Der Zentralschweizer Energiekonzern CKW senkt die Stromtarife für das Jahr 2027 um rund 2,5 Prozent. Im Standardprodukt sinkt die Kilowattstunde ab dem 1. Januar 2027 auf 24,67 Rappen. Sinkende Beschaffungskosten und geringere Swissgrid-Abgaben machen den Schritt möglich, während die EWL in der Stadt Luzern ebenfalls Preissenkungen ankündigt.
Konkret sinken die Preise um rund 2,5 Prozent, gestützt auf tiefere Beschaffungskosten und sinkende Tarife der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid.
Tarifsenkungen beim Standardprodukt ClassicStrom und Einsparungen für Haushalte
Im Standardprodukt ClassicStrom
kostet eine Kilowattstunde ab dem 1. Für einen durchschnittlichen Vierpersonenhaushalt mit einem jährlichen Verbrauch von 4.500 Kilowattstunden bedeutet dies eine Ersparnis von rund 26 Franken im Jahr 2027. Kleine und mittlere Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von 150.000 Kilowattstunden dürfen sogar mit einer Entlastung von rund 1.150 Franken rechnen. Damit liegt der Tarif nach Unternehmensangaben deutlich unter dem aktuellen Median der Schweizer Energieversorger.
Der Energietarif, welcher die Erzeugungskosten abdeckt, sinkt im ClassicStrom-Produkt um 0,50 Rappen auf 11,50 Rappen pro Kilowattstunde. Diese Komponente setzt sich ab 2027 aus Schweizer Wasserkraft und Strom aus eigener Kernenergie zusammen. Grund für diese Zusammensetzung ist eine neue gesetzliche Vorgabe, die ab 2027 eine quartalsweise statt bisher jährliche Stromkennzeichnung vorschreibt. Kundinnen und Kunden, die ausschließlich Strom aus erneuerbaren Quellen beziehen wollen, können auf das Produkt MeinRegioStrom
ausweichen, dessen Energietarif um 1,5 Rappen auf 13,50 Rappen pro Kilowattstunde reduziert wird.
Stabile Netzkosten trotz Investitionen und neue Regelungen bei Swissgrid
Trotz jährlicher Investitionen von rund 50 Millionen Franken in den Ausbau und die Modernisierung des lokalen Stromnetzes hält CKW die Netznutzungstarife für Haushalte und Gewerbe stabil. Lediglich der Messtarif für die Zähler steigt geringfügig von 5,15 Franken auf 5,50 Franken pro Monat. Haushalte, die über technische Voraussetzungen wie ein Energiemanagementsystem verfügen, können zudem einen dynamischen Netztarif wählen. Dieser steuert den Verbrauch von Großverbrauchern wie Wärmepumpen oder Ladestationen automatisch in Zeiten geringerer Netzbelastung.

Auch die Kosten und Abgaben der nationalen Netzgesellschaft Swissgrid fallen insgesamt etwas niedriger aus und werden direkt an die Kundschaft weitergegeben. Für einen Vierpersonenhaushalt schlagen die Swissgrid-Leistungen im kommenden Jahr mit rund 54 Franken zu Buche, während es im Vorjahr noch 64 Franken waren.
Vergleich mit der EWL: Stärkere Entlastung in der Stadt Luzern
Nicht nur CKW, auch andere regionale Versorger korrigieren ihre Tarife nach unten. Für einen typischen Vierpersonenhaushalt in der Stadt Luzern sinken die Stromkosten im Jahr 2027 sogar um rund 97 Franken, wie die Energieversorgerin EWL mitteilte. Verantwortlich für diese stärkere Entlastung sind laut dem Communiqué Überdeckungen aus den Vorjahren, die an die Kundschaft zurückgegeben werden.

Zudem stellt EWL ihre Produkt- und Tarifstruktur um. Ab 2027 fasst das Unternehmen drei bisherige Angebote zu einem einzigen Produkt zusammen, das vollständig aus Schweizer Wasserkraft sowie Solar- und Windenergie gespeist wird. Gleichzeitig entfallen die bisher getrennten Tag- und Nachttarife zugunsten eines einheitlichen Tarifs. Der Messtarif erhöht sich bei der EWL um sechs Franken pro Jahr, während das gesamte Versorgungsgebiet im Laufe des Jahres 2027 flächendeckend mit digitalen Smart Metern ausgerüstet werden soll.
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