US-Präsident Donald Trump hat erklärt, die Ölpreise würden nach einem Sieg der USA im Konflikt mit dem Iran stark sinken. Die Ankündigung erfolgt in einer Zeit spürbar steigender Energiepreise und militärischer Spannungen um die Straße von Hormus.
Die Rohölpreise bewegen sich derzeit auf den höchsten Stand seit Wochen, angetrieben durch anhaltende Gefahren für die weltweiten Transportwege und den jüngsten militärischen Schlagabtausch. Im Zentrum der wirtschaftlichen und geopolitischen Sorgen steht die Straße von Hormus, über die in normalen Zeiten etwa ein Fünftel der weltweiten Ölversorgung abgewickelt wird.
Preissprung bei Rohöl und Trumps Prognose für den Kraftstoffmarkt
Die internationalen Märkte reagieren nervös auf die Eskalation zwischen Washington und Teheran. Die Rohölpreise seien zwar zuletzt gefallen, doch die aktuellen geopolitischen Risiken halten das Niveau hoch, wie internationale Finanz- und Nachrichtenportale berichten. Die US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) und die globale Benchmark Brent verzeichneten zuletzt deutliche Anstiege.

US-Präsident Donald Trump erklärte via Truth Social, dass die Ölpreise beim einem Sieg im Krieg gegen den Iran drastisch fallen würden – so wie alles andere falle, nur noch stärker. Der Preis werde drei US-Dollar pro Gallone betragen und letztlich unter zwei US-Dollar pro Gallone sinken.
In seiner auf der Plattform Truth Social verbreiteten Erklärung fügte der US-Präsident hinzu, dass die Entwicklung sehr schnell vonstattengehen werde und die Regierung außerdem sicherstellen wolle, dass der Iran niemals in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Konkrete Angaben dazu, wann der Konflikt beendet sein könnte oder auf welcher wirtschaftlichen Berechnung seine Preisprognose beruht, nannte Trump jedoch nicht.
Eskalation in der Straße von Hormus und Angriffe auf Tanker
Die Realität an den Energie- und Schifffahrtsmärkten zeigt ein anderes Bild als die optimistischen Vorhersagen aus dem Weißen Haus. Die Brent-Rohöl-Futures kletterten auf rund 97 US-Dollar pro Barrel, was einem prozentualen Anstieg von etwa 9 Prozent innerhalb von fünf Tagen und fast 19 Prozent im Verlauf eines Monats entspricht. Der Preisanstieg folgte auf verstärkte Angriffe im Bereich der strategisch wichtigen Meerenge.

Die US-Zentrale (CENTCOM) meldete in den vergangenen Tagen schwere Gefechte, bei denen amerikanische Kriegsschiffe im Nahen Osten mit ballistischen Raketen attackiert wurden. Als Reaktion darauf zerstörten US-Streitkräfte nach eigenen Angaben mehrere iranische Rohöl-Tanker. Unter anderem wurden Einheiten wie die M/T Downy vor der Küste der Insel Kharg sowie die M/T Stark 1 nahe Jask manövrierunfähig gemacht, während ein weiterer Tanker im Golf von Oman vollständig vernichtet wurde.
Härtere Töne aus Teheran und militärische Drohungen
Die Führung in Teheran und hochrangige iranische Amtsträger haben ihrerseits scharfe Reaktionen auf Angriffe gegen ihre Wirtschaftsinfrastruktur angekündigt. Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf wandte sich über den Kurznachrichtendienst X an die Adresse Washingtons und warnte vor den Folgen eines Vorgehens gegen iranische Öl- und Gasanlagen.

Mohammad Bagher Ghalibaf, Parlamentspräsident des Iran, erklärte via X, dass amerikanische Öl- und Gasunternehmen in diesen Gewässern und an diesen Anlagen diesen Risiken ebenfalls ausgesetzt seien. Wenn man ihre Vermögenswerte angreife, werde man selbst angegriffen, was man bereits bewiesen habe, wozu man sich einfach nur die Stützpunkte ansehen solle, die nicht mehr einsatzfähig seien.
Die militärischen Spannungen erfassen zudem die breitere Region. Die internationalen Rohölpreise hatten zuvor bereits zugelegt, nachdem US-Präsident Trump erklärt hatte, der Iran werde für den Tod von US-Soldaten einen hohen Preis zahlen. Parallel dazu kündigten jemenitische Houthi-Rebellen eine maritime Blockade gegen Saudi-Arabien an, was zusätzliche Versorgungsrouten für den Welthandel unter Druck setzt.
Analysten warnen vor anhaltend hohen Energiekosten
Marktbeobachter und Analysten bewerten die Situation deutlich zurückhaltender als die politischen Akteure in Washington. Wegen der drastisch eingeschränkten Schiffstransporte durch die Straße von Hormus und sinkender globaler Lagerbestände rechnen Experten damit, dass das Preisniveau erhöht bleiben könnte.
Institute und Energieanalysten haben angesichts der andauernden Risiken ihre Prognosen nach oben angepasst. Goldman Sachs erhöhte seine Preisprognosen für Brent und WTI um jeweils fünf US-Dollar. Amrita Sen, Gründerin und Forschungsdirektorin von Energy Aspects, erklärte gegenüber Medien, dass ein anhaltender Rückgang der Schifffahrtsaktivitäten die Rohölpreise im Falle eines ungelösten Konflikts sogar in Richtung der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel treiben könnte.
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