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Technik und Wissenschaft

Sony Music und Warner Chappell verklagen Anthropic wegen Urheberrechtsdiebstahls

Sony Music und Warner Chappell haben den KI-Entwickler Anthropic in den USA verklagt. Die Musikverlage werfen dem Unternehmen massiven Urheberrechtsdiebstahl beim Training des Chatbots Claude vor und fordern Schadensersatz in Milliardenhöhe.

Die Fronten im juristischen Streit zwischen der Kreativwirtschaft und der Künstlichen Intelligenz verhärten sich weiter. Mehrere weltweit führende Musikverlage haben beim US-Bezirksgericht für den nördlichen Bezirk von Kalifornien eine umfassende Klage gegen Anthropic und dessen Mitgründer Dario Amodei und Benjamin Mann eingereicht. Die Kläger werfen dem Unternehmen vor, urheberrechtlich geschützte Werke in großem Stil und ohne Genehmigung kopiert, geschabt und heruntergeladen zu haben.

Vorwurf des massiven Urheberrechtsdiebstahls durch illegale Datensammlungen

In der 48-seitigen Klageschrift schlagen die Musikkonzerne schärfere Töne an als in vielen vorherigen Verfahren. Sie sprechen von einer einer der größten und dreistesten Urheberrechtsverletzungen der Geschichte. Das Unternehmen nutze urheberrechtlich geschützte Inhalte systematisch, um seine Claude-Reihe von KI-Modellen zu betreiben und daraus erhebliche Gewinne zu erzielen.

Die Kläger, so heißt es in einem Auszug aus der Klageschrift bei TRT World, führten an, dass die Beklagten Anthropic und dessen Gründer Dario Amodei und Benjamin Mann eine dreiste Kampagne zur illegalen Verbreitung via Torrent, zum Scraping und Herunterladen urheberrechtlich geschützter Werke in massivem Umfang durchgeführt hätten, um Anthropics Claude-Reihe von Modellen der künstlichen Intelligenz zu entwickeln, zu betreiben und daraus enorme Gewinne zu erzielen.

Die Kläger stützen sich dabei nicht nur auf direkte Abgreifvorgänge von Texten aus autorisierten Repositorien wie MusixMatch und LyricFind. Die Vorwürfe gehen deutlich über den bisherigen Rahmen hinaus: Laut Storyboard18 soll Anthropic auch Millionen von Büchern, die Liedtexte und Notenblätter enthalten, über illegale Tauschbörsen wie Library Genesis und Pirate Library Mirror beschafft haben.

Finanzielle Risiken und das juristische Präzedenzverfahren

Die Kläger fordern gesetzlichen Schadensersatz von bis zu 150.000 US-Dollar pro vorsätzlich verletztem Werk. Da die Verlage in einer ersten, beispielhaften Liste Tausende betroffene Kompositionen aufführen – darunter weltbekannte Hits wie Eye of the Tiger, Ain’t No Mountain High Enough und All I Want for Christmas is You –, summieren sich die potenziellen Forderungen auf Milliarden von Dollar.

Sony and Warner sue Anthropic, accuse AI firm of massive copyright theft
Photo: firstpost.com

Einige der Anwälte, die diesen Fall vertreten, waren zuvor bereits an anderen prominenten Urheberrechtsverfahren beteiligt. Darunter befindet sich auch das Verfahren Bartz v. Anthropic, in dem Anthropic im vergangenen Jahr zu einer Zahlung von 1,5 Milliarden Dollar an Autoren verurteilt wurde, weil das Gericht zwar die Nutzung von Texten für das Training von KI als zulässig erachtete, die Beschaffung dieser Inhalte durch Piraterie jedoch untersagte.

Reaktion von Anthropic und die Haltung der Musikindustrie

Das Unternehmen hat die Vorwürfe umgehend zurückgewiesen und kündigte an, sich vor Gericht zur Wehr zu setzen.

Storyboard18 Article
Photo: storyboard18.com

Ein Unternehmenssprecher erklärte via TechCrunch, man sei anderer Meinung als die Musikverlage und beabsichtige, sich vor Gericht entschlossen zu verteidigen.

Während Technologieunternehmen argumentieren, dass das maschinelle Lernen unter den Begriff der fairen Nutzung fällt, betonen die Musikverlage, dass Claude in der Lage ist, geschützte Liedtexte auf Anfrage fast wortgetreu wiederzugeben. Dies beschädige die Rechteinhaber unmittelbar und untergrabe etablierte Lizenzmodelle. Die Kläger fordern neben den Schadensersatzzahlungen auch ein gerichtliches Verbot, das Anthropic untersagen soll, ihre urheberrechtlich geschützten Texte ohne Erlaubnis zu verbreiten oder für das Training zu nutzen.

🎵 Anthropic vs Music Publishers: Is AI Training on Song Lyrics Fair Use or Copyright Theft?⚖️
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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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