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Kanada erhebt ab Dienstag Gegenzölle auf US-Importe im Milliardenwert

Kanada lässt im Handelsstreit mit den USA keine Zeit verstreichen und erhebt ab Dienstag Gegenzölle von bis zu 50 Prozent auf US-Importe im Wert von 27,6 Milliarden Dollar. Die Maßnahmen folgen auf gescheiterte Handelsgespräche und US-Strafzölle im August, während der Konflikt zunehmend auch symbolische Dimensionen annimmt.

Das kanadische Finanzministerium setzt Gegenzölle in Kraft

Der Handelskonflikt zwischen Nordamerikas Nachbarn erreicht eine neue Eskalationsstufe. Wie das kanadische Finanzministerium gegenüber der Nachrichtenagentur bestätigte, treten in der Nacht zum Dienstag um 00:01 Uhr Ortszeit umfassende Gegenzölle auf US-Importe in Kraft. Die Abgaben erreichen je nach Warengruppe einen Satz von bis zu 50 Prozent.

Betroffen von den kanadischen Maßnahmen sind US-Importe mit einem Gesamtwert von 27,6 Milliarden Dollar. Das Sortiment der belegten Güter umfasst insbesondere die Bereiche Stahl und Aluminium, Haushaltsgeräte, landwirtschaftliche Ausrüstung, Zellstoff und Papier sowie Elektronik. Ottawa reagiert damit unmittelbar auf Washingtons Vorstöße im Spätsommer.

Gescheiterte Gespräche in Ottawa und vorangegangene US-Strafzölle

Die gegenwärtige Zollspirale wurzelt in ergebnislosen Verhandlungen zwischen den beiden Staaten. Mehrtägige bilaterale Gespräche in Ottawa waren zuvor gescheitert, wobei sich beide Seiten gegenseitig für den Abbruch verantwortlich machten. Bereits im August hatten die Vereinigten Staaten Strafzölle in Höhe von 50 Prozent auf bestimmte kanadische Importe verhängt.

Diese ersten US-Maßnahmen betrafen nach Regierungsangaben Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar. Washington nahm dabei erstmals auch Güter ins Visier, die unter das nordamerikanische Freihandelsabkommen fallen. Kanada kündigte daraufhin an, die US-Zölle Dollar für Dollar zu erwidern, und setzt diese Ankündigung mit dem nun startenden Zollpaket in die Tat um.

Donald Trump nimmt kanadischen Flugzeugbauer ins Visier

Neben den klassischen Industrieprodukten rückt auch die Luftfahrtindustrie in den Fokus der politischen Spannungen. US-Präsident Donald Trump kritisierte den kanadischen Flugzeugbauer Bombardier scharf und forderte, dessen Produkte dürften künftig nicht mehr auf dem amerikanischen Markt verkauft werden. Sollte das Unternehmen Kunden in den Vereinigten Staaten bedienen wollen, müsse die Produktion zwingend im Land erfolgen.

Der US-Handelsbeauftragte Greer sitzt vor einem Mikrofon
Photo: deutschlandfunk.de

Trump begründete seine Haltung unter anderem mit einem unfairen Umgang Kanadas gegenüber dem US-Konkurrenten Gulfstream. Demnach habe das Nachbarland mehreren Modellen des amerikanischen Geschäftsflugzeugherstellers in der Vergangenheit Betriebsgenehmigungen verweigert.

„KAUFT AMERIKANISCH. FLIEGT MIT AMERIKANISCHEN FLUGZEUGEN. GENIESST AMERIKANISCHEN ALKOHOL UND AMERIKANISCHE GETRÄNKE. SEGELT AUF LAKE AMERICA. AMERIKA ZUERST!“

Symbolische Zuspitzung am Lake Ontario

Der Handelskrieg zwischen den Regierungen zeigt sich längst auch auf geografischer Ebene. So hatte Trump im Zuge der Streitigkeiten den Grenzsee Lake Ontario per Verfügung auf US-Seite in „Lake America umbenannt, während Kanada weiterhin am traditionellen Namen festhält. Zuvor kursierte zudem eine von Trump veröffentlichte Karte Nordamerikas, auf der Kanada in den Farben der US-Flagge dargestellt war, begleitet von wiederholten Anspielungen darauf, dass das Nachbarland der 51. US-Bundesstaat werden könnte.

Kanada erhebt ab Dienstag Gegenzölle auf US-Importe im Milliardenwert
Photo: finanzen.ch
Canada’s retaliatory tariffs against the U.S. to take effect Tuesday
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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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