Das Outdoor-Bekleidungsunternehmen Patagonia hat sich erneut einer Klage angeschlossen, um gegen die Entscheidung von Präsident Donald Trump vorzugehen, die Nationalmonumente Bears Ears und Grand Staircase-Escalante im US-Bundesstaat Utah drastisch zu verkleinern. Dies geht aus übereinstimmenden Berichten hervorgeht, die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Bereits im Jahr 2017 hatte Patagonia nach einer ersten Verkleinerung der Schutzgebiete durch Trump Klage eingereicht. Nachdem Präsident Joe Biden die Grenzen im Jahr 2021 wiederhergestellt und erweitert hatte, ruhten die damaligen Verfahren, da sie bis dahin zu keinem finalen Urteil gelangt und administrativ geschlossen worden waren.
Klage Wiederaufgenommen nach Erlassen zur Verkleinerung
Nachdem der US-Präsident im Juli die Verkleinerung der beiden Monumente um rund 90 Prozent genehmigt hatte, reichten Naturschutzgruppen, Stammesvertretungen und Unternehmen wie der Kletterverband Access Fund sowie Patagonia in Washington am Mittwoch Anträge zur Wiedereröffnung der Klagen ein. Die neuen juristischen Schritte richten sich sowohl gegen die Maßnahmen aus dem Jahr 2017 als auch gegen die aktuellen Proklamationen, wie unter anderem die Salt Lake Tribune berichtete.
Rechtliche Grundlagen und Kritik am Antiken-Gesetz
Im Zentrum der juristischen Auseinandersetzung steht die Auslegung des Antiquities Act. Zwar räumt das Gesetz dem US-Präsidenten die Befugnis ein, Nationalmonumente auszuweisen und Landflächen unter Schutz zu stellen, nach Ansicht der Kläger besitzt die Exekutive jedoch nicht das Recht, diese Schutzgebiete ganz oder teilweise wieder aufzuheben oder zu verkleinern.
Patagonia-CEO Ryan Gellert erklärte in einer offiziellen Stellungnahme, dass der Präsident keine Befugnis habe, die Denkmäler rückgängig zu machen. Er warf der US-Regierung vor, illegale Anordnungen zu treffen, die die Souveränität indigener Völker verraten. Das Unternehmen und seine Mitstreiter argumentieren, dass die Verkleinerung darauf abziele, die Verwaltung von Bundesland an den Bundesstaat zu übergeben und privaten Firmen den Zugriff auf natürliche Ressourcen zu ermöglichen.
Auswirkungen auf Indigene Völker und Rohstoffabbau
Durch die angeordneten Maßnahmen wurde unter anderem die Bears Ears Commission aufgelöst. Diese Kommission, die aus Vertretern der Stämme der Hopi, der Navajo Nation, der Ute Mountain Ute, der Zuni und der Ute Indian Tribe der Uintah und Ouray Reservation bestand, hatte zuvor die gemeinsame Verwaltung des geschützten Raumes mit den Bundesbehörden begleitet. Vertreter indigener Organisationen kritisierten, dass damit jahrelange Arbeit für eine gemeinsame Verwaltung zunichte gemacht wurde.


Regierungsvertreter und Befürworter der Reduzierung verteidigten die Schritte hingegen. Ein Sprecher des Innenministeriums erklärte laut der Salt Lake Tribune, dass damit der Missbrauch des Antiken-Gesetzes beendet, der Zugang wiederhergestellt, das Erbe geschützt und die Bevölkerung vor Ort an erste Stelle gesetzt werde. Trump hatte in seinen Proklamationen argumentiert, die Gebiete könnten so einer Nutzung mit höherer Priorität zugeführt werden, die für die Ressourcienunabhängigkeit und nationale Sicherheit von Bedeutung sei. Naturschutzorganisationen wie der Natural Resources Defense Council und Climbing werteten die Einschnitte hingegen als einen der größten Rückschritte für den Schutz öffentlicher Ländereien in der US-Geschichte, wodurch tausende Kletterrouten, antike Kulturgüter und ökologisch sensible Lebensräume gefährdet würden.
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