Die Gesamtverschuldung der USA hat die historische Marke von 40 Billionen US-Dollar überschritten, während die Zinslast inzwischen das gesamte Verteidigungsbudget erreicht. Das Versprechen von US-Präsident Donald Trump, die Staatsausgaben zu senken und das Defizit abzubauen, ist damit in den ersten 19 Monaten seiner zweiten Amtszeit gescheitert.
Die US-Schuldenuhr hat eine neue Dimension erreicht: Der Schuldenberg hat erst kürzlich die Marke von 40 Billionen Dollar gerissen, nachdem er vor genau einem Jahr noch bei 37 Billionen Dollar lag. Allein die Zinszahlungen auf diese Rekordsumme schlagen mit 1,1 Billionen Dollar jährlich zu Buche – berechnet auf Basis eines durchschnittlichen Zinsfußes von knapp 3 Prozent, der aktuell eher steigt als sinkt. Damit kosten die Zinsen den US-Haushalt inzwischen so viel wie das gesamte Verteidigungsbudget einer Weltmacht.
Die Schuldenfalle und das Gesetz von Niall Ferguson
Ökonomen der Bank for International Settlements warnen vor einer klassischen Schuldenfalle, in der ein zu hoher Schuldenstand das Wirtschaftswachstum dämpft und die Politik dadurch zu noch mehr Krediten zwingt.
Dieser Trend korreliert mit der Theorie des Historikers Niall Ferguson, wonach große Weltmächte in schwere Schwierigkeiten geraten, sobald ihr Schuldendienst die Verteidigungsausgaben übersteigt. Diese kritische Schwelle haben die Vereinigten Staaten in diesem Jahrzehnt überschritten. Die Defizite laufen konstant bei über 2 Billionen Dollar jährlich, während Berechnungen für das Jahr 2031 eine Gesamtverschuldung von mehr als 50 Billionen Dollar prognostizieren.
Gescheiterte Sparversprechen und steuerpolitische Lasten
Im Wahlkampf hatte Donald Trump versprochen, die Regierung zu verkleinern, Ausgaben zu senken und das Haushaltsdefizit durch starkes Wirtschaftswachstum zu reduzieren. Tatsächlich wuchs die Verschuldung jedoch rasant weiter. Es gibt kein Szenario, in dem man die Bilanz von US-Präsident Trump als finanzpolitischen Erfolg bezeichnen könnte
, erklärte .
Ökonomen zeigen sich von dieser Zuversicht jedoch unbeeindruckt. Das Committee for a Responsible Federal Budget weist darauf hin, dass Trumps Maßnahmen bereits in seiner ersten Amtszeit die Verschuldung um 8,4 Billionen US-Dollar erhöhten. Die Steuer- und Einwanderungspolitik der zweiten Amtszeit könnte nach Einschätzung des Congressional Budget Office weitere 4,7 Billionen US-Dollar hinzufügen. Demgegenüber verweist das Weiße Haus auf Einsparungen und verringerte Ausgaben bei verschiedenen Behörden, wobei Regierungssprecher Kush Desai betonte, dass man konsequent gegen Verschwendung vorgehe.
Reaktionen der Märkte und steigende Anleiherenditen
Der Anleihemarkt reagiert alarmiert auf die Fiskalpolitik. Die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen kletterte auf 5,3 Prozent und erreichte damit ihren höchsten Stand seit 2007. Finanzminister Scott Bessent hatte zwar angekündigt, die Regierung sei „laserfokussiert auf den Schuldenabbau, doch die Realität sieht anders aus: Seit dem 1. Juli ist die Verschuldung in nur gut zwei Monaten um 650 Milliarden Dollar gestiegen. Um langfristige Zinsen künstlich zu drücken, versuchte das Finanzministerium, langlaufende Anleihen über kurzfristige Kredite zurückzukaufen – ein Volumen von 2 bis 4 Milliarden Dollar monatlich, das Marktbeobachter angesichts des Billionenmarktes als bloßen Rundungsfehler werten.

Die Anleger antworteten auf diese Maßnahmen mit Skepsis. Der US-Dollar gab nach, während Edelmetalle und Kryptowährungen Zuwächse verzeichneten. Gleichzeitig rücken strukturelle Probleme im Sozialsystem nähere: Die US-Sozialversicherung steuert zwischen 2032 und 2033 auf automatische Leistungskürzungen von rund 22 Prozent zu, was in diesen Zeitraum fallende Wahlen zu einer politischen Zerreißprobe machen dürfte.
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