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Welt

Deutscher Buchpreis 2026: Shortlist mit sechs Romanen bekanntgegeben

Die Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2026 steht fest. Die Jury gab am Dienstag die sechs besten deutschsprachigen Romane des Jahres bekannt. Von den zwanzig Titeln der Longlist sind noch sechs im Rennen um den Roman des Jahres, den die Jury am 5. Oktober 2026 im Kaisersaal des Frankfurter Römers verkündet. Von mehr als 200 gesichteten Romanen sind noch sechs übrig.

Shida Bazyar, Ingo Schulze und Heinz Strunk auf der Longlist

Am 8. September 2026 gab die Jury zum Deutschen Buchpreis die Shortlist bekannt. Fünf Autorinnen und ein Autor haben es auf die Shortlist geschafft. Von den drei Autorinnen und Autoren, die bereits früher auf einer Buchpreis-Longlist gestanden hatten, schaffte es nur Shida Bazyar weiter. Ingo Schulze und Heinz Strunk, beide Jahrgang 1962 und die ältesten Nominierten der Longlist, sind nicht dabei. Für Strunk war es bereits die dritte Longlist-Nominierung nach 2021 (»Es ist immer so schön mit dir«) und 2022 (»Ein Sommer in Niendorf«) – auf die Shortlist hat er es damit noch immer nicht geschafft. Auch ein Debüt hat es in die Auswahl geschafft: Mit »Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle« von Valeria Gordeev steht ein Debüt auf der Liste. Der Roman erzählt von einer Familie im Spannungsfeld zwischen Berlin, Moskau und Kyjiw, in Zeiten des russischen Krieges gegen die Ukraine.

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Photo: literaturcafe.de

Sechs Finalisten im Rennen um den Deutschen Buchpreis 2026

Die Entscheidung der Jury verengte das Teilnehmerfeld von anfangs mehr als 200 gesichteten Werken auf sechs Finaltitel. Zu den nominierten Werken zählt unter anderem Peggy Mädlers Roman »Selbstregulierung des Herzens«, erschienen im Galiani Berlin Verlag im Februar 2026. Die in Dresden geborene Autorin Peggy Mädler steht mit ihrem neuen Roman auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Peggy Mädler wurde 1976 in Dresden geboren und lebt seit gut 30 Jahren in Berlin (seit 1994). Sie studierte an der Humboldt-Universität Theater-, Kultur- und Erziehungswissenschaft, promovierte 2008 und arbeitet als freie Dramaturgin, unter anderem am Maxim-Gorki-Theater. Ihr Debüt »Legende vom Glück des Menschen« erschien 2011, für »Wohin wir gehen« bekam sie 2019 den Fontane-Literaturpreis von Neuruppin und dem Land Brandenburg, ein Stipendium über 40.000 Euro. 2024 folgte mit Annett Gröschner und Wenke Seemann der Gesprächsband »Drei ostdeutsche Frauen betrinken sich und gründen den idealen Staat«.

Deutscher Buchpreis 2026: Shortlist mit sechs Romanen bekanntgegeben
Photo: berliner-kurier.de

Peggy Mädlers Roman über Computertechnik in der DDR

Worum geht es in »Selbstregulierung des Herzens«? Der Roman erzählt unter anderem von der Computertechnik in der DDR. Für die Jury ist es ein großer Roman über die Kreativität, mit der Wissenschaft und Kunst auch unter schwersten Bedingungen ihren Weg finden – und damit ein Werk von zeitloser Aktualität. Thematisch schwingt der neue Roman von Peggy Mädler zwischen gegensätzlichen Polen hin und her – zwischen Kontrolle und Selbstbestimmung, Planbarkeit und Zufall, Realität und Utopie. Georg, einer der Protagonisten des Romans, ist mit dieser binären Logik vertraut. Als Wirtschaftswissenschaftler interessiert er sich schon in den 1960er-Jahren für die Kybernetik. Er hofft, dass das Wissen darüber, nach welchen Regeln sich Maschinen steuern lassen, die Wirtschaft der DDR wieder in Fahrt bringen kann. Kybernetik untersucht universelle Muster der Steuerung: Wie gelingt es ganz verschiedenen Systemen ihre Störungen auszugleichen, Ziele zu erreichen und stabile Zustände zu wahren? Das umfasst viele Bereiche in Natur, Technik und Gesellschaft. Ihr Buch beginnt in den 60er-Jahren in der DDR und endet im frisch vereinigten Deutschland: eine Geschichte von Computerpionieren und Künstlerinnen, von Liebe und Freundschaft unter den Augen des Staates – und von Wochenendhäusern bei Wandlitz.

Deutscher Buchpreis 2026: Shortlist mit sechs Romanen bekanntgegeben
Photo: Spiegel

Alphabetische Reihenfolge der Romane auf der Shortlist

Auf der sogenannten Shortlist stehen (in alphabetischer Reihenfolge):

Peggy Mädler »Selbstregulierung des Herzens« (Buchpremiere)
  • Shida Bazyar: »Die Lücken« (Kiepenheuer & Witsch, September 2026)
  • Franziska Gänsler: »Orca« (Kein & Aber, August 2026)
  • Valeria Gordeev: »Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle« (S. Fischer, August 2026)
  • Elias Hirschl: »Schleifen« (Paul Zsolnay, Januar 2026)
  • Peggy Mädler: »Selbstregulierung des Herzens« (Galiani Berlin, Februar 2026)
  • Dana Vowinckel: »Anton und Alma« (Suhrkamp, September 2026)

Jurysprecherin Cornelia Geißler von der Berliner Zeitung sagt in der Mitteilung Folgendes zur Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2026: »Was kommt? Was bleibt? So unsicher die Gegenwart auch sein mag, erweist sie sich doch als Nährboden für eine großartige Literatur. Die sechs Romane der Shortlist zeugen davon.« Sie fügte hinzu: »Sie schärfen den Blick auf Vergangenes. Sie deuten auf politische Verbrechen und zeigen den Kampf dagegen in zaghaften oder waghalsigen Schritten. Sie erzählen von Träumen und Möglichkeiten des Individuums, den eigenen Weg zu gehen, die Gesetze der Wissenschaft zu nutzen, die Freiheit der Kunst zu spüren und ein Miteinander zu erproben. Wir lesen auf vielfach unerwartete Weise von Sehnsucht, Freundschaft, Liebe und Gewalt. Wir sind begeistert davon, welch ästhetischer Reichtum in diesen Büchern steckt, welche Sprachlust. Und es gibt immer noch Grund zu lachen.«

Literarische Rückkopplung: «Selbstregulierung des Herzens» von Peggy Mädler
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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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