Nach einem Drohnenangriff auf das deutsche Frachtdrehkreuz Leipzig fordern EU und NATO eine harte Gangart gegen Moskau. Ursula von der Leyen und Mark Rutte kündigten in Brüssel eine schärfere Reaktion an. Sie werteten den Vorfall vom August 2026 als neue Eskalation auf europäischem Boden und als Teil einer gefährlichen hybriden Normalität.
Der Vorfall am Flughafen Leipzig und Moskaus Verwicklung
Am 4. August fanden Flughafenarbeiter in Leipzig eine mit Sprengstoff und Zünder präparierte Drohne. Das ostdeutsche Frachtzentrum dient als wichtige Logistikbasis für zivile und NATO-Fracht sowie als Stützpunkt für ukrainische Frachtflugzeuge. Am selben Tag kollidierte eine zweite Drohne mit einer DHL-Maschine. Zehn Tage später entdeckten Mitarbeiter ein drittes Flugzeug samt weiterer Sprengsätze. Die deutschen Behörden machten daraufhin russische Geheimdienste für die Anschlagsversuche verantwortlich.
Die Reaktion aus Berlin fiel deutlich aus. Die Bundesregierung kündigte die Schließung ihres Konsulats in Bonn und die Beendigung des Abkommens mit dem Kulturzentrum Russisches Haus in Berlin an. Moskau wies die Vorwürfe umgehend zurück und bestellte den deutschen Geschäftsträger ein, wie aus Berichten hervorgeht. Das russische Außenministerium bezeichnete die deutschen Feststellungen als vollkommen erfunden.
Krisentreffen in Brüssel: Von der Leyen und Rutte warnen vor neuer Normalität
Einen Tag nach der Schuldzuweisung aus Berlin trafen sich EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und NATO-Generalsekretär Mark Rutte zu Krisengesprächen in Brüssel. Sie zeigten sich besorgt über die zunehmenden militärischen Grenzverletzungen im europäischen Luftraum.

„It was an attack with military material, carried out by Russian agents on European Union territory,“
Ursula von der Leyen, President of the European Commission
Von der Leyen sprach von einer neuen Eskalation und warnte, dass sich die Europäer auf eine harte Realität einstellen müssten. Der Vorfall in Leipzig stehe in einer breiteren Reihe gefährlicher Vorfälle wie Störungen kritischer Infrastruktur und lahmgelegter Flughäfen. Rutte betonte, dass Russland immer rücksichtsloser agiere. Er forderte die Rüstungsindustrie auf, mit neuen Fabriken und Produktionslinien nachzuziehen und die Zusammenarbeit zwischen europäischen und US-amerikanischen Firmen zu erleichtern.
European and NATO leaders on Tuesday expressed solidarity with Germany following an attempted drone attack
at Leipzig Airport attributed to Russia, pledging a coordinated response, stronger deterrence and continued support for Ukraine. European Council President Antonio Costa condemned the attack in the strongest possible terms,
accusing Moscow of escalating its aggression. The EU stands in full solidarity with Germany,
Costa said, adding that the bloc would work with Berlin and other member states to increase pressure on Russia until it shows a willingness to change course.
European Commission President Ursula von der Leyen said she had discussed the attack with German Chancellor Friedrich Merz and assured him of the EU’s support. Hybrid attacks will not go without a clear response,
she said, assuring that Europe and NATO will not just maintain pressure on Russia, but will increase it and will not stop. NATO Secretary General Mark Rutte said he had spoken with Merz and reaffirmed the alliance’s solidarity with Germany over the Aug. 4 attack. The evidence is clear,
Rutte said, welcoming measures announced by Berlin and pledging that NATO would continue strengthening its ability to deter and defend all allies against threats.
Europäische Solidarität und Debatte um eingefrorene Vermögenswerte
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas stufte die Attacken bei einem informellen Treffen der Außenminister in Irland als staatlich geförderten Terrorismus ein und sagte, dass die Leipzig-Angriffe all the hallmarks of state-sponsored terrorism
haben. Sie kündigte an, dass die Union an härteren Sanktionen arbeite. Nach Angaben von Kallas gibt es „broad support“ unter den Ministern, um mit einem Verbot von EU-Einreisevisa für ehemalige russische Kombattanten voranzukommen und schärfere Visabeschränkungen für russische Touristen zu verhängen.

Italian Prime Minister Giorgia Meloni said that attempts to divide allies will not succeed and voiced solidarity with Germany over the alleged Russian hybrid attack at Leipzig Airport. Attempts to intimidate us or to drive a wedge between Allies will not succeed: hybrid actions against any one of us are a matter of concern for all of us, and will be met with a united response,
Meloni stated. Finnish President Alexander Stubb said the attack was part of a familiar Russian strategy aimed at intimidating European countries and weakening their support for Ukraine, stating that it will not succeed and pledging a united response to threats against European security.

Polish Prime Minister Donald Tusk accused Russia of escalating tensions across the region, citing incidents affecting Poland, the Baltic states, Romania and Germany. We’ll not be intimidated,
he said, adding that NATO members would maintain full coordination and continue supporting Ukraine. Lithuanian President Gitanas Nauseda warned that hybrid action against any ally would prompt a clear response, saying: Anyone who attacks us will pay a price.
Estonian Prime Minister Kristen Michal described the incident as a “reckless act” that had taken alleged Russian hybrid attacks in Europe to a new and dangerous level,
adding that our response must be the opposite: more support for Ukraine and more pressure on Russia.
In diesem Zusammenhang brachten mehrere Staaten – darunter Spanien – erneut die Verwendung von eingefrorenen russischen Vermögenswerten zur Finanzierung der Ukraine ins Gespräch. Belgien stellte sich jedoch quer. Der belgische Außenminister Maxime Prevot bekräftigte, dass sich die Position seines Landes seit einem Jahr nicht geändert habe. Er verwies auf erhebliche rechtliche Risiken und warnte davor, dass ein Vorgehen ähnlich einer Enteignung sehr signifikante Risiken bergen könnte.
Reaktionen der Bündnispartner und nächste Schritte
Zahlreiche europäische Regierungschefs sicherten der Bundesregierung Unterstützung zu. Swedish Prime Minister Ulf Kristersson backed Germany’s response and announced that he would chair a meeting of Sweden’s National Security Council. Norwegian Prime Minister Jonas Gahr Store also expressed full support for Berlin, saying hybrid attacks against NATO allies were unacceptable.
Die Außenminister der EU bereiten unter der irischen Präsidentschaft konkrete Zusatzsanktionen vor. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie das Bündnis seine Abwehrbereitschaft gegen künftige Sabotageakte im europäischen Hinterland praktisch verstärken will.
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