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Tiger Woods ändert Plädoyer im DUI-Verfahren nach Autounfall in Florida

Golflegende Tiger Woods hat vor einem Gericht in Martin County einen Richtungswechsel in seinem DUI-Verfahren vollzogen.

Gerichtstermin und plötzlicher Kurswechsel in Florida

Der 50-jährige Golfstar Tiger Woods stand am Mittwoch vor dem Richter Darren Steele am Gericht in Stuart, Florida, um seinen Status in einem laufenden Strafverfahren zu klären. Das Verfahren geht auf einen Autounfall vom 27. März zurück. Wie aus Gerichtsdokumenten des Martin County Circuit Court hervorgeht, hatte Douglas Duncan, der Anwalt von Woods, zuvor eine entsprechende Mitteilung eingereicht, die den Termin ausdrücklich als Anhörung zur Änderung des Plädoyers auswies.

Damit weicht der aktuelle Schritt von der ursprünglichen Linie ab. Kurz nach dem Vorfall im März hatte Woods auf nicht schuldig plädiert, als er mit leichten Vergehen wie dem Fahren unter Einfluss von Substanzen und Sachschäden konfrontiert wurde. Neben dem Hauptverfahren war im Zusammenhang mit dem Vorfall auch ein zivilrechtliches Bußgeld wegen unvorsichtigen Fahrens in Höhe von 163 US-Dollar aktenkundig geworden.

Der Unfallhergang auf Jupiter Island und Spuren im Wagen

Der Unfall ereignete sich auf einer ruhigen Strandstraße auf Jupiter Island, auf der ein Tempolimit von 30 Meilen pro Stunde gilt. Laut dem Unfallbericht war Woods mit seinem Land Rover in Richtung Norden unterwegs, als er versuchte, einen vorausfahrenden Pick-up samt Anhänger zu überholen. Dabei überquerte er doppelte durchgezogene Linien und prallte gegen den Anhänger, woraufhin sein SUV auf die Fahrerseite kippte. Der Sachschaden an dem Lkw wurde auf etwa 5.000 US-Dollar beziffert.

Woods konnte sich nach dem Zusammenstoß selbst über die Beifahrertür aus dem Fahrzeug befreien und blieb den Angaben zufolge unverletzt. Gegenüber den alarmierten Einsatzkräften erklärte er, er habe kurz auf sein Mobiltelefon geschaut und das Radio bedient, als es plötzlich zu dem Zusammenstoß kam. Ein freiwilliger Atemalkoholtest ergab einen Wert von 0,00, weshalb die Polizei Alkohol als Ursache ausschloss. Einen Urintest lehnte der Sportler jedoch ab. Bei einer anschließenden Durchsuchung entdeckten die Beamten zwei kleine weiße Pillen in seiner Hosentasche, die als das opioidhaltige Schmerzmittel Hydrocodon identifiziert wurden.

Medikamente, ärztliche Untersuchungen und Vorstrafen

Während der Befragung an der Unfallstelle zeigte der Golfprofi deutliche Anzeichen körperlicher Beeinträchtigung. Ermittler berichteten von glasigen, blutunterlaufenen Augen, extrem geweiteten Pupillen und starkem Schwitzen. Auf Nachfragen der Polizei erklärte Woods, er nehme verschiedene Medikamente ein. Neben Mitteln gegen Bluthochdruck und Cholesterin erwähnte er auch Ibuprofen sowie Vicodin, ein verschreibungspflichtiges Schmerzmittel, das Hydrocodon enthält. Die Beamten stellten daraufhin fest, dass seine normalen Ausfallerscheinungen auf eine Beeinträchtigung durch eine Substanz hindeuteten.

Nach seiner Festnahme wurde Woods in das Gefängnis des Martin County gebracht. Da er in einen Verkehrsunfall verwickelt war, forderte das Personal eine medizinische Freigabe aus dem Krankenhaus. Er wurde in die Cleveland Clinic Martin South Hospital gebracht, lehnte dort jedoch jede medizinische Behandlung ab. Nach seiner Entlassung aus der Klinik wurde er zurück in die Justizvollzugsanstalt gefahren.

Die juristische Aufarbeitung zog sich über den gesamten Sommer hin. Im Mai und Juli genehmigte Richter Darren Steele Anträge der Staatsanwaltschaft, die Einsicht in die ärztlichen Behandlungsakten des Krankenhauses sowie in die Verschreibungshistorie einer Apotheke in Palm Beach von Jahresbeginn bis Ende März erlaubten. Um die sensiblen Gesundheitsdaten zu schützen, verständigten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung auf eine entsprechende Schutzanordnung.

Rehabilitationsmaßnahmen und sportliche Auszeit

Die Ereignisse hatten unmittelbare Konsequenzen für den Alltag und die Karriere des Sportlers. Kurz nach dem Vorfall genehmigte das Gericht im Frühjahr einen Auslandsaufenthalt, damit Woods eine umfassende stationäre Behandlung antreten konnte.

„I know and understand the seriousness of the situation I find myself in today. I am stepping away for a period of time to seek treatment and focus on my health. This is necessary in order for me to prioritise my wellbeing and work toward lasting recovery.“

Tiger Woods, via Social Media

Für den Ausnahmesportler reiht sich der Vorfall in eine Serie von gesundheitlichen Rückschlägen und früheren Verkehrsunfällen ein. Im Jahr 2009 war er mit seinem SUV in der Nähe seines Wohnorts in Orlando gegen einen Hydranten und einen Baum geprallt, woraufhin er ebenfalls eine Pause vom Turniergeschehen einlegte. Im Jahr 2021 überlebte er einen schweren Alleinunfall in Los Angeles, bei dem sein rechtes Bein so schwer beschädigt wurde, dass Ärzte eine Amputation in Betracht zogen. Nach dem jüngsten Unfall im März, der kurz vor den Masters stattfand, hat Woods bislang kein professionelles Turnier mehr bestritten.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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