Ukrainische Langstreckendrohnen haben am Montag die Raffinerie in Omsk in Westsibirien aus einer Rekorddistanz von 2.736 Kilometern getroffen, wie ukrainische Spezialeinheiten mitteilten.
Rekordangriff auf Russlands größte Raffinerie in Omsk
Mit einer bisher unerreichten Reichweite haben ukrainische Einheiten eine der wichtigsten Ölverarbeitungsanlagen Russlands ins Visier genommen. Die in Westsibirien gelegene Raffinerie in Omsk, die jährlich etwa 21 Millionen Tonnen Öl verarbeitet, wurde von neuen Varianten der ukrainischen Langstrecken-Angriffsdrohnen getroffen. Online-Aufnahmen zeigten einen Brand in einer wichtigen Verarbeitungsanlage der Raffinerie in Omsk, Russlands größter Raffinerie. Die Ukraine griff am Montag Russlands größte Ölraffinerie in der Stadt Omsk an – nach Angaben der ukrainischen Streitkräfte war dies der bisher weitreichendste Drohnenangriff in diesem Krieg. Die Anlage in Omsk, die jährlich etwa 21 Millionen Tonnen Öl verarbeitet, liegt in Westsibirien und ist etwa 2736 Kilometer vom ukrainischen Staatsgebiet entfernt – das entspricht in etwa der Entfernung zwischen Los Angeles und Houston. Der Gouverneur von Omsk, Vitaly Khotsenko, bestätigte die Angriffe am Montag und erklärte, dass „feindliche Drohnen“ die Raffinerie angegriffen hätten; bisher seien keine Opfer gemeldet worden. Khotsenko forderte die Bevölkerung auf, sich „nicht den Trümmern zu nähern, machte jedoch keine Angaben zum Ausmaß der Schäden.
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Brennende Industrieanlagen von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer
Nach einem Drohnenangriff in der Nacht zum Dienstag ist in der Ölraffinerie Afipsky in der südrussischen Region Krasnodar ein Feuer ausgebrochen. Das erklärte der Gouverneur der Region, Weniamin Kondratjew, laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass. Zudem seien Drohnentrümmer auf einen Bahnhof gefallen. Zwei Menschen starben, so der Gouverneur. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden. Nach Angaben Kondratjews wurden mindestens zehn Häuser beschädigt, eines davon geriet in Brand. Eigentümer der Anlage ist laut Bloomberg das private Unternehmen ForteInvest. Die Raffinerie hat dem Bericht zufolge eine Verarbeitungskapazität von rund 180.000 Barrel pro Tag. Reuters berichtet, die Raffinerie habe im Jahr 2024 rund 7,2 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet – umgerechnet etwa 144.000 Barrel pro Tag. Die Anlage sei überwiegend auf den Export ausgerichtet. Nach Reuters-Angaben wurde die Raffinerie in den vergangenen Monaten bereits mehrfach von ukrainischen Drohnen getroffen, zuletzt im Juli. Außerdem habe eine Raffinerie in Perm – nach Verarbeitungsmenge Russlands siebtgrößte Anlage – nach einem ukrainischen Drohnenangriff am 21. August ihren Betrieb eingestellt, berichtete Reuters unter Berufung auf zwei Quellen.

In der russischen Stadt Wolgograd ist nach einem Drohnenangriff ein Brand in der Raffinerie „Lukoil-Wolgogradneftepererabotka“ ausgebrochen. Das meldet die Agentur Ukrinform unter Berufung auf den Telegram-Kanal ASTRA. Die Einwohner von Wolgograd meldeten in der Nacht zum 29. Mai zahlreiche Explosionen. Der Gouverneur der Region teilte mit, dass eine Drohne ein Mehrfamilienhaus getroffen habe. Ihm zufolge gebe es keine Verletzten. Nach Schätzungen von ASTRA handelt es sich um mindestens den zehnten Angriff auf diese Raffinerie seit Beginn des umfassenden Krieges. Frühere Angriffe fanden im Februar 2024 sowie im Januar, Februar, März, August und November 2025 und im Februar 2026 statt. Außerdem wird berichtet, dass in russischem Jaroslawl nach einem Drohnenangriff ein Industriegebiet in Flammen steht. Laut dem Gouverneur der Region Jaroslawl, Michail Jewrajew, „wurden Industrieanlagen zur Lagerung von Kraftstoff getroffen“. Der russische Dienst der BBC berichtet, dass in der Stadt Temrjuk nach einem Drohnenangriff der Seehafen brenne. Ursache des Brandes sei der „Absturz von Drohnenteilengewesen, teilte die Einsatzzentrale der russischen Region Krasnodar mit.
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Ein ukrainischer Drohnenangriff hat am Sonntag einen Brand in einer wichtigen russischen Ölraffinerie in Kirischi nahe der Ostseeküste ausgelöst, wie Bloomberg berichtete. Damit setzt sich die Rekordwelle von Angriffen auf die Raffinerie-Infrastruktur des Landes fort. Die russische Luftabwehr habe 62 Drohnen über der Region Leningrad zerstört, so Gouverneur Alexander Drosdenko. Eine der abgeschossenen Drohnen sei in der Nähe der Raffinerie Kirischi abgestürzt und habe ein Feuer ausgelöst, das später gelöscht werden konnte. Es wurden keine Opfer gemeldet. Der Angriff erfolgte, während die Anlage nach monatelangen Reparaturarbeiten, die auf frühere Angriffe im März und Mai zurückgingen, die Wiederaufnahme des Betriebs vorbereitete. Die Raffinerie, die südöstlich von St. Petersburg sowie rund 1.000 Kilometer nördlich von Kiew liegt, kann pro Tag etwa 400.000 Barrel Rohöl verarbeiten. Sie stellt Diesel und Benzin her, wovon ein Großteil für den Export bestimmt ist. Die Ukraine hat im August mehr als 20 Angriffe auf russische Raffinerien durchgeführt. Dies ist die höchste monatliche Zahl seit Beginn der umfassenden Invasion Russlands im Februar 2022.
Moskau meldet massive Luftabwehraktivitäten und Exportbeschränkungen
Die zunehmenden Angriffe haben die Treibstoffversorgung gestört und in mehreren russischen Regionen zu Benzinengpässen geführt. Marineinspekteur Jan Christian Kaack sieht eine konstant hohe russische Bedrohung vor allem in der Ostsee. Die Marine des Landes sei „aggressiv auf See, durch das Ausspähen von Stützpunkten und Einheiten, durch Einschüchterungs- und Sabotageversuche, Drohnenüberflüge sowie den Einsatz der Schattenflotte in der Ostsee“, sagte der Vizeadmiral in Berlin. Er machte deutlich, dass Russland die Schiffe dieser sogenannten Schattenflotte inzwischen auch mit Waffen schützt, entweder durch Marineschiffe oder auch durch Wachteams an Bord. Allerdings sei diese Aufgabe für die russische Marine auch eine zusätzliche Belastung. Der Vizeadmiral sagte: „Das nutzt eine Marine, die auch nicht unendliche Ressourcen hat, auch in einem gewissen Maße ab.“ Der Schattenflotte werden Tanker und Frachtschiffe zugerechnet, die Russland zum Vermeiden von Sanktionen etwa beim Öltransport einsetzt. Moskau versucht damit, einen westlichen Preisdeckel für russische Ölexporte in Drittstaaten zu umgehen. Die Schiffe fahren unter anderer Flagge, schalten nach westlichen Angaben ihr automatisches Schiffsidentifizierungssystem aus oder pumpen die Ladung auf See auf einen anderen Tanker, verschleiern also die Herkunft.””
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