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Welt

Shida Bazyar gewinnt mit „die Lücken“ den Deutschen Buchpreis 2026”

Shida Bazyar hat für ihren Roman „Die Lücken den Deutschen Buchpreis 2026 erhalten. Die Auszeichnung wurde im Frankfurter Römer vergeben. Das Buch verbindet die deutsche Geschichte der vergangenen hundert Jahre, die NS-Vergangenheit sowie das Leben von Einwanderern in einem fiktiven Dorf im Hunsrück.

Der Deutsche Buchpreis zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen für deutschsprachige Literatur. Die Entscheidung der Jury wurde am Montagabend, dem 5. Oktober 2026, im Kaisersaal des Frankfurter Römers bekannt gegeben. Tradionell markiert die Preisverleihung den Auftakt der Frankfurter Buchmessen-Woche. Für den mit 25.000 Euro dotierten Hauptpreis setzte sich Bazyar gegen fünf weitere Romane der Shortlist durch. Die übrigen Autorinnen und Autoren der Endrunde erhalten jeweils 2.500 Euro.

Neben Bazyar waren damals fünf weitere Kandidatinnen und Kandidaten in der engeren Auswahl: Franziska Gänsler mit ihrem Roman „Orca“, Valeria Gordeev mit „Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle“, Elias Hirschl mit „Schleifen“, Peggy Mädler mit „Selbstregulierung des Herzens“ sowie Dana Vowinckel mit „Anton und Alma“. Bekannte Autoren haben den Deutschen Buchpreis in der Vergangenheit gewonnen oder sind durch ihn berühmt geworden, darunter Arno Geiger und Julia Franck, Uwe Tellkamp und Terézia Mora, Robert Menasse und Ursula Krechel sowie Lutz Seiler und Bodo Kirchhoff. Im vergangenen Jahr ging die Auszeichnung an Dorothee Elmiger für ihren Roman „Die Holländerinnen“.””””””

Shida Bazyar gewinnt mit „die Lücken“ den Deutschen Buchpreis 2026”
Foto: DIE ZEIT

Die Handlung von „die Lücken“ im fiktiven Heimesbach

Im Mittelpunkt des rund 500 Seiten starken Romans steht der fiktive Ort Heimesbach im Hunsrück. Als literarisches Vorbild diente der Autorin ihr Geburtsort Hermeskeil in Rheinland-Pfalz. Die Erzählperspektive übernimmt eine Ich-Erzählerin, die bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt und als Geist über dem Ort schwebt. Von dort aus blickt sie auf die Schicksale der Dorfbewohner von den 1920er-Jahren bis in die Gegenwart.

Die 1988 in Rheinland-Pfalz geborene Shida Bazyar erzählt in ihrem Werk von jüdischen Familien wie denen der Metzgerei Loeb oder des Warenhauses Lichter, von NS-Profiteuren sowie von kurdischen und iranischen Menschen, die in Deutschland Schutz und Zuflucht suchen. Dabei werden verschwiegene Kapitel deutscher Vergangenheit angesprochen, während der rund 500 Seiten lange Roman sich um Lügen, Rassismus und Verdrängung dreht. Die Autorin profitierte bei ihrer Arbeit von der akribischen Recherche in dem Buch „Juden im Gaumusterdorf – Auf den Spuren ehemaliger jüdischer Nachbarn in Hermeskeilvon Heinz Ganz-Ohlig, dem sie die emotionale und menschliche Dimension hinzufügte.

Die Begründung der Jury und das Echo der Kritik

Unter den Kritikerinnen und Kritiker wurde das Buch im Vorfeld stark beachtet. Für Shida Bazyar ist es nach Nachts ist es leise in Teheran (2016) und Drei Kameradinnen (2021) der dritte Roman.

Deutscher Buchpreis 2026 für Shida Bazyars Roman "Die Lücken"

Dankesrede mit politischen Appell in Frankfurt

In ihrer Dankesrede auf der Bühne des Frankfurter Römers verzichtete Shida Bazyar auf pure Freude. Stattdessen nutzte sie den Moment für einen eindringlichen Appell gegen die politische Radikalisierung in Deutschland und erinnerte an die historischen Parallelen zur Gegenwart. Dabei zitierte sie einen Satz von Hannah Arendt, der sie beim Schreiben sehr beschäftigt habe: „Das Problem ab 1933 war doch nicht, was unsere Feinde gemacht haben, sondern was unsere Freunde gemacht haben.

„Ich möchte darauf hinweisen, dass antisemitische Straftaten auf dem Höchststand sind, und die rassistischen auch. Und dass es im Moment keine Minderheit in Deutschland gibt, die keinen Grund zur Sorge hat.“

Shida Bazyar gewinnt mit „die Lücken“ den Deutschen Buchpreis 2026”
Foto: Der Standard

Sie rief dazu auf, den Entwicklungen entschieden entgegenzutreten.

Ausblick auf den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis

Für Shida Bazyar bleibt es nicht bei der Auszeichnung in Frankfurt. Am 7. November 2026 wird der Roman „Die Lücken im Braunschweiger Staatstheater mit dem Wilhelm-Raabe-Literaturpreis geehrt. Diese gemeinsam von der Stadt Braunschweig und dem Deutschlandfunk vergebene Auszeichnung ist mit 30.000 Euro dotiert.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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