London hat Londons ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst erhalten. Uber und das britische Startup Wayve starteten am Donnerstag eine Flotte elektrischer Ford Mustang Mach-Es mit einem AI-Driver-System. Im Gegensatz zu Konkurrenten wie Waymo sind vorerst lizenzierte menschliche Sicherheitsfahrer an Bord.
Die britische Hauptstadt erlebt einen Meilenstein in der urbanen Mobilität. Uber hat Waymo im Rennen um den ersten kommerziellen Robotaxi-Dienst in London geschlagen und damit einen neuen Standard für die Personenbeförderung in der Metropole gesetzt. Eingesetzt wird Technologie des britischen Unternehmens Wayve, das seine Wurzeln an der University of Cambridge hat.
Der Startschuss mit dem Ford Mustang Mach-E
Der Betrieb startete am Donnerstag mit einer kleinen Flotte von vollelektrischen Fahrzeugen des Modells Ford Mustang Mach-E. Die Wagen sind mit dem sogenannten AI Driver von Wayve ausgerüstet und verkehren im regulären Stadtverkehr überall in London, wobei Flughäfen vom Startgebiet ausgenommen sind.

Kunden, die in der Uber-App eine Fahrt über UberX, Uber Comfort oder Uber Electric buchen, werden möglicherweise per Zufall an ein autonomes Fahrzeug vermittelt. Eine Garantie für eine solche Fahrt gibt es nicht. Wer das Angebot ausprobieren möchte, kann seine Präferenzen entsprechend in den App-Einstellungen anpassen. Mehr als 140.000 Londoner haben sich laut den beteiligten Unternehmen bereits für diesen Vorab-Modus eingetragen, um ihre Chancen auf eine Mitfahrt zu erhöhen. Die Fahrpreise entsprechen dabei den regulären Tarifen, und auch Trinkgelder werden nach einer autonomen Fahrt nicht automatisch per App erfragt.
Menschliche Supervisor und strenge Regulierungen
Der Begriff Robotaxi greift derzeit noch etwas vor, denn von einem rein unbemannten Betrieb ist der Service in London noch entfernt. Sicherheitsfahrer schreibt vor, dass stets ein menschlicher Fahrer auf dem Vordersitz sitzen muss, um die Fahrt zu überwachen. Diese Sicherheitsfahrer sind von Transport for London (TfL) lizenzierte private Mietwagenfahrer, die im Ernstfall eingreifen können, auch wenn das System die eigentliche Steuerung übernimmt.

Alex Kendall, Chef und Mitgründer des Technologiepartners Wayve, betonte die Bedeutung dieses Schritts: Wir sind stolz darauf, den Wayve AI Driver zum ersten Mal genau hier in London, unserer Heimatstadt und einem der anspruchsvollsten Verkehrsumfelder der Welt, der Öffentlichkeit vorzustellen
, erklärte er laut dem österreichischen Medium Der Standard. Die britische Hauptstadt gilt wegen ihrer engen Straßen, des dichten Verkehrs und des ständigen Wechsels von Bussen, Radfahrern und Fußgängern als extrem anspruchsvolles Testfeld für autonome Software.
Technologische Ansätze: Warum Wayve auf Lidar verzichtet
Im Gegensatz zu vielen etablierten Konkurrenten wie Waymo setzt Wayve bei seiner Perception-Plattform konsequent auf Kameras und Radar und verzichtet auf teure Lasersensoren (Lidar). Damit teilt sich das Startup einen ähnlichen Ansatz wie Tesla. Die Software basiert auf dem sogenannten AV2.0-Ansatz.
Klassische autonome Systeme (AV1.0) arbeiten meist mit hochdetaillierten HD-Karten, strengen Regelwerken und starren Geofencing-Grenzen. Wayves System hingegen ist darauf ausgelegt, mithilfe eines lernenden KI-Treibers auf neue Umgebungen, Wetterbedingungen und unvorhergesehene Verkehrsszenarien dynamisch zu reagieren. Das Unternehmen beschreibt die eigene Technologie als ein System, das sich beyond the constraints of traditional AV systems
bewegt.
Ausblick auf den Wettbewerb in Europa und Asien
Der Start in London markiert für Uber den Einstieg in eine europäische Metropole, nachdem das Unternehmen autonome Fahrzeuge zuvor vor allem in nordamerikanischen Städten wie Dallas, Las Vegas, Austin und Atlanta erprobt hat. Gleichzeitig wächst der Druck auf dem europäischen Markt. Konkurrenten wie Waymo bereiten ebenfalls eigene Tests und Starts vor, während Lyft in London mit dem chinesischen Anbieter Baidu kooperiert.
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