die Schauspielerin berichtete, wie die damalige Prognose ihr Leben veränderte und warum die Behandlung fast ihre gesamten Ersparnisse aufbrauchte, bevor sie 2015 schließlich als geheilt galt.
Die Schauspielerin Pamela Anderson ist am Sonntag, den 6. September 2026, im Rahmen der 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig mit dem Award of Courage der Stiftung amfAR ausgezeichnet worden. Bei der Gala im Hilton Molino Stucky erinnerte sich die 59-Jährige an ihre Diagnose in den späten 1990er-Jahren, die ihr Leben von Grund auf veränderte.
Eine Diagnose als Todesurteil und die Angst vor der Zukunft
Damals, als die Infektion bei ihr festgestellt wurde, gab es noch keine wirksame medizinische Behandlung. Es war ein Todesurteil. Das hat mir mein Arzt gesagt – dass ich wahrscheinlich noch etwa 10 Jahre zu leben habe, erinnerte sich Anderson während ihrer Rede, wie unter anderem Variety berichtete. Im Jahr 2002 ging sie mit ihrer Erkrankung an die Öffentlichkeit und erklärte damals, sie habe sich das Virus durch das gemeinsame Benutzen einer Tätowierungsnadel mit ihrem damaligen Ehemann Tommy Lee zugezogen – eine Darstellung, die der Mötley-Crüe-Schlagzeuger wiederholt bestritt.
Ich bin sicher, dass das meine Entscheidungen gefärbt und korrumpiert hat. Es war nicht die Angst vor dem Tod, sondern die Angst vor dem, was meinen kleinen Kindern passieren könnte. Es hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Pamela Anderson, Schauspielerin
Die Sorge um ihre Söhne Brandon, die heute 30 Jahre alt sind, und Dylan, der heute 28 Jahre alt ist, stand für die Schauspielerin in dieser Zeit im Mittelpunkt. Die Erkrankung, die zu schweren Entzündungen und langfristigen Schädigungen der Leber führt, begleitete sie über ein Jahrzehnt hinweg wie ein unsichtbarer Schatten.
Finanzielle Hürden und der Weg zur Heilung im Jahr 2015
Eine radikale Wendung trat ein, als im Jahr 2011 medizinische Fortschritte erzielt wurden und erstmals eine wirksame Behandlung gegen das Virus zur Verfügung stand. Doch der Zugang zu der neuen Therapie war mit enormen Hürden verbunden. Da die Kosten zu diesem Zeitpunkt noch nicht von den Krankenkassen übernommen wurden, musste die Schauspielerin tief in die Tasche greifen.

Wie sie in Venedig betonte, kostete die Behandlung alles, was sie auf dem Bankkonto hatte. Sie empfand dabei ein starkes Gefühl der Schuld, da damals nicht viele andere Menschen denselben privilegierten Zugang zu den Medikamenten erhielten. Im Jahr 2015 schloss sie eine einjährige, von der US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA zugelassene Therapie ab und erklärte sich offiziell für frei von dem Virus.
Stigma, Scham und ein spürbarer Karriere-Rückhalt durch die Kunst
Trotz der erfolgreichen Genesung blieben die psychischen Spuren tief. Anderson sprach offen über die jahrelange Stigmatisierung, die sie innerlich begleitete. Sie verglich das Gefühl der Scham mit den Erlebnissen ihrer Kindheit und erklärte, dass sich die Worte beschädigte Ware tief in ihr Gedächtnis eingebrannt hatten.

Die Aufarbeitung dieser schwierigen Jahre fand ihren Ausdruck in ihrer Arbeit vor der Kamera. In den vergangenen Jahren hat die Darstellerin eine bemerkenswerte berufliche Rückkehr erlebt und stand für Filmproduktionen wie The Last Showgirl
und “The Naked Gun” vor der Kamera. Ihr neues Projekt “Place to Be” feiert im Rahmen der Filmfestspiele in Venedig Premiere.
Meine Wahrheit kam durch meine Arbeit, indem ich Wege fand, mich durch die Kunst auszudrücken. Es gab mir die Munition, die ich brauchte, ein fruchtbares Leben, in dem ich mich austoben konnte. Pamela Anderson, Preisträgerin des Award of Courage
Mit ihrer bewegenden Rede in Venedig schloss die Schauspielerin ab, indem sie betonte, dass sie sich längst nicht mehr als Opfer sehe.
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