Broadcom verzeichnete im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 einen massiven Umsatzsprung auf 29,6 Milliarden US-Dollar, angetrieben durch ein explosives Wachstum bei KI-Halbleitern. Trotz dieser starken Zahlen und angehobener mittelfristiger Ziele geriet die Aktie an den Märkten unter Druck, da der Ausblick für das vierte Quartal leicht hinter den durchschnittlichen Analystenerwartungen zurückblieb.
Die Bücher von Broadcom für den jüngsten Berichtszeitraum zeichnen das Bild eines Unternehmens, das im Zentrum der weltweiten Infrastruktur-Investitionen für Künstliche Intelligenz steht. Wie aus Finanzberichten hervorgeht, kletterte der Konzernumsatz im dritten Geschäftsquartal, das am 2. August endete, um 86 Prozent auf 29,6 Milliarden US-Dollar (goldesel.de). Damit übertraf das Unternehmen sowohl die eigenen Vorjahreswerte als auch die Konsensschätzungen der Analysten, die im Vorfeld mit rund 29,4 Milliarden US-Dollar gerechnet hatten (deraktionaer.de).
Der bereinigte Gewinn je Aktie belief sich auf 3,32 US-Dollar und lag damit ebenfalls über den durchschnittlichen Prognosen von 3,24 US-Dollar (goldesel.de). Dennoch reagierten die Börsen sensibel: Während einige Marktbeobachter die Zahlen als Beweis für eine ungebrochene Dynamik werteten, führte die zurückhaltende Umsatzprognose für das kommende Quartal zu spürbaren Kursabschlägen im nachbörslichen Handel (Investing).
Explosives Wachstum im KI-Segment und neue langfristige Ziele
Der wesentliche Treiber dieser Entwicklung ist das Geschäft mit KI-Halbleitern und Netzwerklösungen. In diesem Bereich sprang der Umsatz im dritten Quartal um 221 Prozent auf 16,7 Milliarden US-Dollar (goldesel.de). Analystenschätzungen waren zuvor von rund 15,9 Milliarden US-Dollar ausgegangen (deraktionaer.de). Der gesamte Geschäftsbereich für Halbleiterlösungen (Semiconductor Solutions) trug erhebliche Beträge zu den Erlösen bei, was einem Zuwachs von 70 Prozent im Jahresvergleich entspricht (goldesel.de).
Unternehmenschef Hock Tan blickte bei der Vorlage der Zahlen weit in die Zukunft und steckte ambitionierte Ziele ab. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 stellte Broadcom ein KI-Umsatzziel in Aussicht, das sich im darauffolgenden Geschäftsjahr 2028 verdoppeln soll (goldesel.de). Zudem rechnet das Management für das Geschäftsjahr 2028 mit einem Gewinn je Aktie von mehr als 30 US-Dollar (goldesel.de).
Für das Geschäftsjahr 2027, das am 2. November beginnt, stellte Tan ein KI-Umsatzziel von 115 Mrd. US-Dollar in Aussicht. Im Geschäftsjahr 2028 soll sich dieser Wert auf 230 Mrd. US-Dollar verdoppeln.
Der Ausblick für das vierte Quartal dämpft die Euphorie
Trotz der beeindruckenden historischen Zuwächse sorgte der Ausblick auf das laufende vierte Quartal für Ernüchterung an den Märkten. Broadcom rechnet in der kommenden Berichtsperiode mit einem Gesamtumsatz von etwa 34,8 Milliarden US-Dollar (Investing).

An den Börsen spiegelte sich diese gemischte Sentiment-Lage direkt in den Kursbewegungen wider. Die Aktie des in Palo Alto ansässigen Unternehmens gab im nachbörslichen Handel in den USA um mehr als 3 Prozent nach (Investing), während an anderen Handelsplätzen deutlichere Verluste von 12,59 Prozent auf rund 418,91 US-Dollar registriert wurden (Finanzen.at).
Lieferketten, Kundestruktur und der Wettbewerb bei KI-Beschleunigern
Hinter den Kulissen reagiert Broadcom auf den enormen Druck in den globalen Lieferketten. Das Unternehmen plant im vierten Quartal entsprechende Investitionen (goldesel.de). Zudem soll ab dem Geschäftsjahr 2027 eine neue Fertigung für Substrate in Singapur in Betrieb gehen, um einen entscheidenden Engpass in der Halbleiter-Lieferkette zu entschärfen (goldesel.de). Bereits im Juli hatte der Chiphersteller zudem eine mehrjährige Absichtserklärung mit Samsung Electronics unterzeichnet, um die Produktionskapazitäten breiter aufzustellen (Investing).

Im Segment der kundenspezifischen KI-Beschleuniger (ASICs) profitiert Broadcom von der Nachfrage großer Cloud-Anbieter, die nach Alternativen zu den dominierenden Grafikprozessoren von Nvidia suchen (Investing). Nach Unternehmensangaben stützt sich die aktuelle Nachfrage auf sechs XPU-Kunden (goldesel.de). Für die kommenden Jahre wird zudem erwartet, dass Anthropic im Jahr 2027 zum größten Kunden für kundenspezifische Chips aufsteigt und diese Position auch 2028 beibehält (goldesel.de).
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