Russische Luftangriffe haben in Kiew und der umliegenden Region 17 Menschen getötet und mehr als 40 verletzt, während Präsident Wolodymyr Selenskyj der internationalen Gemeinschaft ein unzureichendes Vorgehen vorwirft. Zeitgleich lebt der deutsche Rüstungschef Stefan Thumann wegen konkreter Morddrohungen des russischen Geheimdienstes in Deutschland unter strengster Bewachung.
Verheerende Luftangriffe in Kiew und ukrainische Forderungen nach Luftverteidigung
Bei einer massiven nächtlichen Angriffswelle auf Kiew und die umliegenden Gebiete sind 17 Menschen ums Leben gekommen, wie Reuters berichtete. Die ukrainischen Streitkräfte teilten mit, dass Russland Dutzende Marschflugkörper, ballistische und hypersonische Raketen sowie insgesamt 168 Drohnen eingesetzt habe. Nach Angaben der Luftwaffe konnten zwar knapp 90 Prozent der Drohnen und die meisten Marschflugkörper abgefangen werden, während bei den gefährlicheren ballistischen Raketen keine Details genannt wurden.
Präsident Wolodymyr Selenskyj stufte die Attacke als einen der zynischsten und umfangreichsten Angriffe des über viereinhalb Jahre andauernden Krieges ein. Im Solomianskyi-Bezirk von Kiew wurden die oberen Etagen eines neungeschossigen Wohnblocks komplett zerstört, wobei mindestens acht Menschen starben. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte den Freitag daraufhin zum Trauertag.
„Each additional missile saves the lives of our people,“
Zelenskiy, President of Ukraine
Zelenskiy erneuerte seine dringenden Bitten an die Verbündeten, die Bestände an Patriot-Abwehrsystemen aufzufüllen, da diese nach wie vor die einzigen im Arsenal befindlichen Waffen sind, die ballistische Raketen abfangen können. Er betonte, dass Moskau so lange nicht ernsthaft über Frieden verhandeln werde, solange ukrainische Städte nicht ausreichend geschützt sind. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte daraufhin auf X an, mit den Mitgliedstaaten und Partnern mit höchster Dringlichkeit an der Bereitstellung weiterer Anti-Ballistik-Kapazitäten zu arbeiten.
Infrastrukturschäden und grenzüberschreitende Auswirkungen
Die Angriffe beschädigten neben 30 Wohngebäuden auch eine Schule, ein Kinderkrankenhaus und einen Kindergarten. Der ukrainische Premierminister Sergii Koretskyi teilte mit, dass zudem Lebensmittellager und Einrichtungen des Roten Kreuzes in der Region Kiew in Mitleidenschaft gezogen wurden. Dies führte nach Berichten zeitweise zu Versorgungsengpässen bei frischem Obst und Gemüse in einigen Supermärkten der Hauptstadt.

Die Attacken griffen auch über die ukrainischen Landesgrenzen hinaus. Das rumänische Verteidigungsministerium bestätigte, dass während des Angriffs eine Drohne auf dem Gebiet des NATO- und EU-Mitgliedstaates Romania abgestürzt ist. Gleichzeitig verzeichnete das Nachbarland Moldau ebenfalls Auswirkungen, da ein Grenzübergang in der Region Odesa ins Visier geraten war.
Stefan Thumann und die verdeckte Bedrohung in Deutschland
Parallel zu den kriegerischen Handlungen auf dem Schlachtfeld rückt die hybride Bedrohung im europäischen Raum in den Fokus. Stefan Thumann, Chef des Rüstungsunternehmens Donaustahl, das unter anderem Kampfdrohnen an ukrainische Einheiten wie die Brigade Kraken
liefert, lebt an einem geheimen Ort in Deutschland unter ständiger Bewachung.

Deutsche Behörden hatten Thumann kurz vor Weihnachten 2025 vor akuter Lebensgefahr gewarnt, woraufhin wenige Tage später ein erster Verdächtiger festgenommen wurde. Laut Thumanns Schilderungen sollten die Agenten seinen Aufenthaltsort ermitteln, um anschließend ein Attentat vorzubereiten. Später erfuhr er aus dem Bundestag, dass dabei möglicherweise das Nervengift Nowitschok eingesetzt werden sollte.
„Mein Tod ist in dieser Geschichte zumindest einkalkuliert.“
Stefan Thumann, Chef des Rüstungsunternehmens Donaustahl
Der Rüstungschef hat angesichts der Bedrohung sein Testament verfasst, eine Patientenverfügung erstellt und eine Organspende-Erklärung abgegeben. Seine offiziellen Anschriften wurden von den Sicherheitsbehörden zu sogenannten Honigfallen umfunktioniert, um potenzielle Agenten anzulocken. Seine Familie hat er seit Monaten nicht mehr gesehen; er lebt isoliert im Kreis seiner Personenschützer, von denen einer speziell als Rettungssanitäter auf Vergiftungen geschult wurde. Angesichts dieser Sabotageakte und Angriffe sieht Thumann die Bundesrepublik nicht mehr nur in einem hybriden Konflikt, sondern direkt im Krieg mit Russland.
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