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Gesundheit

FDA lässt Rasonque zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu

Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat am Mittwoch daraxonrasib unter dem Markennamen Rasonque zugelassen. Das Medikament von Revolution Medicines richtet sich gegen hartnäckige KRAS-Mutationen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. In klinischen Studien konnte damit die mediane Überlebenszeit von Patienten mit fortgeschrittenem Tumorleiden im Vergleich zu einer reinen Chemotherapie nahezu verdoppelt werden.

Die Zulassung von Rasonque durch die FDA

Vier Jahrzehnte lang galt das mutierte Protein, das hinter den meisten Tumoren der Bauchspeicheldrüse steht, in der medizinischen Forschung als unknackbar. Am Mittwoch gab die US-amerikanische Food and Drug Administration offiziell grünes Licht für das von Revolution Medicines entwickelte Präparat daraxonrasib, das künftig unter dem Namen Rasonque vertrieben wird gemäß den Angaben der Regulierungsbehörde und begleitender Berichte. Die Entscheidung markiert einen historischen Meilenstein für die Behandlung einer der tödlichsten Krebserkrankungen überhaupt.

Etwa 67.000 Menschen erhalten in den Vereinigten Staaten jährlich die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs, wie Daten der American Cancer Society belegen. Bislang standen Betroffenen kaum wirksame Behandlungsoptionen zur Verfügung, weshalb die Erkrankung in den allermeisten Fällen rasch zum Tode führt. Der amtierende FDA-Kommissar Kyle Diamantas bezeichnete die Zulassung als eine kritische neue Option für Patienten, die mit einer außerordentlich schwierigen und historisch schwer zu behandelnden Krebsart konfrontiert sind.

Überlebensvorteil und klinische Studienergebnisse

Die nun zugelassene Therapie basiert auf den Ergebnissen der klinischen Studie RASolute302, die im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurde. Untersucht wurden Patienten mit metastasiertem Bauchspeicheldrüsenkrebs, bei denen frühere Chemotherapien versagt hatten. Die Daten zeigen einen drastischen Unterschied im Überleben der Betroffenen.

FDA lässt Rasonque zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu
Photo: Stanford
Therapiegruppe Mediane Gesamtüberlebenszeit
Daraxonrasib (Rasonque) 13,2 Monate
Erneute Chemotherapie 6,7 Monate

Diese Verdopplung der Lebensdauer auf 13,2 Monate im Vergleich zu 6,7 Monaten unter reiner Chemotherapie löste im vergangenen Frühjahr auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology stehende Ovationen unter den anwesenden Forschern aus. Dr. Nicholas Hornstein, medizinischer Onkologe am Lenox Hill Hospital von Northwell, nannte die Ergebnisse bemerkenswert. Auch Dr. Carla Kurkjian, Onkologin am Mercy Hospital in Oklahoma City, betonte die Tragweite: Das ist lebensverändernd. Nicht nur für Patienten, was die Verlängerung ihres Lebens über alles bisher Dagewesene hinaus angeht, sondern auch für uns als Ärzte, um ein ganz anderes Gespräch führen zu können, als wir es so lange gewohnt waren.

Wirkungsweise und wissenschaftliche Hintergründe

Das Medikament greift eine Familie von drei eng verwandten Genen namens RAS an, die für etwa ein Drittel aller menschlichen Krebsarten und die Mehrheit aller Bauchspeicheldrüsen-Tumoren verantwortlich sind. Das mutierte Protein KRAS wirkt in den Krebszellen wie ein eingeklemmtes Gaspedal, das unaufhörlich das Zellwachstum antreibt. Lange Zeit galt das Protein als unzugänglich, da seine molekulare Struktur glatt war und keine Bindungsstelle für herkömmliche Wirkstoffe bot.

An image collage containing 2 images, Image 1 shows Former U.S. Senator Ben Sasse with a severe skin reaction and dried
Photo: Nypost

Wissenschaftler griffen schließlich auf synthetische molekulare Klebstoffe zurück, um das Problem zu lösen. Im Gegensatz zu älteren KRAS-Inhibitoren, die jeweils nur eine einzige fehlerhafte Variante des Proteins attackieren, wirkt daraxonrasib gegen mehrere KRAS-Mutationen gleichzeitig. Dies erklärt, weshalb das Medikament potenziell für einen weitaus größeren Kreis von Patienten und auch für andere Krebsarten wie Lungen- und Darmkrebs infrage kommt.

Herausforderungen, Nebenwirkungen und wirtschaftliche Aussichten

Trotz des medizinischen Durchbruchs weist die Therapie erhebliche Nebenwirkungen auf. Zu den häufigsten Begleiterscheinungen zählen schwere Hauttoxizitäten und gastrointestinale Beschwerden. Der ehemalige US-Senator Ben Sasse aus Nebraska, der im Frühjahr öffentlich machte, dass er an fortgeschrittenem Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist und an klinischen Studien teilnahm, berichtete offen von massiven Hautveränderungen im Gesicht und am Körper. Er beschrieb die Behandlung als hart und schilderte, dass sein Gesicht sich wie verstrahlt anfühle, während gleichzeitig ein starker Rückgang der Tumorvolumina und seiner Schmerzen zu verzeichnen gewesen sei.

FDA approves groundbreaking new drug for pancreatic cancer
FDA lässt Rasonque zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs zu
Photo: Tovima

Experten relativieren diese Extremreaktionen jedoch. Dr. Hornstein erklärte, dass die Hauttoxizitäten bei den meisten Patienten deutlich milder ausfallen und durch den frühzeitigen Einsatz von Fachärzten für Onkodermatologie gut kontrolliert werden können. Mark Goldsmith, Vorstandschef von Revolution Medicines, sprach von einer monumentalen Gelegenheit für Patienten und deren Familien und kündigte an, den Zugang zu dem Medikament schnellstmöglich voranzutreiben.

Finanzanalysten bewerten Rasonque als potenziellen Blockbuster. Die Pharmamarktforschungsfirma Evaluate prognostiziert, dass das Präparat bei einer Ausweitung auf frühere Krankheitsstadien und weitere Tumorarten einen jährlichen Umsatz von mehr als 20 Milliarden US-Dollar generieren könnte. Parallel zu der nun erfolgten FDA-Zulassung laufen an klinischen Zentren wie der Stanford University, die das Mittel zuvor über ein erweitertes Zugangsprogramm bereitstellte, bereits weitere Studien der Phase 3. Diese untersuchen den Einsatz von daraxonrasib nach Operationen sowie in Kombination mit Chemotherapien bei neu diagnostizierten Patienten.

​FDA Approves Daraxonrasib (Rasonque) for Pancreatic Cancer Treatment | New Medicine Breaking News
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Dr. Lena Hartmann

Über den Autor

Dr. Lena Hartmann leitet das Gesundheitsressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet seit ueber zehn Jahren ueber Praevention, Medizinpolitik und digitale Gesundheit und legt besonderen Wert auf verstaendliche, quellenbasierte Einordnung.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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