Die Outdoor-Marke Patagonia hat sich einer Klage gegen die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump angeschlossen, die Nationalmonumente Bears Ears und Grand Staircase-Escalante in Utah drastisch zu verkleinern. Die im Juli gebilligte Reduzierung entfernt Schutzstatus von nahezu drei Millionen Acres und öffnet das Land für die Rohstoffförderung.
Patagonia zieht erneut vor Gericht
Der Bekleidungs- und Ausrüstungshersteller Patagonia kämpft juristisch abermals gegen den Abbau von Umweltschutzflächen in Utah. Bereits im Jahr 2017 hatte der Konzern geklagt, als die Regierung die geschützten Regionen erstmals verkleinern wollte. Die aktuellen Dekrete bedeuten nach Firmenangaben einen noch drastischeren Einschnitt.
Hintergrund der juristischen Auseinandersetzung sind weitreichende Reduzierungen, die im Juli von Präsident Trump genehmigt wurden. Betroffen sind das im Jahr 2016 von Barack Obama ausgewiesene Bears-Ears-Monument sowie das 1996 unter Bill Clinton gegründete Grand-Staircase-Escalante-Gebiet. Die Flächenreduzierung um 90 Prozent soll den Weg für Öl- und Gasunternehmen sowie für Bergbaukonzerne freimachen.
Ryan Gellert, der CEO von Patagonia, erklärte in einer Stellungnahme, dass man nicht tatenlos zusehen werde, während Kreuzzügler gegen öffentliche Ländereien versuchen, diese Gebiete für Freunde aus der Rohstoffindustrie auszubeuten oder Stammesnationen zu missachten.
Gellert warf der Regierung vor, mit den Schritten zu versuchen, Bundeland an den Bundesstaat abzutreten und privaten Konzernen die Ressourcengewinnung zu ermöglichen. Der CEO wies darauf hin, dass in den betroffenen Arealen bereits erste Bergbauansprüche geltend gemacht wurden, seitdem der offizielle Schutzstatus entfallen ist.
Das Ringen um das Erbe des Antiquities Act
Im Zentrum des Streits steht die Auslegung des Antiquities Act. Während dieses Gesetz US-Präsidenten ausdrücklich das Recht einräumt, Nationalmonumente auszuweisen, enthält es laut Klägerseite keine Bestimmung, die es einer Regierung erlaubt, diesen Status eigenmächtig rückgängig zu machen. Das teilte das Unternehmen unter Berufung auf rechtliche Einschätzungen mit.
Die Trump-Administration argumentierte in ihren offiziellen Proklamationen hingegen, die betroffenen Flächen müssten einer Nutzung mit höherer Priorität zugeführt werden. Zudem seien die Regionen reich an kritischen Mineralien, die für die Ressourcenunabhängigkeit und die nationale Sicherheit von entscheidender Bedeutung seien. In den Dokumenten werden Rohstoffe wie Kupfer, Uran, Zink, Molybdän und Titan genannt, um die Notwendigkeit einer heimischen Versorgung zu betonen.
Die Region Grand Staircase-Escalante beherbergt neben den Bodenschätzen auch jahrtausendealte Felsmalereien und gilt als die Heimat zahlreicher indigener Völker, darunter die Hopi, die Navajo und die Ute Nation of Utah. Kritiker betonen, dass ein Eingriff in die Gebiete die Souveränität der Stämme verletzt.
Der breite Widerstand von Naturschutzverbänden
Neben Patagonia beteiligen sich zahlreiche weitere Organisationen an den juristischen Schritten. Der Natural Resources Defense Council (NRDC) reichte die entsprechende Bundesklage gemeinsam mit diversen Umweltschutzgruppen ein und bezeichnete die Regierungsmaßnahme als einen der größten Rückschritte beim Schutz öffentlicher Ländereien in der Geschichte der Vereinigten Staaten.

Christy Goldfuss, die Geschäftsführerin des NRDC, erklärte, dass die Monumente Landschaften schützen, deren Entstehung Millionen von Jahren gedauert habe. Sobald diese Gebiete für Bergbau und Bohrungen freigegeben seien, lasse sich das Verlorene nicht mehr zurückholen. Zu den zerstörten Schätzen zählten antike Klippenwohnungen, einmalige Dinosaurierfossilien und heilige Stätten indigener Gemeinschaften.
Die politische und gerichtliche Vorgeschichte
Die Debatte um die Größe von Grand Staircase-Escalante ist von juristischen und politischen Machtkämpfen geprägt. Ursprünglich im Jahr 1996 mit einer Größe von 1,7 Millionen Acres eingerichtet, veränderte sich die Fläche unter wechselnden Präsidentschaften mehrfach. Donald Trump halbierte das Gebiet im Jahr 2017, ehe Joe Biden die Grenzen im Jahr 2021 wieder ausweitete.
Diese Klage wurde jedoch im Jahr 2023 von einem Gericht abgewiesen, wobei der Richter befand, dass der amtierende Präsident laut Antiquities Act weitreichende Befugnisse zur Verwaltung von Denkmälern besitzt.
Die aktuellen Dekrete der Trump-Regierung heizen den Konflikt zwischen föderalem Schutz, den Rechten indigener Nationen und den Interessen der Rohstoffindustrie im US-Bundesstaat Utah nun von Neuem an.