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Welt

Krattworks baut DART-Ziel-Drohnen zum Training gegen russische Shaheds

Um die Luftverteidigung gegen russische Drohnen zu trainieren, baut das estnische Unternehmen Krattworks gezielt täuschende Ziel-Drohnen. Das Modell DART ahmt den Klang und das Flugverhalten von Shahed-Drohnen nach und liefert westlichen Streitkräften einen realistischen Übungsgegner für den Ernstfall, wie n-tv.de berichtet.

Westliche Luftwaffen stehen vor der Herausforderung, verlässliche Antworten auf den Einsatz von Drohnen zu finden. Da Streitkräfte im eigenen Bestand kaum über iranisch-russische Shahed-Modelle verfügen, greifen sie auf spezielle Nachbauten zurück. Das estnische Unternehmen Krattworks entwickelt an geheimen Orten in Estland unbemannte Flugkörper, die ausschließlich dazu konstruiert sind, im Trainingsbetrieb zerstört zu werden.

Das estnische Ziel-Modell DART im Praxistest

Unweit von Estlands Hauptstadt Tallinn lässt Krattworks das Modell DART aufsteigen. Die Drohne misst zwei Meter in der Breite, erreicht eine Geschwindigkeit von 200 Stundenkilometern und erzeugt durch Propellerantrieb ein Motorengeräusch, das an ein Motorrad erinnert. Laut Karmo Saar, Verkaufschef bei Krattworks, wurde das System gezielt so konzipiert. Ukrainische Soldaten bestätigten dem Unternehmen demnach, dass die Attrappe das Anfluggeräusch des Originals zu 99,9 Prozent trifft.

Unser Ziel ist, dass man mit dem DART-Modell genauso trainieren kann, als flöge eine echte russische Shahed-Drohne am Himmel. Wir sind stolz darauf, dass uns ukrainische Soldaten bestätigen: Unsere Drohne knattert zu 99,9 Prozent so wie das Original im Anflug.

Karmo Saar, Verkaufschef bei Krattworks

Die akustische Komponente spielt eine wesentliche Rolle für die Luftverteidigung. Die Ukraine setzt nach Angaben des Unternehmens auf mehrstufige Abwehrsysteme, zu denen auch akustische Sensoren gehören. Diese erfassen anfliegende Drohnen anhand ihres charakteristischen Fluggeräuschs, weshalb die Attrappe neben Geschwindigkeit und Wendigkeit auch exakt klingen muss.

Einsatz von Kampfjets und die Kostenfrage bei der Abwehr

Im Rahmen von Übungen wurde die DART bereits von verschiedenen westlichen Kampfflugzeugen ins Visier genommen. So schossen niederländische F-35-Jets und italienische Eurofighter die Attrappen ab. Karmo Saar räumt gegenüber n-tv.de ein, dass der Einsatz von Kampfjets wie der F-35 angesichts des Kostenverhältnisses keine adäquate Standardantwort auf eine Shahed darstellt. Während eine Flugstuation inklusive Munition weit über 100.000 Euro kostet, ist eine solche Drohne für schätzungsweise 10.000 Euro zu haben.

Dennoch nutzen Luftwaffen die Ziel-Drohne, um ihre reguläre Fliegerabwehr für kurze, mittlere und große Distanzen zu trainieren. Ein praktischer Bezug zeigte sich laut Saar im Anschluss an ein Manöver estnischer Stationierungen: Nachdem die niederländische Luftwaffe mit F-35-Jets anhand der DART geübt hatte, wurde die Einheit nach Polen verlegt. Kurz darauf drangen dort russische Shaheds in den polnischen Luftraum ein, woraufhin die niederländischen Kräfte diese abfingen.

Abfangdrohnen und Laser als Zukunftsoptionen

Mit Blick auf ein wirtschaftliches Preis-Leistungs-Verhältnis bewertet Krattworks-Verkaufschef Saar die Abfang-Drohne als das derzeit vielversprechendste System. Diese lassen sich mit preiswerten Kameras ausstatten, während die Software die wesentliche und teure Komponente darstellt. Mithilfe dieser Software erkennt die Abfangdrohne das feindliche Ziel und steuert den Angriff autonom.

  • Modelle, die mit hoher Geschwindigkeit direkt auf die feindliche Drohne zufahren und diese durch Rammen aus der Bahn werfen, woraufhin die Shahed zur Seite kippt, sich überschlägt und abstürzt.
  • Drohnen, die nah an das Ziel heranfliegen und sich selbst sprengen, um das feindliche Objekt zu zerstören.

Beide Methoden arbeiten laut den Berichten effizient, während Lasersysteme möglicherweise die bestmögliche Methode zur Drohnenabwehr darstellen könnten, allerdings bislang seltener im Einsatz sind. Die DART-Attrappe wurde zudem bereits von Schiffen, Hubschraubern oder direkt von Soldaten mit Maschinengewehren beschossen. Letzteres erfordert intensives Training, da ein Treffer in den flügelnahen Bereichen ohne kritische Komponenten nicht automatisch zum sofortigen Absturz der Drohne führt.

DART: Aerial target for realistic air defence training | Tõnis Voitka | KrattWorks
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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